Kreislauf

Von Frank Goertz Erstellt: 7. April 2018, 00:00 Uhr
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Rekordbeteiligung bei Illinger
Gewerbeschau ist ein starkes Signal

Über mangelnde Aufträge und zu wenig Arbeit dürften sich die meisten Handwerker, Dienstleistungsbetriebe und Händler, die sich noch bis Sonntagabend auf der Illinger Gewerbeschau präsentieren, angesichts der guten Konjunktur kaum beklagen. Und doch stemmen sie eine zusätzliche Herkulesaufgabe, um sich in Illingen ihren Kunden zu präsentieren. Dabei verlangt ihnen die Messe einen Kraftakt ab. Einige haben zwei Wochen lang – neben ihrem normalen Geschäft – beim Aufbau geschraubt, gebohrt und gezimmert. Schließlich wollen sie sich ihrem Publikum von der Schokoladenseite präsentieren. Osterferien? Kein Thema für die Aussteller in Illingen.

Dass die Gewerbeschau dann auch noch mit 65 Ausstellern eine Rekordteilnahme verbuchen kann, ist ein starkes Signal. Der Slogan „Illingen hat’s“ ist keine leere Worthülse. Verglichen mit anderen Kommunen ähnlicher Größenordnung kann die Stromberggemeinde nicht nur mit ihrer sehr guten Infrastruktur, sondern auch mit ihrer gesunden Mischung im Bereich Handwerk, Handel und Dienstleistern punkten. Denn der kürzeste Weg ist für die Kunden immer noch der beste – trotz der in manchen Bereichen starken Konkurrenz und dem Preisdruck aus dem Online-Segment. Denn spätestens beim Thema Service haben die lokalen Anbieter die Nase vorn. Kompetente Geschäftsinhaber als persönliche Ansprechpartner statt anonyme Callcenter mit schlecht geschulten Mitarbeitern haben vor allem eins im Sinn: Kundenzufriedenheit.

Aber der Illinger Gewerbeverein, immerhin schon stolze 115 Jahre alt, verschließt sich auch nicht der Digitalisierung. Denn E-Commerce und stationäre Angebote sind zwei Seiten einer Medaille. Beide Informations- und Vertriebskanäle lassen sich auf ideale Weise miteinander verknüpfen. Das haben die Macher der Plattform www.illingen-hats.de und der Android-App des Gewerbevereins schon vor Jahren begriffen.

Offenbar funktioniert die Illinger Mischung. Das freut auch Bürgermeister Harald Eiberger, der im Interview mit unserer Zeitung (siehe Seite 11) auf die stets steigenden Einnahmen bei der Gewerbesteuer und die positive Mitgliederentwicklung im Gewerbeverein hinweist, dem sich auch Gewerbetreibende aus dem Umland anschließen würden.

Und irgendwann schließt sich der Kreis. Eine florierende Gewerbelandschaft stärkt über die Gewerbesteuereinnahmen auch die Gemeinde, die ihren Bürgern dann auch Angebote machen kann, die über die reinen Pflichtaufgaben hinausgehen. Jeder Euro, der im stationären Handel, bei den Handwerkern und Dienstleistern aus der Region bleibt, ist – über den Umweg Gewerbesteuer – für den Kunden auch eine Investition in die eigene Zukunft und die Zukunft der Region, in der er lebt.

Gleichzeitig wissen die Gewerbetreibenden, dass sie nur mit gemeinsamen Aktionen gegen den Konkurrenzdruck aus dem Umland und vor allem gegen Amazon, MyHammer & Co. bestehen können. Die Illinger Leistungsschau ist dafür ein gelungenes Beispiel.

Frank Goertz

Stellvertretender Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

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