Einstige Ringerin ist heute Geschäftsfrau

Sportlerwahl-Sieger heute: Susanne Zemmrich, geborene Stüber, führt mit ihrem Mann einen Kärcher-Store

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 28. Februar 2017, 00:00 Uhr
Einstige Ringerin ist heute Geschäftsfrau Der damalige MT-Sportredakteur Bernd Münchinger gratuliert Susanne Stüber zum Sportlerwahl-Sieg 1995.Archivfoto Foto: privat

Was ist aus den ehemaligen Siegern der MT-Sportlerwahl geworden. Wo und wie leben sie heute? Dieser Frage geht das Mühlacker Tagblatt in dieser Serie nach und wird auf der Suche nach Susanne Stüber in Rheinmünster fündig. Die frühere Weltklasse-Ringerin kämpft heute mit kaputten Hochdruckreinigern.

Rheinmünster. Die Ringerin Susanne Stüber gewann gleich drei Mal die Sportlerwahl. 1993, 1995 und – da war sie bereits Mutter eines zweijährigen Sohnes – noch einmal im Jahr 2003 bekam sie unter den nominierten Sportlerinnen die meisten Leserstimmen. Sie ist die Schwester der nicht minder erfolgreichen Ringerin Stefanie Stüber, die 2009 Sportlerwahl-Siegerin war und in dieser Reihe ebenfalls schon vorgestellt wurde.

Aus Stefanie Stüber ist mittlerweile Stefanie Kropf geworden, die nun mit Mann und zwei Kindern am Chiemsee lebt. Und auch Susanne Stüber hat ihren Vater, den Ringertrainer Manfred Stüber um zwei Enkel reicher gemacht: Susanne Zemmrich, wie sie heute heißt, ist stolze Mutter von Sohn Florin (Jahrgang 2001) und Tochter Joline (Jahrgang 2004). Die beiden besuchen als Tagesschüler in einer Internatsschule ein Gymnasium.

Die Stübers sind eine Ringerfamilie. Auch Cousin Ulrich Stüber hat sich als Ringer einen Namen gemacht. „Bei uns ist alles dem Ringen untergeordnet gewesen“, erinnert sich Susanne Zemmrich, die mittlerweile ein komplett anderes Leben führt.

Den Urlaub geopfert, um bei der Nationalmannschaft zu sein

Beim Anruf in Rheinmünster meldet sich eine Geschäftsfrau. Die Zeit für das Gespräch ist knapp, Susanne Zemmrich hat viel zu tun. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Heiko Zemmrich, der ebenfalls aus Mühlacker stammt, führt sie einen Kärcher-Store: „Wir sind beide Chefs.“ Das Ehepaar verkauft und repariert Hochdruckreiniger sowie das gesamte Kärcher-Sortiment. Zum Verkaufsraum gehört auch eine Werkstatt. „Wir machen alles“, erzählt die 39-Jährige, dass aktuell elf Mitarbeiter zum Betrieb gehören.

Ihre Arbeit war es auch, die sie mit ihrem Ehemann nach Rheinmünster führte. Heiko Zemmrich arbeitete 21 Jahre lang bei Kärcher in Winnenden. Als sich die Chance bot, sich in der Gemeinde selbstständig zu machen, griff das Ehepaar 2005 zu. Zu Hause ist die Familie in Sinzheim in der Nähe von Baden-Baden.

Kennengelernt hatten sich die beiden 1999 auf dem Fauststadtfest in Knittlingen. 2001 fand die Hochzeit statt. Nach der Schule hatte Susanne Zemmrich zunächst von 1992 bis 1995 eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau im Kaufhaus Sämann in Mühlacker absolviert und anschließend dort auch gearbeitet. Sie berichtet, wie es oft darum ging, die Arbeit und den Sport unter einen Hut zu bekommen. „Ich bekam immer viel frei, man hat mich unterstützt“, ist sie ihrem damaligen Arbeitgeber noch heute dankbar.

Um bei der Nationalmannschaft dabei sein zu können, opferte die Sportlerin ihren Urlaub. Susanne Zemmrich wurde mehrmals Deutsche Meisterin. 1995 errang sie bei den Europameisterschaften in Schweden den dritten Platz. 2000 folgte noch einmal ein zweiter Platz bei einer Deutschen Meisterschaft – es war ihre letzte: „Ich habe 2000 wegen der Schwangerschaft aufgehört. Mit dickem Bauch lässt es sich nicht ringen.“

Der Übergang war nahtlos, wie Susanne Zemmrich heute feststellt. Auf das Ringen folgten die Familie und schließlich die Arbeit im eigenen Betrieb. „Ein anderer Le bensabschnitt begann, man hat andere Prioritäten“, erzählt sie ohne Reue. Susanne Zemmrich blickt gerne zurück: „Das war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte.“ Und ein bisschen davon hat sie ja auch in ihr neues Leben hinübergerettet, wie sie selbst am besten weiß: „Der Sport prägt dich für dein ganzes weiteres Leben.“

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