Vorläufiges Aus für den Goldstadtcup

Weltklasse-Reitturnier ist organisatorisch und finanziell ein zu großer Kraftakt – Gelände auf dem Buckenberg genügt Ansprüchen nicht

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 9. Dezember 2015, 00:00 Uhr
Vorläufiges Aus für den Goldstadtcup Jörne Sprehe ist die womöglich letzte Gewinnerin des S&G Goldstadtcup. Das Turnier findet in den kommenden Jahren nicht statt. Foto: Eigner

Das Reitturnier um den Goldstadtcup auf dem Buckenberg findet in den kommenden Jahren nicht mehr statt. Den zu hohen materiellen und personellen Aufwand nannte die „Freunde des Goldstadtcup GmbH“ als Veranstalter des Turniers zur Begründung.

Pforzheim. Das vom 2011 verstorbenen Unternehmer Carl Friedrich Bardusch vor 15 Jahren initiierte Reitturnier um den Goldstadtcup hatte es in den vergangenen Jahren zunehmend schwer. Immer mehr und nicht selten höher dotierte Turniere gibt es rund um den Globus, die absolute Weltspitze fehlte deshalb in jüngerer Zeit auf dem Buckenberg, nachdem vor einigen Jahren gleich mehrere Olympiasieger im Starterfeld vertreten waren. Dennoch gab es beim Goldstadtcup stets hochklassigen Springsport zu sehen, so auch in diesem Sommer als Siegerin Jörne Sprehe aus Fürth unter anderem den dreimaligen Europameister und Olympia-Dritten Marco Kutscher hinter sich ließ und mit einer neuen Mercedes A-Klasse als Preis aus der Arena kurvte.

Nicht nur organisatorisch, auch finanziell war das Turnier auf dem Buckenberg ein Kraftakt. Trotz eines großen Sponsorenpools hat Fritzi Speidel-Zachmann, die Lebensgefährtin des verstorbenen Turniergründers Carl Friedrich Bardusch, in den vergangenen Jahren stets Geld aus ihrem Privatvermögen zugeschossen. Nun kam hinzu, dass die Sparkasse Pforzheim-Calw, die das Catering betrieb, dies nicht mehr übernehmen will. Die Turnierveranstalter aber wollen eine Bewirtung in Eigenregie nicht finanzieren. Zumal dies nur der kleinere Teil an Kosten wäre, die man zu stemmen hätte, um das Turnier auf dem Buckenberg fortleben zu lassen.

Das Gelände des Pforzheimer Reitervereins (PFRV), der neben der Veranstaltungs-GmbH als Mitveranstalter fungiert, genügt den Ansprüchen einer solch große Veranstaltung längst nicht mehr. Es liegt eingezwängt zwischen Firmengrundstücken inmitten eines Gewerbegebiets auf dem Buckenberg. Erweiterung ausgeschlossen. Zumindest eine Renovierung des Geländes wäre zur Fortsetzung der Goldstadtcup-Tradition zwingend notig. Das will der PFRV nicht mehr schultern, denn die Anlage könnte schon bald verkauft und zu Gewerbefläche werden. Schon seit einiger Zeit werden Gespräche geführt, um mit dem Reitverein Pforzheim-Hohberg zu fusionieren und am Katharinentaler Hof nördlich von Pforzheim ein gemeinsames neues Reiterzentrum zu bauen. Dort könnte der Goldstadtcup dann eine Neuauflage erleben. In drei bis fünf Jahren, so hofft der PFRV-Vorsitzende Christian Kraus.

Die Mitglieder beider Vereine stünden der Fusion zwar positiv gegenüber, jedoch: „Wir stehen da noch ganz am Anfang“, bittet Kraus die Reitsportfreunde um Geduld. Noch gibt keinerlei Baupläne für ein neues Reiterzentrum. „Zunächst müsste erhoben werden, welche Infrastruktur in welcher Größe am Katharinentaler Hof überhaupt benötigt würde“, so Kraus. Der PFRV hat derzeit etwa 300 Mitglieder, der RV Pforzheim-Hohberg brächte rund 100 Mitglieder in die Ehe ein. Zudem liegt das Gelände auf Neulinger und Ispringer Gemarkung, was entsprechende Verhandlungen mit den dortigen Stadtverwaltungen nötig macht. Und an den öffentlichen Nahverkehr müsste das neue Reiterzentrum auch noch angeschlossen werden. Christian Kraus ist da guter Dinge: „Die Buslinie führt immerhin schon bis zum Amazon.“ Von dort sind es Luftlinie noch knapp 1,5 Kilometer zum Katharinentaler Hof.

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