Geradeaus-Schwimmer haben es leichter

20 Hobby-Triathleten nehmen am Openwater-Seminar im Freibad teil – Übungen verlangen den motivierten Sportlern einiges ab

Von Silas Schüller Erstellt: 21. Juni 2018, 00:00 Uhr
Geradeaus-Schwimmer haben es leichter Lehrgang im Vorfeld des Mühlacker Triathlons: Coach Palina Dubino (blaues Shirt) gibt den Teilnehmern zahlreiche Tipps, die im Anschluss direkt umgesetzt werden. Foto: Schüller

Exakt in einem Monat, am 20. Juli, geht der zweite Volksbank Triathlon Mühlacker über die Bühne. Um für das anspruchsvolle Schwimmen in der Enz gewappnet zu sein, haben am Dienstagabend 20 Sportler an einem speziellen Seminar im Freibad teilgenommen. Dabei ging es ordentlich zur Sache.

Mühlacker. Als sich die Gruppe um Coach Palina Dubino um 18.30 Uhr an den Startblöcken trifft, ist im großen Becken einiges los. Viele Hobbyschwimmer genießen das traumhafte Wetter und ziehen entspannt ihre Bahnen, während sich die Nachwuchsabteilung der Wasserfreunde Mühlacker für das Training vorbereitet.

Die Triathleten hingegen stehen zunächst am mobilen Kleiderständer und haben prompt die erste Herausforderung vor sich: das Anziehen der Neoprenanzüge. „Passt auf, dass ihr den Stoff nur mit den Fingerkuppen, nicht mit den Nägeln berührt“, weist Expertin Dubino auf die Empfindlichkeit des Materials hin. Die Anzüge sind so eng, dass sie sich nur schwer überstreifen lassen, am besten von unten, also den Füßen, nach oben zu den Armen. Doch selbst mit Beachtung dieser Hinweise dauert das Prozedere noch etliche Minuten, bis die Athleten für ein Gruppenbild bereit sind. Alle wirken locker, obwohl der Neopren in den ersten Minuten den Brustkorb belastet und das Atmen erschwert.

Gleich danach geht es ins warme Wasser, wo sich die 20-köpfige Gruppe auf zwei Bahnen einschwimmt. Dubino, die als Amateurin Triathlon betreibt, macht draußen die Übungen „trocken“ vor. Mal sollen die Teilnehmer eine imaginäre Boje umkurven, mal geht es darum, direkt hinter den Füßen des Vordermanns beziehungsweise der Vorderfrau zu schwimmen.

Die Intensität ist derweil bemerkenswert hoch, was daran zu erkennen ist, dass zwischen den Durchgängen immer wieder gekeucht wird. Hat sich Seminarleiterin Dubino bei den ersten Ansprachen noch Gehör verschaffen müssen, so sind ihre Schwimmer um halb acht so mit Schnaufen beschäftigt, dass die beiläufigen Gespräche immer weniger werden. Zum Abschluss des Trainings soll die Gruppe den Massenstart simulieren. Mit einem Handschlag fällt der Startschuss, und die schwimmende Meute setzt sich in Windeseile in Bewegung. Nach wenigen Sekunden hat der Schwarm die 50 Meter gemeistert. So geht es einige Male hin und her, bis Dubino das Signal zum Ausstieg gibt.

Unterdessen ist die finale Hast für Ulrich Saur schon beendet. Der Amtsleiter und Hobbytriathlet aus Knittlingen muss mit einem Krampf in der linken Wade vorzeitig aus dem Becken, was ihm etwas Sorge bereitet, da er noch mit dem Rennrad nach Hause fahren muss. „Eigentlich passiert mir das eher selten“, erklärt Saur mit einem Lächeln im Gesicht. Deshalb hat er auch keine Bedenken bezüglich des Mühlacker Triathlons, bei dem er erstmals die olympische Distanz in Angriff nimmt. Eine Zielvorgabe setzt sich der 47-Jährige nicht: „Für mich ist die längere Distanz herausfordernd, da spielt die Platzierung eine untergeordnete Rolle.“

Um kurz vor acht kommt wieder der Kleiderständer zum Einsatz; das Training ist beendet. Ein Teilnehmer zeigt sich erleichtert ob des Freiheitsgefühls ohne Neopren, betont aber auch den spürbaren Effekt des Kleidungsstücks. Die wärmende Wirkung des Anzuges sei angesichts der Sommerhitze fast nachteilig ausgefallen. „Doch spätestens in der Enz, die bestimmt nicht so sauber und warm sein wird wie das Schwimmbecken hier, wird das Teil von großem Nutzen sein.“

Organisatorin Palina Dubino, die im Namen des Darmstädter Veranstalters Eventpower das Seminar leitet, zeigt sich sehr zufrieden mit der Gruppe: „Obwohl wir 20 Leute im Wasser hatten, gab es keine Probleme. Glücklicherweise durften wir zwei Bahnen benutzen, was dem reibungslosen Ablauf natürlich entgegenkam.“ So konnte sie unter anderem zeigen, dass die Fähigkeit, geradeaus zu schwimmen, stark von der richtigen Armhaltung abhängt. Wenn das gelingt, „ist es sogar möglich, vor einem schnelleren Schwimmer zu landen, wenn dieser Zacken in seinem Kurs hat“. Besonders die Aufgeschlossenheit der motivierten Sportler kam bei der Trainerin gut an. „Die Übungen wurden richtig durchgeführt und haben ihren Zweck erfüllt. Jetzt kann ich den Athleten nur noch wünschen, dass sie das Gelernte in vier Wochen umsetzen.“

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