Auf dem Weg zur Triathlon-Hochburg

Am Sonntag startet die zweite Auflage des Mühlacker Triathlon – Das ganze Wochenende steht im Zeichen des Ausdauerdreikampfs

Von Frank Goertz Erstellt: 18. Juli 2018, 00:00 Uhr
Auf dem Weg zur Triathlon-Hochburg Auf dem Weg zur Triathlon-Hochburg

Nicht nur beim Publikum, auch bei Athleten ist die Premiere des „Volksbank Triathlon powered by Stadtwerke“ im vergangenen Jahr gut angekommen. Am Sonntag startet die zweite Auflage – mit der 2. Bundesliga Süd als sportliches Sahnehäubchen. Aber auch der Nachwuchs soll beim „Heinzelmann Swim& Run“ voll auf seine Kosten kommen.

Mühlacker. Athleten, Zuschauer, Sponsoren und Organisatoren waren sich am 23. Juli 2017 einig: Mühlacker ist nicht nur die Heimat des Ironman-Champs Sebastian Kienle, die Stadt hat das Zeug dazu, eine Triathlon-Hochburg zu werden. Der Athleten- und Zuschauerfreundliche Wettkampf hatte Tausende an die Strecken und auf den Kelterplatz gelockt. „90 Prozent der Starter haben der Veranstaltung bei einer Umfrage die Schulnoten eins oder zwei verliehen“, freut sich Annette Gasper, Geschäftsführerin der Firma Eventpower, die für die Organisation des Triathlons verantwortlich ist. Sehr positiv sei auch die Tatsache, dass 96 Prozent aller befragten Triathleten die Veranstaltung weiterempfehlen würden. Und noch eine Zahl lässt aufhorchen: „23 Prozent aller Teilnehmer haben 2017 in Mühlacker ihren ersten Triathlon bestritten, davon wollen 90 Prozent wieder starten“, berichtet Gasper.

Die Teilnehmerzahlen haben 2018 tatsächlich einen Sprung nach vorne gemacht. So gehen in diesem Jahr um 12.10 Uhr, 12.25 Uhr und 12.40 Uhr 95 Athleten (Vorjahr: 65) in drei Wellen beim „Autozentrum Dobler Jedermann-Triathlon“ an den Start. Ihre Aufgabe: 400 Meter Schwimmen im Freibad, zehn Kilometer Radfahren – einmal die Platte rauf nach Pinache und dann wieder rasant zurück in die Wechselzone – und 3,2 Kilometer Laufen. Zu ihnen gesellen sich 25 Starter, die in fünf Teams die Strecken in Angriff nehmen, wobei jeder Sportler alle drei Disziplinen bewältigen muss und die Gesamtzeiten am Ende addiert werden. Dass der Spaß beim „Autozentrum Dobler Team-Triathlon“ nicht zu kurz kommt, machen die Namen der Mannschaften deutlichen. Unter anderem duellieren sich „Die Chlorreichen Fünf“ mit den „Running Gags“, und auch T.u.P. Mühlacker ist wieder mit von der Partie. Ihnen dürfte eine ganz besondere Anfeuerung ihrer Vereinskameraden zuteil werden, die im vergangenen Jahr am Wullesee alle Athleten stundenlang den Berg hochgepeitscht und für Partystimmung gesorgt haben.

Den Auftakt am Triathlon-Sonntag machen allerdings nicht die Breitensportler, sondern die schnellen Männer und Frauen der 2. Bundesliga Süd. Bei den Männern fällt der Startschuss für 13 Teams mit 65 Athleten um 11 Uhr im Freibad. Sie schwimmen 750 Meter, fahren zweimal die Platte rauf und runter und laufen anschließend 5,4 Kilometer in zwei Runden durch die Stadt. Der schnellste Mann wird nach etwas weniger als einer Stunde auf dem Kelterplatz erwartet. Bei den Frauen gehen ab 11.30 Uhr im Freibad 32 Sportlerinnen in acht Teams an den Start.

Ralf Stiebling, Wettkampfrichter der Deutschen Triathlon Union, kündigt ein Spektakel an: „Bei den Athleten herrscht eine enorme Leistungsdichte. Hier geht es nicht nur schnell, sondern auch dramatisch zu.“ Tatsächlich wird um jede Sekunde und jede Platzierung gefightet, jeder Athlet für sich alleine und am Ende für das Team. Wobei es bei Ligawettkämpfen eine Besonderheit gibt: Hier ist das Windschattenfahren freigegeben. Dadurch wird das Rennen noch rasanter, die Taktik gewinnt an Bedeutung. Wer beim Schwimmen zu langsam ist und den Zug verpasst hat, muss viel mehr investieren als seine Konkurrenten. Der Showdown findet dann aber beim Laufen statt. Auf den finalen 5,4 Kilometern holen die Sportler noch einmal alles aus sich raus.

Die gleichen Distanzen wie die Starter der 2. Bundesliga müssen die Teilnehmer der Sprintdistanz in Angriff nehmen, die um 14.15 Uhr gestartet wird. Sie schwimmen die 750 Meter allerdings in der Enz, was die Auftaktdisziplin anspruchsvoll macht. Das Wasser ist trüb, erfrischend kalt und die Orientierung eine Herausforderung. Sollte die Wassertemperatur 21,9 oder weniger Grad betragen, dürfen die Sportler einen Neoprenanzug verwenden. Er schützt nicht nur vor der Kälte, sondern wird vor allem von schwächeren Schwimmern geschätzt, weil sein Auftrieb die Wasserlage verbessert und schnellere Zeiten möglich macht. Im Anschluss an das Schwimmen geht es bei der Sprintdistanz auf die 20 Kilometer lange Radstrecke mit rund 300 Höhenmetern. Windschattenfahren ist verboten, jeder kämpft für sich allein. Wer dabei seine Körner verfeuert, dürfte auf der 5,4 Kilometer langen Laufstrecke dem Mann mit dem Hammer begegnen, den jeder Ausdauersportler fürchtet, weil er einen fürchterlich ausknocken kann.

Die Sprintdistanz erfreut sich großer Beliebtheit. 176 Voranmeldungen übertreffen das Vorjahresergebnis von 126 Startern deutlich. Dazu kommen elf Staffeln mit 63 Teilnehmern. Um das Rennen sicherer und auf der Radstrecke fairer zu gestalten, wird diesmal das Topfeld mit 50 Startern bei einem Massenstart auf die Strecke geschickt. Anschließend gibt es den „Rolling Start“, bei dem alle fünf Sekunden fünf Athleten losschwimmen. „Im Vergleich zum Massenstart ist das Schwimmen für die Sportler so viel entspannter, sie haben mehr Platz und finden schneller ihren Rhythmus“, nennt Annette Gasper von Eventpower die Vorteile des Rolling Start.

Im Ziel wird der Sieger der Sprintdistanz gegen 15.20 Uhr erwartet. Zeitgleich könnte der Sieger der Olympischen Distanz einlaufen. Dieses Rennen über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen wird um 13.15 Uhr gestartet. Auch hier gilt: Massenstart für das Topfeld, anschließend Rolling Start. Auch hier haben sich die Teilnehmerzahlen nach oben bewegt. Diesmal sind es 138 Voranmeldungen. Außerdem gehen 13 Staffeln mit 39 Sportlern an den Start, von denen jeder eine Disziplin des Ausdauerdreikampfs in Angriff nimmt.

Nicht nur der Sonntag, das ganze Wochenende steht im Zeichen des Triathlons. Am Samstag ist der Nachwuchs ab 16 Uhr beim „Heinzelmann Swim&Run“ gefragt. Hier sind noch Nachmeldungen bis kurz vor dem Start möglich. Die Streckenlängen für den Swim&Run: Für die Schüler C (8/9 Jahre) beträgt die Schwimmstrecke im Freibad 50 Meter, die Schüler B (10/11 Jahre) müssen 100 Meter schwimmen, für die Schüler A (12/13 und 14/15 Jahre) beträgt die Schwimmstrecke 200 Meter. Die anschließende Laufstrecke beträgt für alle 800 Meter. Sie führt vom Freibad durch die Enzgärten zum Kelterplatz, wo der Zielkanal auf die jungen Sportler wartet.

Auf dem Kelterplatz wird am Samstag einiges los sein, unter anderem, weil der Musikverein Mühlacker dort ab 12 Uhr sein großes Sommerfest feiert und viele Triathleten sich hier treffen, um ihre Startunterlagen abzuholen und sich bei der Pasta-Party zu stärken. „An begeistertem Publikum mangelt es also nicht“, sagt Heinzelmann-Geschäftsführer Matthias Fleig, Initiator des Swim&Run. „Am Samstag sind die Kinder die Stars.“

 

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Frank Goertz

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