Tourismus

Von Ramona Deeg Erstellt: 19. Mai 2018, 00:00 Uhr
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Nicht nur Besucher, auch Bürger

müssen sich wohlfühlen

Das Vorhaben: Gut essen gehen – am besten dort, wo sich die Einheimischen niederlassen, denn die wissen ja, wo es schmeckt. Doch in den Restaurants in Mühlackers italienischer Partnerstadt Bassano del Grappa sind nur wenige Tische besetzt. Unwillkürlich kommen Fragen auf: Liegt es an der dem Vernehmen nach hohen (Jugend-)Arbeitslosigkeit, dass die Lokale leer sind? Ist das immer so? Wenn ja: Wie lange können sich die Restaurants (noch) halten? Wie schnell würde man einen Leerstand wieder vermieten können? Man vergleicht mit Mühlacker, überlegt, welche Ladengeschäfte seit wann ungenutzt sind – und warum ein italienisches Lokal nach wenigen Monaten schon wieder die Pforten schließen musste.

Fürs Erste werden die Zweifel zerstreut. Zu späterer Stunde sind alle Tische belegt. Dass das Ausgehen in Italien später losgeht, beweist auch das Platzkonzert des Musikvereins Mühlacker. Für deutsche Verhältnisse beginnt es spät, nämlich um 21 Uhr, doch die Besucher strömen. Ein paar Meter von der Piazza Libertà entfernt trifft man auf der Ponte Vecchio auch Touristen. Das Wahrzeichen von Bassano wird seit Jahren saniert. Schuld für die Dauer seien keine finanziellen Engpässe, sondern Probleme in der Vergabe und Ausführung, heißt es. Das wirke sich negativ auf den Tourismus aus. Messbar sei das dadurch, dass im Vorfeld des großen Alpini-Treffens in Trento deutlich weniger italienische Gebirgsjäger in Bassano gewesen seien als üblich.

Tourismus spielt im hoch verschuldeten Italien eine wichtige Rolle. Die vielen historischen Gebäude und engen Gassen laden nur so lange zum Bummeln und Verweilen ein, wie die Eigentümer die alten Mauern (weitgehend) in Schuss halten können, denn der Grat zwischen „morbidem Charme“ und Verfall ist schmal. Es gilt auch, Straßen zu erhalten und Parks einladend zu gestalten. Letzteres ist zweifelsohne nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die eigene Bevölkerung wichtig. Um den Wohlfühlfaktor zu erhöhen, möchte man in Bassano das Thema Barrierefreiheit stärker anpacken. Diesem Vorhaben hat sich unter anderem ein lokaler Fernsehsender verschrieben, und das Partnerschaftskomitee Mühlacker schließt sich an: für ein liebens- und lebenswertes Bassano, in dem sich auch die eigene Bevölkerung wohlfühlt. Dafür sind gute Freunde schließlich da.

Ramona Deeg

Redakteurin E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

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