Mit der Puppe im Arm zur WM

Fünf Rettungsschwimmer erfüllen sich einen langgehegten Traum

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 2. September 2016, 00:00 Uhr
Mit der Puppe im Arm zur WM Eingespieltes Team posiert vor seinem aktuellen Trainingsrevier: Boris Engel (v.li.), Denis Handl, Robin Handl, Julian Wolf und Marco Opitano haben im Mühlacker Freibad hart an sich gearbeitet. Am Wochenende kämpfen die Herren bei der Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer in den Niederlanden gegen starke Konkurrenz. Fotos: Stahlfeld

Auf diese Möglichkeit haben die Männer aus Mühlacker lange gewartet. Nach intensivem Training mit Gurtretter und Plastikpuppe ist es endlich so weit: Die Schwimmer fahren zur WM.

Mühlacker. Sie waren schon mehrmals Baden-Württembergischer Meister. Auch einen Deutschen Vizemeistertitel hat das Quintett erkämpft. Das Ziel, das Robin Handl, Denis Handl, Marco Opitano, Julian Wolf und Boris Engel jetzt anpeilen, könnte zu einem absoluten Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere werden. Die fünf Schwimmer der Mühlacker Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gehen am heutigen Freitag bei den Weltmeisterschaften der Rettungsschwimmer in den Niederlanden an den Start. Bei der WM, die in Eindhoven und Noordwijk über die Bühne geht, treffen die erfahrenen Schwimmer auf starke Konkurrenten. „Wir treten an, um zu gewinnen“, heißt es von der Truppe aus Mühlacker beim Abschlusstraining im Freibad. Doch ganz ernst gemeint ist das nicht, denn schnell schiebt Robin Handl hinterher: „Wir wollen unter die ersten Zehn kommen.“

Die Sportler, die bei den Weltmeisterschaften antreten, kommen aus Italien, Frankreich, Spanien, Kanada und unter anderem aus dem Iran. Qualifiziert für eine Weltmeisterschaft hatte sich das schnelle Quintett aus Mühlacker in der Vergangenheit schon mehrmals. Doch die lange Reise in Austragungsländer wie Ägypten oder Australien war den Amateursportlern mangels ausreichender Sponsoren in den vergangenen Jahren unter dem Strich einfach zu kostspielig gewesen.

Außerdem waren einige der 37- bis 41-Jährigen mitten in der Familienphase. „Die Weltmeisterschaften in den Niederlanden sind jetzt unsere Chance“, sind sich die Männer einig. In der Altersklasse „Masters“ werden sie bei zwei Staffeldisziplinen antreten. Direkt aus dem Alltag eines Rettungsschwimmers stammt die Gurtretterstaffel. Der Gurtretter ist ein Hilfsmittel, das aus einem Gurt sowie einem Auftriebskörper besteht.

Das sperrig wirkende Ding dürfte jeder aus dem Fernsehen kennen. „Bei Baywatch ist er aus Plastik“, verweisen die Mühlacker Schwimmer auf ihre prominenten Kollegen aus Malibu, von denen sie sich dann doch etwas unterscheiden. Weil von Mühlacker aus der Weg zum Strand ziemlich weit ist, treten die Rettungsschwimmer aus der Senderstadt bei der WM nicht in den Meer-, sondern in den Pooldisziplinen an.

Zu diesen Pooldisziplinen gehört zwingend die sogenannte Puppenstaffel, bei der sich die Schwimmer am Samstag beweisen müssen. Rund 60 Kilogramm wiegt die mit Wasser gefüllte Plastikpuppe, die über viermal 25 Meter geschleppt werden muss – und zwar nicht irgendwie: „Man muss die Puppe regelkonform halten. Und während des Wettkampfs muss bei der Übergabe alles stimmen, die müssen wir fehlerfrei schaffen und so schnell wie möglich“, erklärt die Mühlacker DLRG-Vorsitzende Silke Klaar.

Genau bei dieser kniffligen und kraftraubenden Aufgabe könnte das Herrenteam punkten. Die Schwimmer sind eine eingespielte Mannschaft, die im Wasser auf mindestens 20 Jahre gemeinsame Erfahrung bauen kann. Ein paar Sportler kennen sich sogar schon seit ihrer Grundschulzeit. Angesichts ihrer geballten Routine müssen die fünf Männer aus Mühlacker bei der WM jetzt eigentlich „nur“ noch auf die Fehler der anderen warten.

Weiterlesen

Schwimmseminar zur Vorbereitung auf den Triathlon

Mühlacker. (eig/pm). Die AOK veranstaltet am kommenden Samstag, 8. Juli, im Mühlacker Freibad ein Schwimmseminar zur Vorbereitung auf den Volksbank Triathlon, das ursprünglich exklusiv für AOK-Versicherte gedacht war SIE MÖCHTEN… »