„Ich würde alles wieder so machen“

Trotz aller Höhen und Tiefen ist die Pforzheimer Spitzenschwimmerin Silke Lippok mit ihrem Jahr 2012 vollauf zufrieden

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 22. Dezember 2012, 00:00 Uhr
„Ich würde alles wieder so machen“ Silke Lippok ist nach ihrem Kreuzbandriss wieder im Becken und blickt auf das bisher spannendste Jahr ihrer Laufbahn zurück. Foto: Baumann

Mit ihrem Wechsel aus Pforzheim an den Olympiastützpunkt Hamburg hat Silke Lippok Mitte Oktober ihre Fans überrascht. Nur zwei Wochen später gab es dann die Hiobsbotschaft: Kreuzbandriss. Aber mittlerweile ist die 18-Jährige Schwimmerin wieder im Becken, wenngleich noch nicht alles funktioniert.

Pforzheim/Hamburg. „Es läuft alles nach Plan, seit gut einer Woche gehe ich wieder ohne Krücken und ohne Schienen“, teilt eine gewohnt gut gelaunte Silke Lippok mit. Sie habe dieser Tage auch schon wieder im Wasser trainiert, allerdings noch mit Schiene. „Nur wenden geht noch nicht“, berichtet die Olympia-Teilnehmerin von den Genesungs-Fortschritten.

Nicht ganz zwei Monate ist es her, dass sie sich bei einer Trainingseinheit an Land das linke Knie verdrehte, sich dabei einen Riss des vorderen Kreuzbandes, des Außenbandes und des Außenmeniskus zuzog. Zunächst trainierte Silke Lippok einfach weiter, kraulte im Becken noch rund sechs Kilometer. Doch die Schmerzen wurden in den Stunden darauf immer schlimmer, tags darauf stellte ein Arzt die demprimierende Diagnose, weitere drei Tage später, am 29. Oktober, wurde das Knie operiert.

Zeit für neue Reize und einen neuen Lebensabschnitt

„Das war natürlich nicht gerade der optimale Start in Hamburg“, gibt Silke Lippok zu. Den Trainingsausfall konnte sie noch nicht einmal dazu nutzen, ihre neue Heimat genauer kennenzulernen. „Ich war ja mit den Krücken so immobil. Von früheren Besuchen in Hamburg kenne ich zwar die Hauptattraktionen der Stadt, nicht aber die Geheimtipps.“ Das will sie in den kommenden Wochen und Monaten nachholen – ohne Gehhilfen.

Als den richtigen Schritt sieht sie ihren Wechsel nach Hamburg an, der Mitte Oktober für die Öffentlichkeit recht überraschend kam. „In Pforzheim war es seither perfekt für mich, aber ich habe irgendwie gespürt, dass ich einen ganz neuen Lebensabschnitt beginnen und mich weiter orientieren muss. Ich wollte einfach neue Reize setzen“, begründet Lippok den Schritt.

In der Hansestadt lebt die Pforzheimerin nun mit anderen Topschwimmern in einer Wohngemeinschaft und trainiert zweimal täglich am Olympiastützpunkt. Das Weihnachtsfest zwar verbringt Silke Lippok bei ihren Eltern, doch schon am Donnerstag kehrt sie nach Hamburg zurück, wo sie auch die ersten Schritte in eine berufliche Zukunft machen will. In der Klinik, wo auch ihr Knie operiert wurde, habe sie einen Praktikumsplatz bereits sicher. „Den trete ich an, sobald das Knie wieder soweit hält, dass ich den ganzen Tag stehen kann“, kündigt sie an. Außerdem will sie demnächst ein Studium beginnen: „Neurowissenschaft, Psychologie oder Medizin.“

Rückblickend auf das zu Ende gehende 2012 ist die Spitzensportlerin absolut zufrieden. Gelungenes Abitur, Gold und Silber bei den Europameisterschaften, Olympia-Teilnahme, Umzug nach Hamburg. „Das war auf jeden Fall das spannendste Jahr, das ich bisher hatte – mit etlichen Höhen und Tiefen. Aber ich würde alles wieder genauso machen“, ist Silke Lippok mit sich im Reinen, obwohl es bei den Olympischen Spielen nicht lief wie gewünscht und ihr die erhoffte Medaille versagt blieb. „So etwas kann man nicht planen und nicht vorhersagen. Wenn ich an irgendeiner Stelle anders trainiert hätte, hätte es womöglich auch nicht geklappt.“

Auf die Frage nach ihren sportlichen Zielen für das kommende Jahr winkt Silke Lippok erst einmal ab: „Das sehe ich noch ganz entspannt. Erst einmal will ich wieder fit werden.“ Die Weltmeisterschaften vom 19. Juli bis 4. August in Barcelona hat sie aber im Blick: „Was meine Chancen angeht, mich für die WM zu qualifizieren, bin ich sehr optimistisch.“

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