Zeitfaktor

Von Thomas Eier Erstellt: 14. April 2018, 00:00 Uhr
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Der Mühlehof soll ab Juni abgerissen
werden – oder etwa doch nicht?

Unter Spöttern laufen bereits Wetten: Steht der Zeitplan, wonach der Mühlehof in diesem Jahr abgerissen werden soll, oder geht die unendlich anmutende Geschichte weiter? Mit der kurzfristig aufgekommenen Vermutung, dass den Absagen der Vergangenheit zum Trotz doch noch Landeszuschüsse für den millionenschweren Abbruch fließen könnten, droht eine weitere Verzögerung, denn eines scheint nach den Erfahrungen an anderer Stelle klar: Käme es tatsächlich zu einem Antragsverfahren, bräuchte es dafür Zeit.

Bei allen, die sich nach einem langen Entscheidungsfindungsprozess auf eine neue Stadthalle freuen und die Hängepartie Mühlehof lieber heute als morgen beenden würden, weckt die jüngste Entwicklung gemischte Gefühle – einerseits geht es (theoretisch) um bares Geld, andererseits darum, Beschlüsse zügig umzusetzen und die Weichen für einen Neuanfang zu stellen. Von daher fühlen sich mutmaßlich auch die Stadträte, die sich in dieser Woche hinter verschlossenen Türen mit den möglichen Aussichten auf Fördergelder beschäftigten, ein Stück weit hin- und hergerissen. Natürlich hat, sollte es ein positives Signal des Regierungspräsidiums geben, keiner etwas zu verschenken, gleichzeitig geht es jedoch – zumal bei diesem stadtpolitischen Dauerbrenner – auch um den Faktor Glaubwürdigkeit. Nach Jahren und Jahrzehnten, in denen um die Zukunft des Mühlehofs und der Stadtmitte gerungen wurde, hatte der Gemeinderat im Juli 2017 den einstimmigen Beschluss für einen Neubau gefasst und dabei gleich mächtig aufs Tempo gedrückt. Von daher wird alles, was die weiteren Fortschritte ausbremst, nicht nur mit großem Interesse, sondern auch mit einem gewissen Misstrauen beäugt.

Aus Sicht des Bürgers, der sich weniger eingehend mit (zeit-)aufwendigen Ausschreibungs- und Antragsverfahren befasst, bestehen Fortschritte vor allem darin, dass ein Bautrupp anrückt. Bislang war der Startschuss für die Vorarbeiten für Juni geplant und der eigentliche Abriss ab August. Nun ist für neue Spannung gesorgt, wenn am 24. April in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats über das Abbruchkonzept entschieden werden soll. Ein Argument dafür, rasch zu beginnen, waren die niedrigen Zinssätze, wenn eine neue Stadthalle über Kredite finanziert werden muss. Daran hat sich nichts geändert.

Es ist die Aufgabe von Stadtverwaltung und Gemeinderat, sorgsam mit kommunalen Mitteln umzugehen und Fördertöpfe anzuzapfen, wo immer es geht. Im speziellen Fall könnte das allerdings bedeuten, die beim Thema Mühlehof schon über Gebühr strapazierte Geduld weiter Bevölkerungskreise erneut auf die Probe zu stellen.

Thomas Eier

Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

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