Traumpaar knackt den Rekord

Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska vom SWC Pforzheim gewinnen zum vierten Mal in Folge den Goldstadtpokal

Von Nicole Winkler Erstellt: 29. Januar 2018, 00:00 Uhr
Traumpaar knackt den Rekord Bestpunktzahl in allen fünf Tänzen: Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska lassen der Konkurrenz im Finale keine Chance. Foto: Rubner

Die Pflicht samt Kür erfüllt: Marius-Andrei Balan/Khrystyna Moshenska haben eindrucksvoll ihre Stärke vor heimischem Publikum unter Beweis gestellt und sind der Konkurrenz beim Goldstadtpokal davon getanzt. Alin-Andrei Beca/Michelle Nazarenus machten mit ihrem Erfolg beim Jugendturnier den Abend für den SWC Pforzheim perfekt.

Dmitry Zharkov und Olga Kulikova aus Russland sichern sich den Sieg im Standardturnier.Dmitry Zharkov und Olga Kulikova aus Russland sichern sich den Sieg im Standardturnier.

Pforzheim. Die dreimaligen Sieger und Titelverteidiger Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska hielten den Erwartungen des fachkundigen Publikums im gut besuchten Congress Centrum Pforzheim stand und sicherten sich den vierten Sieg in Folge beim Pforzheimer Weltranglisten-Turnier, kein anderes Paar hat den Goldstadtpokal öfter gewonnen. Mit der Bestpunktzahl in allen fünf Tänzen ließen die Weltanglisten-Vierten der hochkarätigen Konkurrenz im Finale der besten Sechs keine Chance und strahlten ganz oben auf dem Treppchen um die Wette.

„Es ist eine Ehre für uns, nun den Rekord mit vier Erfolgen beim Goldstadtpokal zu halten“, erklärte Balan euphorisiert nach dem Triumph. „Hier haben in der Vergangenheit Legenden des Sports getanzt. Zu diesem erlesenen Club zu gehören, ist etwas ganz Besonderes“, so das Duo weiter. Der aus Rumänien stammende Marius und die gebürtige Ukrainerin Khrystyna sind auch abseits des Parketts ein Paar. Als Mann und Frau zusammen zu tanzen, sei eines ihrer Erfolgsrezepte.

Der Goldstadtpokal lockte in seiner 57. Auflage wieder zahlreiche tanzbegeistere Zuschauer ins Congress Centrum, wo der Schwarz-Weiß-Club Pforzheim die Weltelite des lateinamerikanischen Tanzsports zusammenbrachte. Ganz nach dem Motto „Glamour trifft Sport“ kämpften 64 Paare aus 18 Nationen den Tag über in Ausscheidungsturnieren um den Einzug ins Finale. Beim traditionellen Galaabend miesen sich zunächst die letzten zwölf in zwei Halbfinals, ehe die Teilnehmer für das Highlight des Abends feststanden: Neben den Pforzheimern Balan/Moshenska qualifizierten sich Paare aus Spanien, Polen Ungarn, Russland, Dänemark und Estland für die Endrunde.

Leistungsdichte so hoch wie nie: Von den ersten zwölf Paaren der Weltrangliste sind sieben am Start

Während sich die besten Sechs noch einmal fokussierten, die eindrucksvollen Kleider wechselten und die besondere Atmosphäre im Saal aufnahmen, betonte der Turnierleiter und Präsident des SWC die sportliche Relevanz des Turniers. „Von den zwölf Besten der Weltrangliste sind sieben Paare hier beim Goldstadtpokal“, so Bernd Roßnagel stolz. Das zeige, wie etabliert und angesehen das Pforzheimer Turnier im internationalen Tanzsport sei.

Um den finalen Wettkampf für das Publikum so attraktiv wie möglich zu gestalten, trugen die Paare die Rumba und den für die Zuschauer besonders stimmungsvollen Paso-doble jeweils als Solotänze vor. Diese rahmten die Samba, Cha-Cha und Jive ein, bei denen sich die Paare auf der Tanzfläche schon mal in die Quere kamen. Unmittelbar nach jedem Tanz konnten sich Tänzer und Zuschauer auf der Videoleinwand von der Leistung der Paare überzeugen: Das im letzten Jahr in Pforzheim eingeführte Wertungssystem gibt vor, die Paare nicht mehr miteinander zu vergleichen, sondern relativ, also mit absoluten Punktzahlen zu bewerten. Zwölf Wertungsrichter verteilen sich um die Tanzfläche herum und beurteilen die Paare nach Choreographie, Technik, Zusammenspiel sowie passenden Bewegungen zur Musik und geben ihre Bewertung in einen Tablet-Computer ein. Dabei wurden Balan/Moshenska ihrer Favoritenrolle von Beginn an gerecht, setzten sich in allen Einzelwertungen an die Spitze des Tableaus und gewannen überlegen vor den Paaren aus Ungarn und Dänemark.

Das städtische Vorzeigepaar war mit seinen feurigen Lateintänzen nicht das einzige Duo, das die Gäste am späten Samstagabend begeisterte: In den Standardtänzen sicherten sich Dmitry Zharkov und Olga Kulikova aus Russland bei ihrer fünften Teilnahme in Pforzheim ebenso überzeugend den Sieg. Die dreimaligen und amtierenden Weltmeister setzten sich im Finale des Einladungsturniers souverän durch und verwiesen die Münchner Skuratov/Uehlin und das estnische Paar auf die Ränge zwei und drei.

Neu formiertes Pforzheimer Paar gewinnt im Jugendturnier

„Das Turnier hier in Pforzheim ist sehr besonders. Die tolle Atmosphäre eines Abendevents gibt uns viel Inspiration für unseren Tanz“, schwärmte die russische Siegerin. Besonders war auch die Gestaltung des Finales: Auf Wunsch nach mehr Standard wurden auch hier zwei Tänze als Solo vorgetragen: Sowohl beim Tango als auch beim Wiener Walzer schwebten die Paare einzeln übers Parkett. Der Langsame Walzer, Slow Foxtrott und Quickstep komplettierten den Wettkampf um den Ehrenpreis der Pforzheimer Wirtschaft.

Neben dem Latein- und dem Standardturnier ist der „red young Cup“ der Sparkasse Pforzheim-Calw alljährlich ein weiterer Höhepunkt des Gala-Abends. 19 eingeladene Jugendpaare aus Europa tanzten beim 34. Jugendturnier um die Sieg. Besonders erfreulich aus Pforzheimer Sicht ist der Erfolg von Alin-Andrei Beca und Michelle Nazarenus vom SWC, die erst seit vergangenen Sommer zusammen tanzen. Zuvor waren beide mit anderen Partnern in der Goldstadt an den Start gegangen. Bei der gemeinsamen Premiere in Pforzheim setzten sich die Beiden vor Paaren aus Rumänien und Russland durch. Als Höhepunkt der Siegerehrung bekamen Beca/Nazarenus den Pokal, der von Studenten der Hochschule Pforzheim entworfen und im 3D-Druck gefertigt wurde. Laut Roßnagel spiegle er alles wieder, das Pforzheim besonders macht.

tDen emotionalen Höhepunkt der Gala setzte dann das Paar des Abends: Balan/Moshenska belustigten und bezauberten zugleich das gesamte Publikum mit ihrer Tanzshow, die eine Hommage an frühere Goldstadtpokal-Gewinner und deren Tanzstile war. Angefangen in den 1960er Jahren mit Rudolf und Mechthild Trautz über die 1980er und 1990er Jahre mit Horst und Andrea Beer und Ralf Müller mit Olga Müller-Omeltschenko bis hin zu einer Rumba auf Michael Jacksons „You are the world“. Dass Tanzen die Welt von Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska ist, hat an diesem Abend wirklich jeder gesehen.

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