FSC Mühlacker: Medaillenjagd in luftiger Höhe

Eberhard Holl fliegt bei den World Games in Breslau eine eigens neu ausgetüftelte Choreographie

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 21. Juli 2017, 00:00 Uhr
FSC Mühlacker: Medaillenjagd in luftiger Höhe Bei den World Games werden von den Piloten mehr Figuren verlangt. Eberhard Holl musste deshalb ein ganz neues Programm für den heutigen Wettbewerb austüfteln. Foto: privat

Recht kurzfristig ist Eberhard Holl vom Deutschen Aero Club für die World Games in Breslau nachnominiert worden. Schon heute startet der Segelkunstflieger des FSC Mühlacker dort in den Wettbewerb, für den er in Windeseile eine neue Choreographie zusammenstellen musste.

Hohe Anforderungen, wenig Luftraum: Eberhard Holl muss sein Flugzeug ganz präzise steuern.Hohe Anforderungen, wenig Luftraum: Eberhard Holl muss sein Flugzeug ganz präzise steuern.

Breslau. Erst vor einer Woche hat Eberhard Holl von seiner Nachnominierung erfahren. Umgehend packte der Horrheimer seine Koffer und machte sich auf den Weg nach Breslau, wo die „World Games“, die Weltspiele der nichtolympischen Sportarten, stattfinden. Mehr als 3500 Athleten aus 111 Nationen werden dazu in der viertgrößten Stadt Polens (ca. 630.000 Einwohner) erwartet. Insgesamt gibt es dort rund 170 Medaillenentscheidungen in 31 Sportarten, darunter 27 Wettkampf- und vier Einladungssportarten. Das World Games Team Deutschland ist in 26 dieser Sportarten vertreten, unter anderem eben im Segelkunstflug, wo an die Piloten ganz andere Anforderungen gestellt werden wie etwa bei den Weltmeisterschaften, wo Eberhard Holl 2014 und 2016 jeweils Bronze gewann.

„Der Figurenkatalog bei den World Games ist sehr viel größer“, erklärt Eberhard Holl, der in dieser Woche bereits einige Trainingsstunden über Breslau absolviert und ein neues Programm für den heutigen Wettbewerb ausgearbeitet hat. „Man muss mehr Figuren in seinem Flug unterbringen als bei einer WM“, so Holl. Die Schwierigkeit dabei: Egal, ob Looping, Schraube, Rückenflug oder Rollenkehre – jede Figur verbraucht Höhe, aber insgesamt steht der gleiche Luftraum zur Verfügung wie bei den Weltmeisterschaften. Nämlich ein gedachter Würfel, 1000 Meter lang, 1000 Meter breit, 1000 Meter hoch, den das Flugzeug nicht verlassen darf.

Zunächst wird der Pilot in 1250 Meter Höhe geschleppt und dort ausgeklinkt. In 1200 Metern Höhe darf er mit seinem Programm beginnen und muss es spätestens bei 200 Metern beenden. „Sonst gibt es Strafpunkte. Und unter 100 Metern wird man disqualifiziert – diese Regel gibt es aus Sicherheitsgründen“, erläutert Holl, der deshalb sein Flugzeug überaus präzise steuern muss: „Wenn für eine Figur 230km/h nötig sind, dann ist sie mit 220 nicht zu schaffen und mit 250 verballert man schon zu viel Energie.“

Ein weiterer Unterschied zur WM ist, dass nicht nur ein Flug gezeigt wird, der bestimmte Figuren enthalten muss, sondern zusätzlich eine freie Kür geflogen wird. „Da darf man alles fliegen und soll die Grenzen des Flugzeugs ausloten. Unten sitzen die Juroren und haben keine Ahnung, was kommt.“ Der Pilot könnte also auch von seiner geplanten Choreographie abweichen, ohne dass es den Wertungsrichtern auffiele und mit Punktabzügen bestraft würde.

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