Pingpong-Party in Großglattbach

Bei den Tischtennis-Turniertagen 2018 messen sich Spieler jeglichen Niveaus und Alters in verschiedensten Turnier-Wettkämpfen

Von Joel Lischka Erstellt: 31. Dezember 2018, 00:00 Uhr
Pingpong-Party in Großglattbach Beim Mitternachts-Turnier am Samstagabend treten die Teilnehmer im Mixed-Team an und spielen bis in die frühen Morgenstunden. Foto: Lischka

Ein wahres Tischtennis-Fest hat der TSV Großglattbach zwischen Weihnachten und Neujahr in seiner Vereinshalle gefeiert. Als Höhepunkt erweist sich das Mixed-Turnier, das bis in den frühen Sonntagmorgen ausgespielt wird.

Die acht Mannschaften des Jugendturniers bekommen alle einen goldenen Pokal.Die acht Mannschaften des Jugendturniers bekommen alle einen goldenen Pokal.

Mühlacker-Großglattbach. „Es kann auch mal sein, dass ein Ball im Essen landet“, schmunzelt Volker Langenstein im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Jugendleiter des TSV Großglattbach ist von den Turniertagen der Tischtennis-Abteilung seines Vereins begeistert. Das Außergewöhnliche der Veranstaltung, wie Langenstein betont, seien die Rahmenbedingungen der Pingpong-Festtage zwischen den Jahren: Im Gegensatz zum normalen Trainings- beziehungsweise Spielbetrieb werden die Wettkämpfe nicht nur im Keller der Vereinshalle ausgetragen, sondern auch im Erdgeschoss, wo normalerweise Vereins-Feste stattfinden. Dabei kann es vorkommen, dass ein Ball auf den Teller eines Zuschauers befördert wird.

Das Highlight des sich über drei Tage erstreckenden Events war das Mitternachts-Mixed-Turnier am Samstagabend. Wie der Name bereits beinhaltet, schmettern sich die Akteure hier die Bälle bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags um die Ohren.

„Eine Gaudi ist das jedes Jahr aufs Neue“, schwärmt Langenstein vom krönenden Abschluss der Tage rund um den Kunststoffball. Besonders hebt der Initiator bei seiner Willkommensrede das Antreten der Spieler vom TTC Schopfheim/Fahrnau hervor, die mehr als zwei Stunden Anfahrtsweg für das Turnier in Kauf nehmen. Neben dem Spaß am Spiel steht aber natürlich auch der Ehrgeiz für den Sieg im Vordergrund.

Immer wieder ist den Teilnehmern anzumerken, dass sie gewinnen wollen. Ein lautes „Come On“ da, ein grollender Ausruf dort oder das Aufmuntern des Doppelpartners beziehungsweise der Doppelpartnerin zieht die Zuschauer in ihren Bann. Am Ende setzt sich das Duo um Lea Ruof und Markus Off vom TSV Oberriexingen durch. Das an Nummer Eins gesetzte Mixed-Doppel gibt sich keine Blöße und wird mit einer weißen Weste von 8:0-Siegen seiner Favoritenrolle gerecht. Das Turnier hat indessen weitere positive Effekte für den TSV Großglattbach. Durch die Austragungen der letzten Jahre seien auch einige Akteure, die zuvor pausierten, „wieder an die Platte gebracht worden“. Mehrere Hobbyspieler hätten sich entschieden, für den Verein zum Schläger zu greifen. Besonders freuen würde sich Langenstein, wenn wieder mehr Frauen Lust bekämen, die Ballsportart auszuüben: „Das ist kein Einzelfall, dass wir im Verein weniger Frauen als Männer haben, die Tischtennis spielen, dass ist in ganz Baden-Württemberg so.“ Dafür sei das Mixed-Turnier ideal, weil jeder Mann, der mitmachen möchte, um eine Partnerin „werben müsse“. Viele entdeckten hierbei die Liebe und Freude am Spiel wieder neu.

Neben den internen Vereinsmeisterschaften, die der TSV während der dreitägigen Pingpong-Festspiele austrägt, gibt es die Möglichkeit beim Freitzeit-Jedermann-Turnier um den Titel des „Plattenputzers“ 2018 anzutreten. Bei den Damen darf sich seit Freitag-Abend Elke Folk mit dieser Auszeichnung schmücken, während bei den Herren Steffen Schäfer triumphierte. Hierbei freut sich Langenstein vor allem über die Teilnahme der Inklusionsgruppe „Sportler für Sportler“, die in Gemeinschaft des Vereins mit der Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker zustande kommt. Seit einigen Jahren bereits trainieren und spielen die Sportler mit Handicap regelmäßig beim TSV.

Doch was wäre eine solche Veranstaltung ohne den Nachwuchs? Deshalb stellen die fleißigen Helfer und Turnierorganisatoren für die Jugend ein Mannschaftsturnier auf die Beine, bei dem der TV Öschelbronn, der TSV Hochdorf, die TuS Freiberg, der TTV Erdmannhausen, der TSF Ditzingen und die Spielgemeinschaft von Iptingen und Großglattbach antreten.

Die Junioren zeigten hierbei vollen Einsatz. Kein Ball wurde abgeschenkt, jeder Punkt war umkämpft wie bei den Großen. Und wenn es mal nicht so klappte wie gewünscht, sind da immer noch Trainer und Eltern, die den ein oder anderen spielerischen Kniff parat hatten. Doch bekanntlich entscheiden sich knappe Spiele vor allem im Kopf. Dabei zeigte sich der TV Öschelbronn besonders stark, der zum Schluss über den Sieg jubeln durfte.

Volker Langenstein, der gleichzeitig Jugendtrainer beim TSV ist, zeigt sich von den vergangenen Tagen begeistert: „Die Turniertage tragen wir nun zum elften Mal hintereinander aus, es ist schon toll, wie aus einer kleinen Idee so etwas Großes geworden ist.“

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