Triathleten üben im trüben Wasser

Sportler feilen in der Enz an ihrer Schwimmtechnik – Teilnehmerzahl hat sich gegenüber 2017 verdreifacht

Von Lukas Huber Erstellt: 16. Juli 2018, 00:00 Uhr
Triathleten üben im trüben Wasser Realbedingungen: Rund 30 Sportler nutzen eine Woche vor dem Triathlon in Mühlacker das Angebot der Wasserfreunde, auf der offiziellen Triathlon-Schwimmstrecke in der Enz zu trainieren.Fotos: Huber

Wer beim Triathlon in Mühlacker am Sonntag ein Spitzenergebnis erzielen will, muss auch beim Schwimmen eine gute Technik mitbringen. Gestern hatten Sportler die Chance, unter Realbedingungen in der Enz zu trainieren.

Helfer der Ortsgruppe des DLRG überwachen die Aktion und unterstützen die Teilnehmer.Helfer der Ortsgruppe des DLRG überwachen die Aktion und unterstützen die Teilnehmer.

Mühlacker. Dass das Schwimmen im freien Gewässer etwas ganz anderes ist als in einem Freibad, das haben diejenigen, die gestern beim Training in der Enz mitgemacht haben, rasch gemerkt. „Man hat im trüben Wasser beispielsweise keine klare Sicht“, erklärt Franziska Ott von den Wasserfreunden Mühlacker.

Gemeinsam mit der Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatte der Verein die Aktion auf der offiziellen Schwimmstrecke des „Volksbank-Triathlon powered by Stadtwerke Mühlacker“, der am kommenden Sonntag steigt, organisiert. Außerdem gebe es keine Linien wie im Becken, an denen man sich orientieren könne. Folge: „Viele schwimmen im Zickzack“ Und das koste wertvolle Zeit.

Für Sportler, die wenige Tage vor dem Wettbewerb unter Realbedingungen noch an ihrer Technik feilen wollten, war die Aktion durchaus nützlich – und die Chance einmalig. Grund: „Es ist eigentlich verboten, in der Enz zu baden“, warnt Angelika Möller von der DLRG-Ortsgruppe Mühlacker. Wer sich trotzdem auf eigene Faust in den Fluss begebe, tue das auch auf eigene Verantwortung. In dem Gewässer und daneben lauerten Gefahren, die Schwimmer oft unterschätzten. Im trüben Wasser könnten etwa Hindernisse wie Holz für Verletzungen sorgen, und es gebe eine nicht sichtbare Strömung. auch die Haken von Anglern, die am Rand sitzen und auf den großen Fang warten, könnten zur Gefahr werden. Weil die Schwimmaktion angemeldet und unter den Augen geschulter Helfer des DLRG durchgeführt wurde, war er Sprung in die Enz am Sonntag ausnahmsweise erlaubt.

Rund 30 Hobbysportler, die in der kommenden Woche am Mühlacker Triathlon teilnehmen werden, nutzen die Gelegenheit für ein Bad im rund 20 Grad warmen Wasser. „Im vergangenen Jahr waren es nur etwa zehn“, erinnert sich Franziska Ott. Dass es nun dreimal so viele waren, macht sie an der gestiegenen Teilnehmerzahl bei der Neuauflage des Sportereignisses fest. Sie dürfte jene von etwa 400 im ersten Jahr wohl deutlich übertreffen.

Ein Sportler, der am Wettbewerb teilnehmen wird und gestern mittrainierte, ist Jurek Kaufmann aus Lomersheim. „Ich habe nicht mitgemacht, um die Technik zu lernen“, sagte der 31-Jährige, der schon bei einigen Triathlons gestartet ist und in puncto Freiwasserschwimmen erfahren ist. Vielmehr sei es ihm darum gegangen, unter Realbedingungen zu schwimmen. Und unterm Strich sehe er die Aktion einfach als eine von vielen Trainingseinheiten.

Das Fahrrad habe er im Auto, „jetzt radle ich noch die Plattenwaldstrecke hoch.“ Auf der werden sich die Triathleten auch im Wettkampf messen. „Ich denke, dass ich fitter bin als im vergangenen Jahr“, sagt Kaufmann, der 2017 bei einer Zeit von einer Stunde und 26 Minuten Platz 19 im Sprint belegte. Welcher Platz für ihn dieses Mal realistisch ist, kann er nicht abschätzen. „Das kommt auch darauf an, welche Leute mitmachen.“ Ein Ziel hat sich Kaufmann aber gesetzt: „Ich will die Zeit vom vergangenen Jahr verbessern.“

 

Der Zeitplan beim Triathlon in Mühlacker:

Am kommenden Sonntag, 22. Juli, steigt zum zweiten Mal der „Volksbank-Triathlon powered by Stadtwerke Mühlacker“. Los geht es bereits am Samstag, 13 Uhr, mit dem Wettbewerb „Heinzelmann Kids Swim and Rund“ für Kinder zwischen acht und 15 Jahren.
Tags darauf, 11 Uhr, starten hinter der Enztalsporthalle die Herren der 2. Bundesliga, eine halbe Stunde später die Bundesliga-Frauen. Um 12.10 Uhr wird der „Autozentrum Dobler Jedermann Distanz“ im Freibad gestartet. Um 13.15 Uhr gehen die Sportler ins Wasser, die die olympische Distanz absolvieren, eine halbe Stunde später fällt der Startschuss für die Sprinter. Die Siegerehrung der Bundesligisten ist um 14 Uhr auf dem Kelterplatz geplant, 20 Minuten später die der Jedermänner. Die Gewinner der Disziplinen Sprint und Olympisch werden gegen 17.30 Uhr gekürt.(lh)

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