Taekwondo-Kämpferin verrät Erfolgsrezept

Erfolgsrezepte: Taekwondo-Kämpferin Leonie Schniering startet auch mal eine Klasse höher oder tiefer

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 5. Januar 2018, 00:00 Uhr
Taekwondo-Kämpferin verrät Erfolgsrezept Wenige Zutaten, schnell gemacht und gesund: Leonie Schniering, Deutsche Meisterin im Leichtkontakt-Taekwondo, schwört auf Bircher Müsli zum Frühstück. Foto: Eigner

Wie genießen die Sportler der Region die stillen Tage, was kommt auf den Tisch? Dieser Frage geht das Mühlacker Tagblatt nach und entlockt den Athleten ein Lieblingsrezept. Diesmal haben wir in Ötisheim Taekwondo-Kämpferin Leonie Schniering besucht, der 2017 etwas Ungewöhnliches gelungen ist.

Ötisheim. Seit November ist Leonie Schniering Deutsche Meisterin bei den Schwarzgurten. Diesen Titel gewann die 21-Jährige, obwohl sie den schwarzen Gürtel noch gar nicht erworben hat. Erst im kommenden Sommer will sie die entsprechende Prüfung ablegen. „Aber ich hatte das ganze Jahr über bei den Ranglistenturnieren teilgenommen und entsprechend gepunktet“, erzählt Leonie Schniering, die für den Chang Hun Taekwondo-Verein Mühlacker kämpft. Durch die Erfolge auf den Ranglistenturnieren qualifizierte sie sich für den Titelkampf, der im Rahmen einer Abendgala in Lünen stattfand. Diesen Kampf entschied die trotz einer verletzten Gelenkkapsel in der Hüfte für sich, verzichtete deshalb weitgehend auf Fußtechniken, die eigentlich ihre Spezialität sind. Stattdessen kam Leonie Schniering mit Boxtechniken zum Erfolg.

Nicht nur ihres ersten DM-Titels bei den Seniorinnen wegen blickt Schniering zufrieden auf 2017 zurück. Mit den Dutch Open in den Niederlanden gewann sie außerdem das drittgrößte Turnier in Europa. Diesen Titel zu verteidigen ist Ende Januar auch das erste sportliche Ziel des neuen Jahres. Im Sommer will sie den schwarzen Gürtel erwerben und am World Cup in Australien teilnehmen, im Herbst ein großes Turnier in Rumänien bestreiten. Und selbstverständlich steht auch die Titelverteidigung als Deutsche Meisterin auf der Wunschliste. „Das sind zumindest die wichtigsten Höhepunkte, auf die ich hinarbeite“, sagt Schniering.

Des sportlichen Erfolges wegen lebt sie inzwischen in Monheim im Rheinland, wo sie bei Bundestrainer Harry Vones trainiert, der dort seine Sportschule betreibt. In der Regel trainiert Leonie Schniering fünfmal pro Woche zwei Stunden. Und ungewöhnlich für eine Kampfsportlerin: „Auf mein Gewicht achte ich eigentlich kaum. Ich melde mich immer in der Gewichtsklasse an, in der ich gerade bin.“ Das ist in der Regel die Klasse bis 56 Kilogramm. „Ich habe aber kein Problem damit, eine Klasse höher oder tiefer zu starten“, unterstreicht sie.

Vor nationalen Turnieren achte sie deshalb „null auf die Ernährung“, räumt Leonie Schniering ein. Anders sieht es im Vorfeld großer internationaler Wettkämpfe aus: „Vor Weltcups nehme ich viel eiweißhaltige Kost zu mir und mehr Vitamine. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich dadurch fitter bin. Und Eiweiß ist ja auch wichtig für den Muskelaufbau.“ Mit Kohlenhydraten hält sie sich dagegen zurück, bis zum Wettkampftag. „Da esse ich dann sehr viel Brot.“

Gekämpft wird dann im sogenannten Leichtkontakt, bei dem schon genügt den Gegner leicht zu berühren, um bei den Kampfrichtern zu punkten. „Trotzdem kann schon mal eine k.o. gehen, wenn beide gleichzeitig angreifen“, sagt Schniering und deutet mit beiden Händen an, wie die Kämpferinnen dann aufeinanderprallen.

An Weihnachten schlug Leonie Schniering nicht voll zu, ließ sich das Festessen gleichwohl schmecken. „Es gab einmal Szegediner Gulasch und an einem anderen Tag eine Gans“, berichtet sie. Sie selbst kocht und backt gerne, aber: „Für Festessen ist mein Papa zuständig, der kann das besser als ich“, erzählt sie. Von ihrem Vater, Fools-Garden-Sänger Peter Freudenthaler, habe sie das Kochen auch gelernt.

„Wenn ich selber koche, dann meistens etwas mit Nudeln oder Gemüse. Pfannkuchen mag ich auch sehr gerne“, zählt Schniering auf. Für die MT-Leser aber hat sie ein ganz einfaches Rezept ausgesucht: „Ich dachte an etwas Gesundes. Und mein Lieblings-Frühstück ist Bircher Müsli, das esse ich eigentlich jeden Morgen“, begründet sie ihre Wahl, die all jenen entgegenkommen dürfte, die jetzt nach den Feiertagen ein paar überflüssige Pfunde wieder loswerden wollen.

Kulinarisch hat sie von ihrem Vater also viel gelernt, in dessen musikalische Fußstapfen will Leonie Schniering jedoch nicht treten. „Als Kind habe ich Querflöte gespielt und einige Zeit im Chor gesungen. Aber letzten Endes hat meine Schwester wohl mehr Talent für Musik geerbt, sie spielt Klavier.“ Leonie Schniering hingegen will sich demnächst um einen Studienplatz im Fach soziale Arbeit bewerben und hofft, dieses Studium noch in diesem Jahr beginnen zu dürfen. Möglichst in Düsseldorf und damit nahe ihres jetzigen Wohnorts Monheim. Schon jetzt arbeitet sie als Integrationshelferin, unterstützt einen Autisten bei dessen Alltagsleben. „Das macht mir großen Spaß. Eigentlich führe ich da nur das fort, was ich schon im Freiwilligen Sozialen Jahr gemacht habe.“

Eigentlich wollte Leonie Schniering schon am vergangenen Montag zurück im Rheinland sein und trainieren. Wegen einer Erkrankung verlängerte sie den Aufenthalt bei den Eltern dann doch um zwei weitere Tage und reiste erst am Mittwoch wieder nach Monheim, wo sie noch am stand Abend in der Trainingshalle die erste Übungseinheit des Jahres absolvierte.

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