Der Fahrstuhl zeigt nach oben

Die Tischtennis-Herren des TSV Großglattbach steuern in der Bezirksklasse den direkten Wiederaufstieg an

Von Silas Schüller Erstellt: 21. März 2019, 00:00 Uhr
Der Fahrstuhl zeigt nach oben Der Fahrstuhl zeigt nach oben

Ein Sieg gegen den Verfolger Diefenbach fehlt den Großlattbachern noch, um die Meisterschaft in der Bezirksklasse perfekt zu machen. Danach möchten die TSV-Herren gegen ihren Ruf als Fahrstuhlmannschaft spielen.

Mühlacker-Grossglattbach. Ob die Heimspielstätte der Großglattbacher eines Aufsteigers in die Bezirksliga würdig ist, darf bezweifelt werden. Denn wenn sich die gegnerischen Mannschaften im Untergeschoss der TSV-Halle einfinden, gibt es weder eine eigene Umkleidekabine noch einen abgetrennten Aufenthaltsbereich für pausierende Spieler.

Vor der Spielfläche mit den beiden Tischtennis-Platten bleiben den Teammitgliedern und Zuschauern nur 15 Quadratmeter, um auf Holzstühlen die Partien zu verfolgen. „Es gab sogar schon Leute von anderen Vereinen, die Erinnerungsfotos gemacht haben, weil sie nicht glauben konnten, dass man unter diesen Bedingungen spielen kann“, erinnert sich Michael Grimmeisen, Mannschaftsführer des ersten Herrenteams.

Wegen der besonderen Umstände müsse die Abteilung alle zwei Jahre eine Ausnahmegenehmigung beim Verband einholen, ansonsten haben die TSVler keinen zusätzlichen Aufwand mit ihrer Heimspielstätte. Im Gegenteil: „Wir müssen zwischen den Trainingseinheiten unter der Woche und den Punktspielen kaum etwas umstellen, der einzige Unterschied am Wochenende ist, dass dann nur auf zwei statt auf vier Platten gespielt wird“, erklärt Grimmeisen. Der 32-Jährige hat den „Old-School-Raum“ wie alle seine Kameraden schätzen gelernt, was nicht nur an dem urigen 70er-Jahre-Baustil liegt.

Denn die gegnerischen Mannschaften, die zumeist in größeren Sporthallen ihre Heimspiele austragen, tun sich laut Grimmeisen immer etwas schwerer in dieser ungewohnten Umgebung. Auf diesen Vorteil möchte der TSV trotz der gewöhnungsbedürftigen Verhältnisse logischerweise nicht verzichten, schon gar nicht, wenn es in knappen Duellen um Nuancen geht. In der laufenden Saison mussten sich die Großglattbacher noch nicht so häufig strecken. Zu stark treten die Männer um Timo Krauth, Nummer eins beim TSV, in den bisherigen 13 Partien auf. Nach zwölf Siegen und einem Unentschieden steuert die Truppe als Tabellenführer den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga an, aus der man sich zum wiederholten Male 2018 verabschieden musste. „Wir sind im Prinzip eine Fahrstuhlmannschaft; für die Bezirksklasse zu gut, für die Bezirksliga wohl etwas zu schwach besetzt“, stellt Grimmeisen fest, der im Sommer am liebsten einen Neuzugang mit der Qualität von Timo Krauth begrüßen würde.

Aber auch mit dem jetzigen Kader sei der Klassenerhalt in der höheren Liga kein Ding der Unmöglichkeit, wenn man auf die etwa gleich stark besetzten Vereine Gündelbach und Knittlingen schaue, die derzeit um den Ligaverbleib kämpfen. Zuvor gilt es in den drei verbleibenden Rückrundenspielen, die Meisterschaft perfekt zu machen. Dazu reicht dem TSV schon ein Auswärtssieg im Spitzenspiel gegen den Dritten Diefenbach, das am kommenden Dienstag um 20 Uhr über die Bühne geht. Michael Grimmeisen, seit 2013 im Verein aktiv, wird dann besonders motiviert zu Werke gehen, schließlich winkt ihm der erste Titel mit den Großglattbacher Herren. Im Gegensatz zu den arrivierten Kräften um Harald Klingel, Markus Klingel und Timo Krauth hat er noch keine Meisterschaft auf der Platte feiern können, in der jüngeren Vergangenheit stieg man stets als Zweitplatzierter in die Bezirksliga auf. Für die jungen Spieler Johannes Lehrer und Simon Brodbeck wäre es ebenfalls der erste Titel mit den Aktiven, wobei Brodbeck noch nicht zum festen Kader der ersten Mannschaft zählt.

„Ihnen gehört die Zukunft“, sagt Grimmeisen über die Anfang 20-Jährigen, die am Wochenende beim 9:1-Erfolg über den TSV Zaisersweiher eine starke Leistung zeigten. Freilich überzeugten auch die Routiniers zum wiederholten Male, weshalb die Gäste, die als Neunter am Tabellenende stehen, trotz einer ordentlichen Leistung einmal mehr eine Niederlage einstecken mussten.

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