„Ich möchte das Rennen genießen“

Sebastian Kienle will bei der Challenge Heilbronn den Spagat zwischen Rennmodus und Heimatgefühlen schaffen

Von Silas Schüller Erstellt: 10. Mai 2019, 00:00 Uhr
„Ich möchte das Rennen genießen“ Der Radspezialist Sebastian Kienle richtet den Fokus auf die Challenge Heilbronn in neun Tagen. Foto: Red Bull Content Pool

Nach seinem Saisonauftakt in St. George, wo er wegen einer Zeitstrafe nur Siebter wurde, freut sich Sebastian Kienle nun auf die Challenge Heilbronn am 19. Mai. Im Interview erklärt der Triathlet, was ihm an seinem „Heim- rennen“ besonders gefällt.

Was verbinden Sie mit der Challenge Heilbronn – etwa Besonderheiten, die es nur dort gibt?

Sicher, dass die Radstrecke über meine Haustrecke geht, das ist für mich schon etwas sehr Besonderes. Auch der Zieleinlauf direkt vor dem Radhaus, mitten in der Stadt, das ist schon klasse und zieht immer viele Zuschauer an die Laufstrecke.

An welche Ihrer Teilnahmen erinnern Sie sich besonders gerne und warum?

Die erste Austragung, bei der es für den Sieger einen Audi A6 für ein Jahr zu gewinnen gab, war schon klasse, ich hatte damals kein eigenes Fahrzeug. Dazu die Stimmung mit vielen Leuten die einen kennen an der Strecke.

Was macht für Sie die Challenge Heilbronn aus?

Für mich ist es die tolle Mischung aus Schwimmstrecke und Laufstrecke, die viel für die Zuschauer bietet, und dazu eine anspruchsvolle und landschaftlich schöne Radstrecke. Das höre ich auch immer wieder von anderen Profiathleten, die aus dem Ausland anreisen. Dazu ist es für mich natürlich ein Heimrennen, auf manchen Abschnitten der Radstrecke trainiere ich seit mehr als 20 Jahren und habe schon etliche Tausend Kilometer abgespult.

Als eines der Werbe-Gesichter des Challenge-Hauptsponsors sind Sie im hep-Sports-Team vertreten. Was macht das Trainieren in einem solchen Team so reizvoll?

Für mich ist es ein Glückfall, einen Partner wie HEP Solar vertreten zu dürfen. Es ist schön, ein Unternehmen als Sponsor zu haben, hinter dessen Geschäft man voll stehen kann. Gut ist, dass einige Athleten vom Team beim selben Trainer wie ich, Philipp Seipp, trainieren. So hat man im Trainingslager immer eine starke Gruppe.

In Heilbronn sind viele, vielleicht auch alle, Augen auf Sie gerichtet. Kann man bei dieser Erwartungshaltung – Druck würden Sie das bestimmt nicht nennen – das Rennen in der Heimat genießen oder sind Sie die ganze Zeit im Tunnel?

Es stimmt, ich nehme das nicht als Druck war, die Erwartungshaltung ergibt sich schließlich aus den Erfolgen der Vergangenheit, und diese sollten einem eher Selbstvertrauen geben. Also probiere ich schon, das zu genießen, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht angespannt oder nicht aufgeregt bin. Ganz im Gegenteil.

Das Rennen in Utah verlief ergebnismäßig nicht nach Wunsch. Sie bekamen auf der Radstrecke eine Fünf-Minuten-Strafe wegen Nichteinhaltens des Abstandes zu Ihrem Vordermann aufgebrummt. Haben Sie das abgehakt oder beschäftigt einen ein solch ärgerlicher Zwischenfall über einen längeren Zeitraum?

Nein, ich würde das gerne schnell abhaken, aber das ist nicht so einfach. Der Aufwand für das Rennen war schon extrem hoch mit der Anreise und dem Trainingslager davor in Tucson. Da kann man so ein Ergebnis nicht einfach abhaken. Aber ich versuche, das Geschehene nüchtern zu analysieren, zu schauen, was ich selber falsch gemacht habe, das zu verbessern und mich nicht über das zu ärgern, auf das ich keinen Einfluss nehmen kann.

In welchem Maße spüren Sie nun, circa ein halbes Jahr nach dem Wechsel zu Philipp Seipp, die Effekte der veränderten Herangehensweise und Trainingsabläufe?

Ich war vor dem Rennen in St. George auch mit sehr geringen Laufumfängen schon wieder voll konkurrenzfähig. Ich sehe auch, dass meine Trainingsergebnisse sehr gut sind. Auch im Training gibt es so etwas wie einen „Placeboeffekt“ – wenn man daran glaubt, dass man etwas kann, dann funktioniert es auch. Und ich glaube voll an diese Herangehensweise von meinem Trainer Philipp Seipp, und freue mich, das dann möglichst bald auch auf der Ergebnisliste zu sehen.

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