Verantwortung

Von Ramona Deeg Erstellt: 21. Juli 2018, 00:00 Uhr
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Bürgermeister und Gemeinderat sind für mehr Einzelhandel in Wiernsheim

In Mühlhausen haben engagierte Bürger eine Genossenschaft gegründet, um die örtliche Infrastruktur zu verbessern. In Schmie zittern die Einwohner um ihren Dorfladen. Und in Wiernsheim? Dort gibt es einen Proteststurm, weil Bürgermeister und Gemeinderat neue Einkaufsmöglichkeiten schaffen wollen. Zugegeben, die Vergleiche hinken ein wenig, schließlich hat Wiernsheim (noch) einen Discounter in der Ortsmitte, und Bäcker und Metzger sind von dort zu erreichen.

Trotzdem: Ganz von der Hand zu weisen sind Rathauschef Karlheinz Oehlers Gedankenspiele nicht. Was ist, wenn der Netto-Markt seine Pforten schließt? Was ist, wenn die Einwohnerzahlen in der Gemeinde weiter steigen ? Was ist, wenn Senioren nicht mehr so mobil sind? Dass Wiernsheim und seine Ortsteile weiter wachsen, davon kann man mit Blick auf die Neubaugebiete und das anstehende Sanierungsgebiet in Iptingen ausgehen. Wie lange es den Markt in der Wiernsheimer Ortsmitte hingegen noch geben wird, lässt sich weniger genau planen. Dies wird auch von Faktoren beeinflusst, auf die Bürgermeister und Gemeinderat wenig bis keinen Einfluss haben. Klar ist: Wenn sich eine Schließung ankündigt, wäre es zu spät, um zu reagieren, denn ein neuer Einkaufsmarkt entsteht nicht von heute auf morgen – schon gar nicht auf der grünen Wiese und ohne Vorgespräche.

Womit die Beantwortung der Frage nach den Senioren um so dringlicher wird. Denn: Eine Einzelhandelsfläche auf Wiernsheimer Gemarkung kann der Bürgerbus ansteuern – einen Supermarkt außerhalb – zum Beispiel in Wurmberg – hingegen nicht. Denn angesichts des Probelaufs mit einer Ausweitung des Bürgerbusnetzes nach Großglattbach, um dort den Nahverkehr zu verbessern, hat Jürgen Idziok vor einigen Wochen betont: „Eine weitere Ausweitung ist ganz klar nicht möglich.“ Insofern ist es durchaus nachvollziehbar, dass Oehler eine örtliche Einkaufsoption will. Ob diese mit Supermarkt, Discounter und Drogeriemarkt zu groß ist, werden spätestens die Ausschreibungen zeigen. Denn die Planer der Märkte wissen ganz genau, wo es sinnvoll ist, zu bauen – und wo nur Geld verbrannt würde.

Aber es ist auch das gute Recht und insbesondere die Pflicht von Bürgern, anzumerken, wenn in ihren Augen etwas aus der Bahn gerät. Die Bitte um eine besondere Achtung des Lärmschutzes, um die Anwohner nicht zu sehr zu stören, ist im Gemeinderat angekommen. Die Sorge um Metzger und Bäcker vor Ort muss jedoch in der Bevölkerung ankommen. Denn die Kunden entscheiden, welcher Laden Zukunft hat.

Ramona Deeg

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