Rund um die Uhr ins kühle Nass

Das 24-Stunden-Schwimmen im Hallenbad Mühlacker wird in diesem Jahr erstmals von Moritz Speidel geleitet

Von Silas Schüller Erstellt: 26. April 2019, 00:00 Uhr
Rund um die Uhr ins kühle Nass Wenn am 11. Mai der Startschuss für das 24-Stunden-Schwimmen im Mühlacker Hallenbad fällt, werden wieder viele Sportbegeisterte ins Wasser springen. Foto: Archiv, Schüller

Wenn am 10. Mai der Startschuss für das 24-Stunden-Schwimmen fällt, wird erstmals Moritz Speidel die Gesamtleitung innehaben. Der 21-Jährige tritt die Nachfolge von Tobias Reister an – und stellt sich auf ein knackiges Wochenende ein.

Der Neue übernimmt: Moritz Speidel (li.) löst Tobias Reister als Gesamtleiter der stets gut besuchten Marathon-Schwimmveranstaltung ab.Der Neue übernimmt: Moritz Speidel (li.) löst Tobias Reister als Gesamtleiter der stets gut besuchten Marathon-Schwimmveranstaltung ab.

Mühlacker. Für die symbolische Stabübergabe haben sich die beiden DLRG-Vorstandsmitglieder der Mühlacker Ortsgruppe eine Startklappe ausgesucht, die man gewöhnlich bei Laufdisziplinen verwendet. Da stellt sich natürlich gleich die Frage, auf welche Distanz sich der neue Hauptverantwortliche einstellt. „Das weiß ich noch nicht, jetzt warten wir erst einmal die diesjährige Ausgabe ab“, gibt sich Moritz Speidel diplomatisch. Sein Vorgänger Tobias Reister „lief“ eine ganze Weile, genauer gesagt 17 Jahre.

Seit der Premiere 2002 hatte der Maulbronner die Gesamtleitung inne, die ihn nicht nur am betroffenen Wochenende in Beschlag nahm. „Die Aufgaben im Vorfeld sind nicht zu unterschätzen, auch wenn wir ein super Team beisammen haben und die Stadtwerke uns sehr gut unterstützen“, sagt Reister, der als zweifacher Familienvater einen Schritt kürzer treten möchte. Als Teil des Organisationsteams, das ferner aus Axel Loewe, Silke Klaar, Michael Eier und Jürgen Löckelt besteht, bleibt der Maulbronner der Veranstaltung aber weiter erhalten. Nicht zu unterschätzen sei die Suche nach fleißigen Mitarbeitern, mit denen der immense Personalaufwand gestemmt wird. „Es fallen von Freitagmittag bis Samstagabend rund 200 Schichten an, die jeweils drei Stunden dauern“, weiß Speidel, der die Abläufe durch sein Mitwirken in den vergangenen Jahren bestens kennt. Weil etliche Helfer mehrere Schichten übernehmen, käme man mit unter 100 hundert Freiwilligen aus, dennoch dauere es stets lange, bis alle Lücken im Arbeitsplan verschwinden.

„Mit diesem Thema haben wir jedes Jahr zu tun, aber letztlich bekommen wir immer genügend Leute zusammen“, zeigt sich Reister entspannt. Die Aufgaben sind vielfältig: Auf- und Abbau, Bewirtung, EDV, Bahnenzählen, Kasse, Wache und Ersthelfer-Betreuung sind zu leisten, daneben gibt es Springer, die überall anpacken, wo es nötig ist. Zu diesen wird heuer auch Moritz Speidel zählen, der nebenbei Ansprechpartner für Fragen von Kollegen und Teilnehmern ist. Dass trotzdem Zeit für einige Runden im Becken bleibt, bewies sein Vorgänger, der trotz seiner Leitungsfunktion immer ins Wasser ging. Freilich kam er nicht auf den Durchschnittswert von zehn Kilometern, der in den vergangenen Jahren erreicht wurde, doch das verlange auch niemand.

Schließlich gehe es als Hauptverantwortlicher vor allem darum, stets verfügbar zu sein, wenn man gebraucht werde. Geschlafen hat Reister übrigens fünf bis sechs Stunden pro Nacht, was angesichts der eher wenigen Dauerschwimmer gut möglich sei. Auch Speidel nimmt sich vor, sich für kurze Zeit ins Teilnehmerfeld zu mischen, das vermutlich wieder mehr als 300 Sportler umfasst. Der Student ist Jahr für Jahr begeistert von der besonderen Atmosphäre, die nicht nur durch die Lichter im Hallenbad zustande komme: „Es ist immer wieder schön, wenn man sieht, wie durchmischt die große Gruppe ist. Da ist der ambitionierte Schwimmer, der 50 Kilometer abreißt, direkt neben dem Durchschnittstypen unterwegs, wo gibt es das sonst?“ Um diesen speziellen Charakter zu bewahren, legen sich die DLRGler schon Monate vor dem offiziellen Startschuss ins Zeug, erstellen ein ansprechendes Programmheft und laden befreundete Ortsgruppen in die Senderstadt ein.

Der Aufbau erfolgt indes am Freitagmorgen- respektive Mittag, wenn das Hallenbad für Badegäste schon geschlossen hat. Bis zum offiziellen Beginn um 18 Uhr werden Innenraum und Becken startbereit gemacht, wobei das Thema Datenverarbeitung immer mal wieder die Nerven der Beteiligten strapaziert. Für die Teilnehmer, die ab 16 Uhr ins Bad kommen, folgen nun 24 Stunden Action, sofern sie nicht auf dem Freibadgelände zelten möchten oder für eine Pause nach Hause fahren. Die DLRGler sind natürlich auch nach der Siegerehrung (Samstag, 18 Uhr) gefordert, allerdings geht der Abbau laut Speidel recht zügig voran. „Ich rechne damit , dass wir gegen 20 Uhr fertig sind“, richtet der neue Hauptverantwortliche aus.

Verbindliche Voranmeldungen sind online über die Internetseite www.muehlacker.dlrg.de (bis 6. Mai) oder direkt im Hallenbad (bis 8. Mai) möglich. Zudem können sich Kurzentschlossene auch vor oder während der Veranstaltung an der Kasse registrieren.

Volontär/Sport E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

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