Schellin findet in die Erfolgsspur zurück

Ringen: Jaqueline Schellin wird erneut Deutsche Meisterin – WM-Teilnahme nach durchwachsener Saison möglich

Von Silas Schüller und Peter Weber Erstellt: 26. Juni 2018, 00:00 Uhr
Schellin findet in die Erfolgsspur zurück Pure Freude: Jaqueline Schellin (li.) bejubelt ihren Schultersieg im Finale gegen die Berlinerin Lisa Ersel. Foto: Marion Stein

Jaqueline Schellin hat bei den Deutschen Meisterschaften in Aschaffenburg ihren sechsten Titel errungen. Nach einem bisher durchwachsenen Jahr zeigte sich die 28-Jährige am Wochenende in Top-Form und zeigte in allen drei Kämpfen eine starke Leistung. Das macht Mut für die restliche Saison.

Aschaffenburg. Bei den Deutschen Meisterschaften im Freistilringen am Wochenende in der Aschaffenburger Frankenstolz-Arena gehörte Jaqueline Schellin vom TV Mühlacker zu den großen Gewinnerinnen: In der neuen 50-Kilo-Klasse holt sie nach drei teilweise klaren Siegen den Meistertitel. „Ich habe mir schon das Ziel gesetzt, wieder ganz oben zu landen. Aber trotz meines Siegeswillens war ich nicht sicher, ob es reichen wird“, erklärt die 28-Jährige unserer Zeitung.

Die vom Ringer-Weltverband UWW eingeführte neue Gewichtsklasse bis 50 Kilo kommt Schelling, die zuletzt bis 48 Kilo mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hatte, anscheinend zugute. Im Vorjahre war sie bei der DM in Bruchsal bis 53 Kilo gestartet, verfehlte dort aber knapp das Finale und wurde Dritte.

In Aschaffenburg legt Schellin gleich im ersten Kampf los und deklassiert ihre Auftaktgegnerin Jil Niemandt (KSC Apolda) vorzeitig mit 12:0. Auch ihre Gegnerin im Halbfinale, Anastasia Steuben (SAV Torgelow), weist sie beim 10:0 vorzeitig in die Schranken. Ein anderes Kaliber war jedoch ihre Finalgegnerin Lisa Ersel (SV Luftfahrt Berlin), im Vorjahre immerhin Vize-Europameisterin bei den Juniorinnen. Nach einem abwechslungsreichen Kampf legt Schelling ihre Gegnerin nach einer 5:4-Führung zu Beginn der letzten Kampfminute auf beide Schultern und kann über ihren Sieg so richtig jubeln. Neben Jaqueline Schellin ist vom Nordbadischen Ringer-Verband noch eine weitere Sportlerin erfolgreich. Luisa Niemesch (SVG Weingarten) schaffte es in der Klasse bis 62 Kilo ebenfalls auf den ersten Rang. Für Schellin kommt der Titelgewinn indes genau zur richtigen Zeit. „Als ich Anfang des Jahres bei der Europameisterschaft mein Potenzial nicht abrufen konnte und die Militärmeisterschaft nicht nach meiner Vorstellung verlief, habe ich mir schon Gedanken gemacht“, gibt die Sportsoldatin zu. Doch jetzt, mitten in der Saison, scheint die Ringerin wieder in Top-Form zu sein. Das war für den DM-Titel auch nötig: „Besonders meine Gegnerin im Finale hat es mir richtig schwergemacht, das war eine sehr schwierige Aufgabe.“

Nun erhofft sich die Athletin einen mentalen Schub, der ihr in den vergangenen Monaten fehlte. „Im Frühjahr war ich vor den Kämpfen irgendwie gehemmt; konnte nicht das auf die Matte bringen, was ich mir vorgenommen hatte“, gesteht die Athletin, die seit eineinhalb Jahren beim Trainingsstützpunkt in Freiburg trainiert.

Im Oktober steht der nächste Höhepunkt auf dem Programm: die Weltmeisterschaft in Budapest. Doch nach dem jetzigen Stand ist ihre Teilnahme keineswegs sicher. Die Entscheidung, welche Sportler nach Ungarn fahren, wird erst im August fallen. „Wenn mich der Bundestrainer nominiert, wäre das eine tolle Sache, aber dafür muss ich weiterhin konstant meine Leistung bringen. Es bringt ja nichts, wenn ich dort aufschlage und nur Niederlagen kassiere“, stellt die Mühlackerin fest.

Zuvor stehen im August zwei internationale Wettbewerbe in Polen und Rumänien an, wo Schellin sich noch mal für die Weltmeisterschaft empfehlen kann.

Falls es mit dem Höhepunkt im Herbst nicht klappen sollte, wäre das für die 28-Jährige kein Fiasko: „Natürlich sind Europa- und Weltmeisterschaften immer etwas Besonderes, das steht außer Frage. Wer das einmal mitgemacht hat, möchte immer wieder hin. Trotzdem werde ich damit leben können, wenn es in diesem Jahr mal nicht klappen sollte.“

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