Funkelnde Kür sichert den Sieg

Mit dem Thema „Diamanten“ landet das Spitzenteam von Pegasus beim Voltigierturnier auf dem Dörnichhof den nächsten Erfolg

Von Maik Disselhoff Erstellt: 15. Juli 2019, 00:00 Uhr
Funkelnde Kür sichert den Sieg Kurz vor dem entscheidenden Auftritt schärft Trainerin Antonia Schubert (in Weiß) ihrem Team noch einmal ein, worauf es gleich bei der Kür ankommt. Fotos: Fotomoment

Das Topteam von Pegasus Mühlacker hat beim Voltigier-Turnier in der eigenen Reithalle klar gegen die Konkurrenz aus Molzbach gewonnen, muss vor der Deutschen Meisterschaft aber noch am Feinschliff der Kür arbeiten.

Die S-Gruppe von Pegasus zeigt eine packende Kür, mit der sich die Sportlerinnen den Sieg holen. Von ihren Teamkolleginnen gestützt, beweist die erst elfjährige Mia Berberich ganz oben viel Mut.Die S-Gruppe von Pegasus zeigt eine packende Kür, mit der sich die Sportlerinnen den Sieg holen. Von ihren Teamkolleginnen gestützt, beweist die erst elfjährige Mia Berberich ganz oben viel Mut.

Mühlacker. Nach der Pflicht ging es für das S**-Team des Voltigier- und Reitvereins Mühlacker am Sonntagnachmittag vor einer voll besetzten Zuschauertribüne in die alles entscheidende Kür. Diamanten sind in diesem Jahr das musikalische Thema, zu dem die jungen Sportlerinnen im Rahmen einer ausgefeilten Choreografie ihre turnerisch anspruchsvollen Übungen und Figuren auf dem Pferd Hartheim zeigen. In selbstgenähten Anzügen, gespickt mit circa 200 funkelnden Swarovski-Steinchen, die sich die Teammitglieder unter anderem durch einen Kuchenverkauf finanziert hatten, schwangen sich die Sportlerinnen in wechselnder Besetzung auf Hartheim, der seinen Part routiniert meisterte. Das Team hingegen konnte nicht alle Figuren wie gewünscht präsentieren. Einige Unsauberkeiten sorgten dafür, dass die erste Mannschaft nicht ganz mit ihrer Leistung zufrieden war. „Es war nicht so souverän, wie wir uns das gewünscht hatten“, sagte Longenführerin Antonia Schubert. „Bis zur Deutschen Meisterschaft gibt es noch Arbeit“, blickte sie bereits auf den Saisonhöhepunkt im August.

Doch auch der Laie ahnte, dass es trotz der Patzer für Platz eins reichen würde. Die Pferde-Sport-Gemeinschaft Molzbach (PSG), der einzige Konkurrent, hatte vom Niveau her bei der Kür weniger gewagt und war dabei nicht fehlerfrei geblieben. „Die Absprache hat nicht so gestimmt“, bilanzierte Longenführerin Tatjana Baier, die mit ihrem Team 272 Kilometer aus Hessen bis zum Dörnichhof in Mühlacker abgespult hatte. „Bei uns sind Sommerferien, deshalb konnten wir, weil einige bis gestern im Urlaub waren, zwei Wochen nicht trainieren“, schilderte Baier die schwierige Ausgangslage der PSG. Doch nach Mühlacker sei man gerne gekommen. „Wir nehmen aus Trainingsgründen jedes Turnier mit“, so die Longenführerin, die mit ihrer Truppe und dem Pferd William Wallace 7 zum ersten Mal in der Leistungsklasse antritt. Am Ende konnten sich Mia Berberich, Paula Jungclaussen, Katrin Schaefer, Salome Schäfer, Marie-Luise Boehm, Denise Kiontke und Longenführerin Antonia Schubert mit einer Endnote von 7,174 Punkten deutlich vor der PSG Molzbach (6,725 Punkte) Platz eins und damit den Pokal sichern, den Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider überreichte. Für ihn ist der Besuch der Reithalle in Dürrmenz alles andere als eine Pflichtübung: „Ich komme gerne her, Pegasus ist ein angenehmer Verein, mit dem die Stadtverwaltung sehr gut zusammenarbeitet“, lobte er die Pferdesportler, von denen beim Heimturnier etwa 50 ehrenamtliche Helfer auf den Beinen waren. Die Voltigierer seien ein Aushängeschild für die Stadt. Und: „Der Verein ist nicht nur erfolgreich, sondern macht auch viel Jugendarbeit.“

Tatsächlich ist Pegasus auch in diesem Jahr erneut auf Erfolgskurs. „Wir haben bis jetzt alle Sichtungen gewonnen, bei den Landesmeisterschaften Silber geholt und die DM-Quali gesichert“, berichtet Pegasus-Pressesprecherin Nina Giesecke mit Blick auf die erste Mannschaft. Aber nicht nur die S-Klasse marschiert, gute Ergebnisse fahren auch die anderen „Voltis“ ein. Beim Heimturnier hat Pegasus gleich mehrere Gruppen ins Rennen geschickt, vier davon im Leistungsbereich, in dem auf hohem Niveau „Luftakrobatik“ auf dem Pferd betrieben wird. Angesichts der Fallhöhe, die bei den Figuren erreicht wird, verwunderte es nicht, dass ein Rettungswagen des DRK-Ortsvereins am Wochenende direkt vor der Reithalle für den Notfall bereitstand. Neben dem S-Team hatten beim Heimturnier auch andere Voltigierer von Pegasus Erfolg: Die L-Gruppe wurde zwar nur Dritter in einem Feld mit drei Teams, erkämpfte jedoch ihr bisher bestes Saisonergebnis. Die A-Gruppe von Pegasus holte in einem Fünferfeld Platz zwei.

Über Nachwuchsmangel kann der Verein übrigens nicht klagen. „Jeder, der Lust hat, kann reinschnuppern“, so die Pressesprecherin. In den Nachwuchsgruppen gebe es auch Jungs. „Was Voltigieren attraktiv macht, ist, dass es für alle Schichten zugänglich ist, weil man sich ein Pferd teilt.“ Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Pferd auch immer wieder mal Pausen braucht. Die Teams von Pegasus trainieren deshalb viel auf Turnpferden. „Da wird geübt, bis jeder Handgriff einer Kür sitzt“, so Giesecke.

Nicht nur der Trainingsaufwand hat sich gelohnt. Die Schichten am Grill, der Kuchen- und Getränkeverkauf dürften sich für Pegasus ebenso bezahlt gemacht haben. „Am Samstag war das Turnier sehr gut besucht“, so die Pressesprecherin. Sonntags war die Resonanz wegen des unbeständigen Wetters verhaltener. Trotzdem waren freie Plätze auf der Tribüne Mangelware. Darüber dürften sich vor allem auch die 275 Voltigierer, die ihr Können unter Beweis stellten, gefreut haben.

Ergebnisse in unserer nächsten Ausgabe.

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