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Von Thomas Eier Erstellt: 3. Februar 2018, 00:00 Uhr
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Der Zuschuss an den Förderverein
Enzgärten lässt sich gut begründen

Über ihre Richtlinien zur Vereinsförderung gewährt die Stadt Unterstützung auf verschiedenen Ebenen, doch die vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Zuwendung an den Förderverein Enzgärten fällt aus dem üblichen Rahmen. Zu einem Zuschuss von bis zu 25000 Euro für das Sommer-Festival
an der stillen Enz kommt eine Risikoabsicherung in Höhe von 15000 Euro – keine Peanuts, und dennoch lässt sich die vermeintliche Vorzugsbehandlung gut begründen.

Der Förderverein Enzgärten und seine Leistungen sind eben nicht vergleichbar mit der – nicht minder wichtigen – Arbeit anderer Vereine. Gegründet wurde er nach der Gartenschau 2015, weil es der Wunsch aller Beteiligten war, dass das Gelände nach dem Sommermärchen nicht in den Dauerschlaf zurückfällt und ungenutzt verlottert. Die Enzgärten sollten in Schuss gehalten und dauerhaft belebt werden, und genau dafür braucht es den Verein und seine freiwilligen Helfer, die im Zusammenspiel mit weiteren Veranstaltungen für ein attraktives Programm am Enzufer sorgen. Ist hier etwas geboten, dient das nicht nur der Kurzweil, sondern dem Erhalt der neuen grünen Mitte der Stadt, die 2015 alle in den Bann gezogen hat.

In diesem Sinne hat der Förderverein Enzgärten die Obhut über eine städtische Anlage übernommen, in der ehrenamtliche Kräfte ein annähernd zweiwöchiges „SommerEvenz“-Festival auf die Beine stellen, das weder die Stadt noch andere Vereine, die andere Aufgaben haben, für vergleichsweise kleines Geld stemmen könnten. Das Ganze bei freiem Eintritt und unter freiem Himmel, wo der Erfolg nicht zuletzt vom Wetter abhängt. Da ist es nur fair und angemessen, wenn die Stadt, die keine verwaisten Enzgärten will, sich nicht nur an den Kosten, sondern auch am finanziellen Risiko beteiligt. Der Bürger erhält als Gegenleistung für den Obolus aus der Stadtkasse ein attraktives Programm am Ufer der Enz mit Konzerten, Poetry Slam, Karaoke und Auftritten von Vereinen, und wenn zusätzlich noch Besucher von außerhalb strömen und begeistert sind vom Flair, ist das Stadtmarketing in seiner besten Form.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich tragen alle Vereine mit ihrer Arbeit zu einer lebendigen, funktionierenden Stadt bei, und natürlich ist jede Übungsstunde und jede Veranstaltung, die von Vereinen angeboten wird, eine Bereicherung. Die Besonderheit beim Förderverein Enzgärten besteht darin, dass der Vereinszweck darauf abzielt, ein öffentliches Gelände von herausragender Bedeutung im Sinne aller Einwohner und Besucher dauerhaft zu pflegen und mit Leben zu erfüllen. Damit übernimmt der Verein eine ureigenste städtische Aufgabe, und genau deshalb hat der Gemeinderat in dieser Woche nicht nur Geld bewilligt, sondern den Zuschuss der Stadt gleich noch mit einem offiziellen Auftrag verbunden.

Thomas Eier

Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

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