Kienle erklärt sein Ironman-Aus

Mühlacker Triathlet sendet nach WM auf Hawaii eine Videobotschaft

Erstellt: 16. Oktober 2018, 00:00 Uhr

Kailua-Kona (lh). Dass Sebastian Kienle, der die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii in der Nacht auf Sonntag verletzt frühzeitig beenden musste, enttäuscht ist, dürfte klar sein. Schließlich hatte sich der Sieger von 2014 viel vorgenommen. Die Sehnsucht nach dem Glücksgefühl von damals sei riesengroß, sagte der Mühlackerer noch vergangene Woche hoffnungsvoll. Oft sei er zuletzt nah am Erfolg dran gewesen, und die Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt sei sehr gut verlaufen.

Doch der Traum, bei dem Rennen zum zweiten Mal als Erster über die Ziellinie zu laufen, wurde dieses Mal relativ früh jäh beendet. Zuerst bremste den 34-Jährigen ein Defekt am Fahrrad aus, später eine Achillessehnenverletzung. „Es ist einfach so gelaufen, wie ein Rennen manchmal eben laufen kann“, meldete sich der 34-Jährige am Sonntagabend mit einer rund zehnminütigen Videobotschaft auf Facebook zu Wort, in der er sein Ausscheiden erklärt. Darin wirkt er zwar gefasst, seine Ernüchterung ist ihm aber deutlich anzusehen.

Nach dem Schwimmen, das er in etwa gleichzeitig mit dem späteren Sieger Patrick Lange beendet habe, sei er noch glücklich über seine Leistung gewesen und habe gedacht, dass es ein sehr guter Tag werden könne, so Kienle. Doch was dann passiert sei, habe sich angefühlt, „wie wenn man im Lotto gewinnt, aber dann merkt, dass man den Schein verloren hat“. Als er sich auf sein Fahrrad geschwungen habe, um die rund 180 Kilometer lange Strecke zu absolvieren, habe sich nach kurzer Zeit die Kette gelöst, die zwischen Rad und Rahmen gesprungen sei. Die Folge: ein kaputter Reifen. „Also habe ich einen neuen gebraucht.“ Dessen Felge habe aber nicht zu seiner Bremse gepasst, weshalb er erneut anhalten musste. Das habe etwa anderthalb Minuten gekostet.

„Mental war ich danach am Boden zerstört“, gibt der Athlet zu. Trotzdem habe er noch versucht, an der Spitzengruppe dranzubleiben. „Ich habe mir immer wieder gesagt, dass es noch nicht vorbei ist.“ Doch als er dann vom Rad abgestiegen sei, um den Marathon in Angriff zu nehmen, habe er die Schmerzen in der linken Achillessehne gespürt, die ihm schon seit längerer Zeit Probleme bereite. Dann sei er an seiner Frau und dem Trainer vorbeigekommen. Beide hätten ihm empfohlen aufzuhören. Den Rat habe er dann auch befolgt – mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass er die Ferse beim Weiterlaufen noch stärker beschädigen und deshalb für viele Monate ausfallen könnte. „Ich habe viel in das Rennen investiert und werde auch mein Bestes für das nächste Jahr geben“, zeigt sich der Triathlet trotz der bitteren Niederlage kämpferisch.

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