Badisches Derby um die Ringerkrone

Germania Weingarten und KSV Ispringen ziehen ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein

Von Peter Weber Erstellt: 2. Januar 2017, 00:00 Uhr
Badisches Derby um die Ringerkrone Noch während der letzte Kampf läuft führen die Ispringer Athleten schon Freudentänze vor. Foto: Giers

Das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Ringer wird in einem nordbadischen Nachbarschaftsduell entschieden. Im Halbfinale hat Germania Weingarten den Vorjahresmeister Nendingen rausgeworfen, der KSV Ispringen überraschte mit einem 13:7 im Rückkampf beim KSV Aalen.

Ilshofen/Weingarten. Ungeachtet der Querelen zwischen Spitzenvereinen der Ringer-Bundesliga, die eine Abspaltung vom Deutschen Ringer-Bund (DRB) anstreben und ihre Kämpfe unter der Regie der neu gegründeten Deutschen Ringer-Liga (DRL) austragen wollen, fanden die Halbfinalkämpfe um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft statt. Der Einzug ins Finale durch den SV Germania Weingarten war nach dem 14:8-Erfolg im Hinkampf beim Titelverteidiger ASV Nendingen erwartet worden, und Weingarten wurde auch im Rückkampf mit einem 11:6-Heimsieg seiner Favoritenrolle gerecht. Doch der 13:7-Erfolg des KSV Ispringen beim KSV Aalen 05 war nach dem 11:11 aus dem Vorkampf schon eine Überraschung, damit stehen die Ispringer im zweiten Jahr ihrer Bundesligazugehörigkeit erstmals im DM-Finale. Im ersten Finalkampf hat Germania Weingarten am kommenden Samstag, 7.Januar, das Heimrecht.

In der Arena Hohenlohe in Ilshofen, wohin der KSV Aalen seinen Heimkampf verlegt hatte, war das Duell bis zu den ersten sechs Kämpfen ausgeglichen, die Gastgeber führten mit 6:4. Doch die drei Siege der Aalener waren teils glücklich, so vor allem der 7:6-Erfolg von Olympiasieger Vladimir Khinchegashvili über den lange führenden Ivan Guidea, wo erst eine „Challenge“ zum Erfolg für den Georgier entschied, Aalens Trainer Patric Nuding hatte den Videobeweis gefordert.

Mit jeweils 1:0 Mannschaftswertung waren für die Gastgeber Mariusz Los über Ibrahim Fallacara wie auch Deniz Menekse über Muhammed Yasin Yeter erfolgreich, wobei der Ispringer bis in die Schlussminute führte, dann aber durch eine Unachtsamkeit zwei Punkte abgab. Sicher waren dagegen die Punkterfolge von Ispringens schweren Jungs: Nick Matuhin benötigte gegen den Ungarn Daniel Ligeti nach einem 0:1-Rückstand jedoch bis zur Schlussphase, um mit 5:1 zu triumphieren. Auch im Kampf von Ardo Arusaar forderte Aalen die Challenge und konnte eine Viererwertung des Esten gegen Aalens Ramsin Azizsir in eine Zwei verwandeln. Trotzdem hatte Arusaar den passiv agierenden Azizsir mit 6:1 Punkten gut im Griff.

Michael Kaufmehl überließ nach der Pause dem Polen Radoslaw Marcinkiewicz „nur“ ein 0:2 (0:4), was im Rahmen lag. Dann kam der große Auftritt von Mihail Sava, dessen Nominierung nach den Worten von Werner Koch, dem Ersten Vorsitzenden und Mäzen des KSV Ispringen, ein „Glücksgriff“ war. Sava stand gegen den Aalener Selahattin Kilicsallayan, der in der Vorwoche noch Kevin Henkel keine Chance gelassen hatte, vor einem Überlegenheitssieg, führte nach knapp vier Minuten mit 12:0 und ließ erst am Ende beim 12:3 etwas nach.

Ohne Mühen brachte Zakarias Berg das Ispringer Team mit einem 5:0 gegen Mateusz Wolny weiter auf Siegeskurs. Wenngleich Aalen durch Damian Hartmanns 1:0 gegen Fabian Fritz noch auf 7:9 verkürzen konnte, führten die Ispringer Athleten schon Freudentänze vor: Zum Abschluss war ja von dem starken Russen Kakhaber Khubezthy ein Vierer erwartet worden, der Ruhullah Gürler mit 16:0 deklassierte und für den KSV Ispringen den Schlusspunkt setzte.

Vorjahresmeister ASV Nendingen hatte unterdessen zum Rückkampf bei Germania Weingarten nicht seine stärkste Formation aufgeboten und kam in der Walzbachhalle lediglich zu vier Einzelsiegen. Für den klaren Weingartener Sieg waren vor allem die Erfolge von Jan Rotter und William Harth ausschlaggebend. Erwartet wurden die Erfolge von Weltmeister Frank Stäbler, der sich gegen Daniel Catarage ebenso schwer tat wie Ionut Panait gegen Benjamin Raiser. Beide siegten jedoch mit 1:0. Seinen Vorkampferfolg konnte dagegen Georg Harth gegen seinen Dauerrivalen Samet Dülger (0:1) nicht wiederholen.

Der Hinkampf im Finale um die Deutsche Meisterschaft findet am kommenden Samstag, 7. Januar, um 19.30 Uhr in der Mineralix Arena in Weingarten statt. Der Rückkampf wird am Samstag, 14. Januar, ebenfalls um 19.30 Uhr in der Festsporthalle in Ispringen ausgetragen.

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