Missliche Lage

Von Lukas Huber Erstellt: 1. Februar 2020, 00:00 Uhr
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In Sternenfels steht wohl schon
wieder eine Bürgermeister-Wahl an

Viel ist in den vergangenen Monaten in Sternenfels und Diefenbach darüber spekuliert worden, ob Bürgermeister Werner Weber nach seinem Autounfall noch einmal auf seinen Stuhl im Rathaus zurückkehren kann. Seit Ostern vergangenen Jahres befindet er sich in einer Therapiepause, und nun deutet sich an, dass die Gemeinde bald einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin brauchen wird. Schon wieder, werden viele Sternenfelser und Diefenbacher seufzend feststellen.

Ausgerechnet in Sternenfels fällt der Rathauschef aus. Hier, wo sich Bürger und Gemeinderat nach den Querelen 2014 und dem Rücktritt von Vorgängerin Sigrid Hornauer im Jahr darauf, der mit einer monatelangen Vakanz verbunden war, besonders sehnlich Kontinuität an der Spitze gewünscht hatten. Die sollte Werner Weber bringen, der Projekte wie zwei Neubaugebiete angestoßen hat und unter dessen Führung sich die in Schieflage geratenen Finanzen stabilisierten. Doch sowohl seine Ärzte als auch der Sinsheimer selbst sind der Ansicht, dass die Gesundheit es nicht mehr erlaubt, den Posten mit Volldampf auszufüllen. Sollte der Amtsarzt diese Einschätzung bestätigen, ist Webers Amtszeit nach rund vier Jahren vorbei.

Dass Amtsverweserin Carmen Schneider praktisch zeitgleich mit der Hiobsbotschaft Webers ihren Rückzug aus dem Sternenfelser Rathaus ankündigte, macht die Lage nicht besser. Mit ihrer Verpflichtung wollte sich der Gemeinderat frühzeitig absichern; zum einen, damit die Amtsgeschäfte während der Krankheitsphase des Rathauschefs adäquat weiterlaufen, und andererseits, damit im schlechtesten Fall nicht erneut eine monatelange Vakanz entsteht wie 2015. Damals musste der ehrenamtliche Stellvertreter und Unternehmer Klaus Riekert das Ruder übernehmen– und jetzt, da die Kommune auf exakt dieselbe Situation zusteuert, ist er erneut als Feuerwehrmann gefragt. Er wird zwar vom zweiten Stellvertreter Michael Schlotterbeck unterstützt, dennoch kündigt sich ein neuer Spagat des selbstständigen Handwerkers zwischen Bürgermeister-Amt und Beruf an.

Dass Carmen Schneider das Schiff wegen einer neuen Stelle verlässt, ist durchaus nachvollziehbar, zumal die Stelle als Steuerfrau in Sternenfels befristet war und sie auf ihre alte Position im Landratsamt nicht zurückkehren konnte. Nur der Zeitpunkt ihres Abgangs ist ungünstig, weil er die Welt in der Gemeinde Sternenfels, die irgendwie nicht zur Ruhe zu kommen scheint, erneut komplett auf den Kopf stellt.

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