Stimmungsbild

Von Thomas Eier Erstellt: 12. Mai 2018, 00:00 Uhr
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Gewerbeflächen: Rat in Illingen lehnt weitere Gespräche mit Mühlacker ab

Zumindest auf Verwaltungsebene will man die Flinte noch nicht ins Korn werfen, doch seien wir realistisch: Mit der Abstimmung im Illinger Gemeinderat in dieser Woche sind die Chancen auf ein interkommunales Gewerbegebiet in Verlängerung der Waldäcker nochmals deutlich gesunken – mutmaßlich gegen null.

Nach einem ersten Treffen der Gemeinderäte Ende Februar, als man sich nach mehreren vergeblichen Vorstößen in der Vergangenheit wieder einmal mit der Frage einer möglichen Partnerschaft beschäftigte, hatte sich Bürgermeister Harald Eiberger nun ein „Stimmungsbild“ gewünscht, was das weitere Verfahren betrifft – und sein Illinger Gremium hat geliefert, indem es, wenn auch denkbar knapp, allen weiteren „ergebnisoffenen“ Gesprächen mit Mühlacker eine Absage erteilte. Ein Signal, das eigentlich kaum missverstanden werden kann.

Wird in den Chefetagen der Rathäuser nun darüber spekuliert, ob sich die acht Gegner im Illinger Gemeinderat womöglich nur am Begriff „ergebnisoffen“ gestört haben könnten, während sie sich viel lieber sehr konkrete Verhandlungen gewünscht hätten, erscheint das wie das sprichwörtliche Pfeifen im Walde und als Griff der Verwaltungsspitzen nach dem letzten Strohhalm. Denn ganz offenbar mangelt es beim kleineren Nachbarn schlichtweg am gedanklichen Rückhalt für ein großflächiges gemeinsames Industriegebiet auf Illinger Gemarkung, das gar nicht über den Status einer Vision hinausgekommen ist.

Diese ablehnende Haltung – falls sie denn endgültig sein sollte – kommt deutlich zu früh, denn nicht nur die Stadt Mühlacker in ihrer bekannten Notlage, auch die Gemeinde Illingen, die ebenfalls neue Gewerbeflächen braucht, droht eine Chance zu verpassen. Es hätte sich allemal gelohnt, zunächst ein Modell für eine gemeinsame Gewerbeentwicklung zu entwerfen und einen Teil der offenen Fragen zu klären, um sich dann, wenn die Vor- und Nachteile für beide Seiten klarer sind, zu entscheiden. Bis dato fußt der Illinger Widerstand eher auf prinzipiellen Vorbehalten und – siehe oben – einer diffusen Stimmungslage als auf sachlichen Argumenten und nüchterner Abwägung.

Dabei geht es für beide Kommunen um eine Weichenstellung von größter Bedeutung und Tragweite. Die Möglichkeiten sind hier wie da begrenzt, und erstes Gebot in dieser Situation wäre es, keine Option ungeprüft unter den Tisch fallen zu lassen. Immerhin könnte ein interkommunales Gewerbegebiet den Flächenbedarf in beiden Kommunen über Jahrzehnte hinaus abdecken und helfen, andere Standorte zu verschonen.

Illingen sollte nicht nur seine Hektar beisteuern, sondern natürlich auch entsprechend profitieren. Wie genau aber das Geben und Nehmen hätte aussehen können, droht nun ein Rätsel zu bleiben.

Thomas Eier

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