Gefeiert wird auch nach Pleiten

Die Ötisheimer Volleyball-Herren sind ein eingeschweißtes Team und lassen sich von ihrer Auswärtsschwäche nicht unterkriegen

Von Silas Schüller Erstellt: 28. Dezember 2018, 00:00 Uhr
Gefeiert wird auch nach Pleiten Alles schaut auf den Ball: die TSV-Volleyballer bei einer Trainingseinheit in der Ötisheimer Schulsporthalle. Foto: Schüller

Die Volleyballer des TSV Ötisheim stehen zur Halbzeit der A-Klasse-Saison auf dem fünften Tabellenplatz. Mit diesem Abschneiden kann das Team zufrieden sein, einzig die Ausbeute in fremden Hallen lässt zu wünschen übrig.

Keine Durchkommen: Dieser Angriffsball wird erfolgreich geblockt.Keine Durchkommen: Dieser Angriffsball wird erfolgreich geblockt.

Ötisheim. Der Charakter einer Mannschaft zeigt sich meist nicht bei großen Erfolgen. Es ist vielmehr der Umgang mit Niederlagen, der das wahre Innenleben des Kollektivs zum Vorschein bringt. Aber was muss passieren, dass ein Team nach mehreren Spielverlusten nicht niedergeschlagen den misslungenen Aktionen hinterhertrauert, sondern trotzdem laute Partymusik laufenlässt?

Bei den Volleyballern des TSV Ötisheimer, die Spielertrainer Marius Bassier als „feierwütig“ bezeichnet, ticken die Uhren etwas anders. Das hat zum einen mit dem entspannten Verhältnis zum sportlichen Erfolg zu tun, und zum anderen mit dem blendenden Verständnis zwischen den zwölf Akteuren. „Wir kommen alle aus Ötisheim, die meisten haben schon in der Jugend im Verein Volleyball gespielt“, erklärt Bassier, dem mit Felix und Niklas Benzenhöfer sowie Kai und Lars Tischhauser gleich zwei Brüderpaare zur Verfügung stehen. Seit Jahren hat sich das Grundgerüst der Mannschaft nicht verändert, jeder kennt die Abläufe genau.

Allerdings garantiert dieser „Vorteil“ noch lange keinen Erfolg: Nach dem Bezirksliga-Abstieg 2017 folgte eine weitere schwere Runde, nur mit Mühe konnte im Frühjahr der Fall in die B-Klasse verhindert werden. „Die letzte Saison war eher trocken, da konnten wir kaum Erfolgserlebnisse einfahren“, erinnert sich der 27-jährige Trainer, der in der laufenden Spielzeit wieder mehr Freude an dem Sport hat. Nach der Hinrunde stehen seine Mannen auf dem fünften Tabellenplatz und haben vier Siege und vier Niederlagen auf dem Konto. Was dabei besonders ins Auge sticht, ist die Heim- und Auswärtsbilanz: Während der TSV an seine beiden Heimspieltage mit jeweils zwei Partien vier Siege und dadurch elf Zähler einfuhr, setzte es in der Fremde nur deutliche Niederlagen. „Ich kann leider auch nicht sagen, woran das genau liegt“, kommentiert Bassier die Ötisheimer Auswärtsschwäche. Da er selbst wie jedes andere Mannschaftsmitglied die meiste Zeit selbst im Feld steht, sei es indes schwierig, alle Details des eigenen Spiels zu erkennen, weshalb er die Position des aktiven Trainers nicht nur positiv bewertet. Dennoch möchte Bassier noch einige Jahre mit den eigenen Händen mitmischen, was angesichts der recht dünnen Personaldecke – der TSV tritt teilweise mit sieben Spielern an – durchaus sinnvoll erscheint.

Ronny Kirchhof, Volleyball-Abteilungsleiter und Aktiver, macht vermutlich schon früher Schluss. Der 37-Jährige ist der Senior im Team und hat seit der Gründung der neuen Vereinssparte (2000) einige Hochs und Tiefs miterlebt. Für ihn verläuft die bisherige Saison zufriedenstellend: „Wir haben zu Hause richtig starke Leistungen gezeigt und sowohl technisch als auch in der Abstimmung Fortschritte gemacht.“ Dagegen laufe es in den anderen Hallen alles andere als rund, obwohl ja dieselben Leute zusammenspielen würden.

Die letzte Partie vor der Winterpause, das Duell gegen den Tabellenführer Geißelhardt II, reihte sich indes nahtlos in die Negativserie ein. Dabei verloren die Ötisheimer den ersten Satz denkbar knapp mit 24:26, ehe die Hausherren aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald die nächsten beiden Durchgänge (25:21/25:17) deutlicher gestalteten und einen glatten 3:0-Erfolg verbuchten. „Anschließend wollten die als Herbstmeister ordentlich feiern“, so Bassier, „aber wir waren in der Kabine mit der Musikbox lauter“.

Grund zum Ärger gibt es beim TSV ohnehin nicht, denn im Hinblick auf das ausgegebene Saisonziel „Gesichertes Mittelfeld“ liegt man als Fünfter von neun Mannschaften in der A-Klasse voll im Soll. „Im vergangenen Jahr hätten wir mit unserer jetzigen Punktzahl keine Abstiegssorgen gehabt“, ist sich Abteilungsleiter Kirchhof sicher. Nun gehe es in der Rückrunde darum, von den langen Auswärtsfahrten nicht immer mit leeren Händen zurückzukehren. Denn vor eigenem Publikum dürfte es gegen die ersten Vier der Liga (MTV Ludwigsburg IV, SG Talheim/Albstadt, Heilbronn und Geißelhardt II) knifflig werden, die weiße Weste zu behalten.

Zuvor geht es für Ötisheim in Willsbach und Möckmühl darum, sich gegen machbare Gegner Selbstvertrauen für die stärkeren Teams zu holen. Weil das erste Spiel nach der Winterpause auf Samstag, 19. Janauar, angesetzt ist, würden die TSVler gerne auf eine längere Trainingsauszeit verzichten, doch das ist aufgrund der ferienbedingten Schließung der Schulsporthalle unumgänglich.

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