Nur noch 19

Von Thomas Eier Erstellt: 16. Juni 2018, 00:00 Uhr
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Die erste Woche mit Baustelle und Umleitung ist (fast) überstanden

Die erste von 20 Wochen mit B10-Baustelle ist fast geschafft, und eine Bewertung hängt stark von der persönlichen Perspektive und der jeweiligen Wohnadresse ab. Wer täglich vor der Haustür mit den negativen Begleiterscheinungen der Umleitung konfrontiert ist, wird die Lage zwangsläufig als dramatischer empfinden als derjenige, der das Problem elegant umfahren kann. Im Übrigen, so der Eindruck, ist vieles Glückssache: Manchmal läuft es erstaunlich gut, doch das kann wenige Minuten später oder tags darauf zur selben Uhrzeit wieder ganz anders sein.

Diese Schwankungen geben Rätsel auf, und während nach den Erfahrungen der Fachleute die erste Umstellungsphase als besonders knifflig gilt, haben sich, wenn das Gefühl nicht trügt, in Mühlacker die Probleme erst im Lauf der Woche verschärft. Andererseits gibt es – siehe oben – auch Ruhepausen, in denen unerklärlicherweise der Strom des Durchgangsverkehrs unterbrochen wird. Für Berufstätige auf dem Weg zur Arbeit muss das kein reiner Vorteil sein: Fährt sie vorsorglich eine halbe Stunde früher los, stöhnte dieser Tage eine Nachbarin im Stöckach, und herrscht ausgerechnet in diesem Moment freie Fahrt, müsse sie eine halbe Stunde bis Dienstbeginn totschlagen.

Was wir in dieser Woche gelernt haben, ist, dass wir unseren Alltag, sobald das Auto ins Spiel kommt, weniger exakt planen können. Ob rasche Besorgungen, Arzttermin oder Abholdienst fürs Schulkind: Die Nebeneffekte der Baustelle müssen einkalkuliert werden, und das für sich allein gesehen ist – unabhängig von Lärm und Gestank und den Gefahren auf und an den Umleitungsstrecken – schon ziemlich lästig. Die rote Ampel an der Kreuzung ist ein gewohntes Übel, doch ob und wie lange man zu welcher Zeit im Umleitungsstau stehen wird, lässt sich kaum abschätzen.

Vorherzusehen war dagegen, dass nicht jeder die Schilder lesen kann, sondern manche blind dem Navi vertrauen, auch wenn es sie auf direktem Kurs in die Sackgasse führt. Mancher fragt sich, wohin einige Lkw-Fahrer unterwegs schauen: zwischendurch noch auf die Straße oder ausschließlich aufs Display?

Immerhin haben wir – Stand Freitagnachmittag und soweit bekannt – die erste Woche unfallfrei und ohne Pannen-Lkw überstanden. Die Folgen lassen sich leicht ausmalen, würden die Ausweichrouten – und damit ist bei einer Dauer von insgesamt viereinhalb Monaten durchaus noch zu rechnen – durch einen Zwischenfall blockiert …

Doch malen wir nicht schwarz, denn dadurch wird die Situation nicht besser, mit der die Stadt bis auf weiteres leben muss. Hangeln wir uns von Tag zu Tag und hoffen wir darauf, dass wir auch weiterhin eher ein bisschen zu früh anstatt viel zu spät zur Arbeit erscheinen.

Thomas Eier

Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

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