KSV Ispringen feiert nach Punktlandung

12:10-Erfolg im Rückkampf beim VfK Schifferstadt reicht exakt zum Titelgewinn in der Deutschen Ringerliga

Erstellt: 12. Februar 2018, 00:00 Uhr
KSV Ispringen feiert nach Punktlandung Stolzes Ringer-Team: zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ist der KSV Ispringen Deutscher Mannschaftsmeister. Foto: privat / Deutsche Ringerliga

KSV Ispringen heißt der Deutsche Meister und Sieger der Premierensaison der Deutschen Ringerliga. Mit einem punktgenauen 12:10 im Final-Rückkampf beim VfK Schifferstadt holten die Ispringer dank ihrer sechs Einzelsiege zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Titel des Deutschen Meisters.

Schifferstadt (pm/dpa/eig). Pickepackevolle Wilfried Dietrich-Halle in Schifferstadt, die bis zum letzten Platz gefüllt war, die Stimmung am Siedepunkt. Die Entscheidung stand an: Wer wird Deutscher Meister und holt den ersten Titel der DRL-Geschichte?

Es wurde der KSV Ispringen, der mit dem 12:10-Sieg in Schifferstadt die 11:13-Heimniederlage aus dem ersten Duell wettmachte. Weil bei Gleichstand die Einzelsiege zählen, gewann Ispringen mit 11:9. Welt- und Europameister Alexander Leipold, der Trainer von Ispringen, sagte überwältigt vom Erfolg: „Klar habe ich mir das gewünscht, aber eigentlich konnte man das nicht erwarten.“

Schifferstädter Fans hoffen vergeblich auf ein Ringerwunder

Es war ein Abend gewesen, den keiner so schnell vergessen wird. Eine Atmosphäre mit einem frenetischen Publikum, tollen Kämpfen und zwei Teams, die beide unbedingt den Titel wollten. Für Ispringen hieß es, die zwei Punkte Rückstand aus dem Hinkampf aufzuholen. Der erste Kampf gab darauf gleich einen Vorgeschmack. Roman Amoyan brachte den ersten Sieg für Ispringen mit einem 4:1 gegen Nugsari Tsutusurmia nach Hause. Den nächsten Sieg für Ispringen gab es durch Georgi Ketoev, der den angschlagenen Schifferstadter Daniel Ligeti mit 7:0 besiegte.

Maxim Perpelita und Maxim Sacultan lieferten in 66 Kilo-Freistil Klasse einen Kampf der Extraklasse, der spannend bis in die letzte Sekunde war. Perpelita konnte den siegbringenden Griff aber nicht vollenden, somit ging der Sieg mit 4:2 an den KSV Ispringen. Schifferstadts Georgi Melia verlor auch den zweiten Finalkampf gegen Ardo Arusaar. 2:1 für den Ispringer hieß es dieses Mal in einem Kampf, der so manchen an die nervlichen Grenzen zu bringen schien. Die Emotionen gingen jedenfalls kräftig in die Höhe.

Levani Kavjaradze fuhr dann den von den Fans so lange erwarteten ersten Sieg für das Heimteam ein. Er besiegte Tonimir Sokol mit 10:5. Ärgerlich dabei für Schifferstadt, dass Sokol mit einer Aktion zwei Sekunden vor Kampfende auf 0:2 Mannschaftspunkte verkürzte. Somit hieß es zur Pause 6:2 für die Gäste aus dem Enzkreis.

Als Mamuka Kordzaia gegen Yuri Belonovski zur Halbzeit des sechsten Kampfes 1:0 führte, keimte beim Heimpublikum wieder Hoffnung auf. Die Halle kam, die Stimmung kochte. Belonovski konnte jedoch in der zweiten Hälfte deutlich zulegen, zwang seinen Gegner dreimal in die Unterlage und gewann so mit 6:1.

Nachdem auch noch Israil Kasumov für Ispringen gegen Lasha Tashkaladze durch technische Überlegenheit gewonnen und die vollen vier Punkte eingefahren hatte, konnte den Schifferstädtern in den abschließenden drei Kämpfen nur noch ein Ringerwunder helfen.

Das erste Fünckchen Hoffnung darauf entzündete Lasha Gobadze, der mit einer imponierenden Leistung Neven Zugaj mit 12:0 besiegte. Somit nur noch sieben Punkte vor für den Gast. Sollte da doch noch etwas gehen für Schifferstadt?

Manukahar Tskhadaia (Schifferstadt) gegen Igor Besleaga (Ispringen) hieß es in der Klasse bis 75 Kilogramm griechisch-römisch, dem vorletzten Kampf des Abends. Allen war klar, dass hier schon die Entscheidung fallen konnte. Als Besleaga vermeintlich auf den Schultern lag, forderte Schifferstadt den Videobeweis an. Das Kampfgericht schaute die Szene ausführlich an, bewerte sie dann aber nur mit einer Zwei für Schifferstadt. Diese Wertung gab den Ausschlag für das 1:0 des VfK in diesem Kampf.

Aber den Ispringern war es egal, denn mit diesem Sieg waren sie schon sicher Meister. Bei Punktgleichheit nach zwei Kämpfen wäre die Anzahl der Einzelsiege ausschlaggebend gewesen und die sprach schon vor dem letzten Kampf für Ispringen. Patrick Dublinovski zeigte im letzten Kampf der Saison gegen Carsten Kopp zwar nochmals seine Klasse zeigen, gewann vorzeitig mit 15:0, Das Gesamtergebnis lautete somit 10:12 und der KSV Ispringen ist der neue Deutsche Meister.

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