Erfolgsgarantin aus Mühlacker

Jaqueline Schellin holt bei den Europameisterschaften die erste Medaille für den Deutschen Ringerbund

Von Peter Weber, Jörg Richter Erstellt: 20. März 2013, 00:00 Uhr
Erfolgsgarantin aus Mühlacker Jaqueline Schellin (re.) ist bei der Siegerehrung überglücklich: Zum zweiten Mal in Folge holt sie bei der EM Bronze. Foto: Richter

Jaqueline Schellin vom TV Mühlacker hat dem Deutschen Ringerbund gleich am ersten Tag der Europameisterschaften in Tiflis (Georgien) die erste Medaille beschert. Die 23-Jährige unterlag der neuen Europameisterin aus Russland und gewann gestern Abend Bronze in der Klasse bis 48Kilogramm.

Und Steffen-Michael Eigner

TifliS.Ihren Auftaktkampf gewann die 23-jährige Sportsoldatin sicher mit 2:0 und 5:0 durch Schultersieg gegen die Spanierin Nekane Cepas-Garcia, unterlag dann aber im Achtelfinale der Russin Valeriya Chepsarakova denkbar knapp mit 0:1 und 1:2.

Da die Russin später das Finale erreichte, hatte Schellin noch über den Hoffnungslauf die Chance auf die Bronzemedaille. Nacheinander schlug sie alle, die im Hauptlauf gegen Chepsarakova unterlegen waren. Zunächst bezwang Schellin Alina Ryzhova, die statt der Weltmeisterin Vanesa Kaladezinskaya für Weißrussland aufgeboten war, in einem spannenden Kampf mit 2:1 Runden. Mit 1:3 hatte Schellin die erste Runde verloren, glich aber durch ein 1:0 in Runde zwei aus und entschied dann die dritte Runde mit 5:3 Punkten für sich.

Knappe Auseinandersetzung mit türkischer Widersacherin

Im Kampf um Bronze besiegte Schellin schließlich auch die Türkin Sumeyya Sezer in einer knappen Auseinandersetzung mit 2:1 Runden (1:0, 0:1, 2:1). Europameisterin wurde Valeriya Chepsarakova (Russland) vor Yana Stadnik (Großbritannien). Jaqueline Schellin teilt sich den dritten Platz mit Patimat Bagomedova (Aserbeidschan), die im Hauptlauf der Britin Stadnik unterlegen war und sich im anderen Hoffnungslauf durchsetzte.

„Ich bin überglücklich“, jubelte Schellin und war bald nach der Siegerehrung verschwunden. „Die ist mit der Mannschaft losgezogen“, berichtete Hardy Stüber, Sportreferent des Nordbadischen Ringerverbandes und Lebensgefährte von Schellins Mutter am Telefon. Er selbst feierte die Bronzemedaille mit einigen Kollegen aus der deutschen Delegation.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sie in Belgrad bei der EM Bronze gewonnen, außerdem auch bei der Weltmeisterschaft in Strathcona County (Kanada) den dritten Platz belegt und war vom Deutschen Ringerbund zur „Ringerin des Jahres“ gekürt worden. Nur bei den Olympischen Spielen fehlte die Erfolgsgarantin aus Mühlacker. Die Entscheidung des DRB, stattdessen Alexandra Engelhardt aus Ludwigshafen, die dahin immer in der nicht olympischen Klasse bis 51 Kilogramm gestartet war, für die Spiele in London zu nominieren, zahlte sich nicht aus. Engelhardt scheiterte schon früh im Olympia-Turnier.

Ohne Medaille blieben gestern hingegen die anderen deutschen Ringer, die am ersten EM-Tag im Einsatz waren. William Harth (96 kg/ASV Mainz), hatte sein erstes Duell gegen Stefano Trapani (Italien) klar gewonnen hatte, wurde dann aber von Khetag Gazyumow (Aserbaidschan) in 0:2 Runden besiegt und schied aus, weil auch sein Bezwinger im weiteren Wettbewerb scheiterte. Martin Daum (66 kg/KSV Seeheim) verlor seinen ersten Kampf gegen den Weißrussen Alexandr Kontoew in 1:2 Runden knapp verloren und war damit ausgeschieden, da Kontoew eine Runde später ebenfalls verlor.

Heute startet die zweite nordbadsische Ringerin, Luisa Niemesch vom SVG Weingarten, in die EM. In der Klasse bis 59 Kilogramm trifft sie im Achtelfinale auf die Rumänin Georgina Paic.

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