Motorradsportler Dominic Vincon: „Eine holprige Saison war absehbar“

Der Knittlinger Motorradsportler Dominik Vincon hat die aktuelle Langstrecken-WM abgehakt und die nächste Saison fest im Blick

Von Maik Disselhoff und Maik Mennicke Erstellt: 28. Juni 2018, 00:00 Uhr
Motorradsportler Dominic Vincon: „Eine holprige Saison war absehbar“ Nach einer verkorksten Saison mit technischen Problemen fliegen Dominik Vincon und sein Team bei der Langstrecken-WM aus der Wertung. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf der neuen Ducati. Foto: Mennicke

Der Knittlinger Dominik Vincon und seine Teampartner müssen die Langstrecken-Weltmeisterschaft vorzeitig beenden. Ihr Motorrad macht einfach zu viele Probleme. Doch in der nächsten Saison will man mit optimierter und stärkerer Rennmaschine erneut angreifen.

Oschersleben/Knittlingen. In Oschersleben war das Rennen für das Team von Denis Hertrampf schnell vorbei. „Bereits nach anderthalb Stunden waren wir nicht mehr konkurrenzfähig“, berichtet der Knittlinger Dominik Vincon, der zusammen mit dem Deutschen Oliver Skach und dem Österreicher Marco Nekvasil bei der Langstrecken-WM ein Fahrerteam bildet. Einmal mehr wurde das Trio von seiner Ducati ausgebremst, bei der sich kurz nach dem Start technische Probleme bemerkbar machten. In Oschersleben hätte das Rennen acht Stunden gedauert, nach etwa drei Stunden musste das Team von Hertrampf aufgeben. Eigentlich hätte Vincon mit seinen Mitstreitern im Rahmen der Langstrecken-Rennserie noch das prestigeträchtige letzte Rennen im japanischen Suzuka zu absolvieren gehabt, doch die Aufgabe in Oschersleben war gleichzeitig das vorzeitige Ende einer verkorksten WM. Die Enttäuschung hält sich bei Vincon in Grenzen. „Es war für uns im Grunde absehbar gewesen, dass die Saison holprig wird. Das wussten die Sponsoren, die Fahrer und die Mechaniker.“ Vier Rennen hat das Team bestritten, bei allen bereitete die Ducati Probleme, keinmal kam das Team ins Ziel. „Insofern macht es auch keinen Sinn, in Suzuka an den Start zu gehen“, macht Vincon klar. „Der hohe logistische Aufwand und die hohen Kosten, die eine Reise nach Japan verursachen würden, stünden in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Ertrag“, so der 26-jährige Student, der in Karlsruhe an der Hochschule für Wirtschaft und Technik studiert und zurzeit an seiner Bachelor-Arbeit feilt.

Bei der Hitzeschlacht in Oschersleben wurde erneut deutlich, dass das Team von Hertrampf eigentlich das Potenzial hat, vorne mitzumischen. Bei Temperaturen von über 32 Grad sprang für Vincon und seine Partner im 36er-Feld Startposition 14 heraus – eine gute Ausgangslage für das Trio. Nekvasil war Startfahrer und machte seine Sache gut, und auch die Stopps und Fahrerwechsel gingen routiniert über die Bühne. Doch dann kam es zum technischen Defekt an der Elektronik, den die Mechaniker nicht in den Griff bekommen konnten – für Dominik Vincon am Ende halb so wild: „Es ging in dieser Saison vor allem darum, sich als Team aufzustellen, es war sozusagen ein Testjahr für uns“, sagt Vincon, der bereits die nächste Saison im Blick hat. „Es gibt schon eine neue Ducati“, verrät er. Die Hoffnungen ruhen auf einem optimierten Motorrad, das mit 1100 Kubik auch mehr Leistung bringt als die alte Ducati.

Vermutlich wird das Team um Chef Denis Hertrampf bei der nächsten Langstrecken-WM wieder in gleicher Besetzung antreten. Dafür hält sich Vincon fit, durchschnaufen kann er nach Oschersleben jedenfalls nicht. Der Auftakt zur nächsten Langstrecken-WM erfolgt bereits im September. Am kommenden Wochenende wird Marco Nekvasil die neue Ducati V4 auf dem Lausitzring bereits einem ersten Härtetest unterziehen. Bei der Langstrecken-WM wechseln sich die drei Fahrer ab, die Rennen dauern zwischen acht und 24 Stunden. Eine besondere Herausforderung der Rennserie ist es, das Motorrad auf drei Fahrer abzustimmen, „wir haben ja nicht alle die gleiche Körpergröße und dasselbe Gewicht“, merkt Vincon dazu an. Um bei den stundenlangen Rennen mithalten zu können, brauchen die Fahrer eine sehr gute Kondition. „Sonst kann man die Konzentration nicht hochhalten“, erklärt der Knittlinger, der sich mit Schwimmen, Downhill und Motocross fit hält. Auf dem Motorrad mit den dicken Stollenreifen hat er bald einen Auftritt in seiner Heimatregion. „Ich werde bei meinem Verein MTC Flehingen in zwei Wochen ein Hobbyrennen bestreiten.“ Bei der Langstrecken-WM steigt Vincon dann im September in Südfrankreich auf die Ducati. Beim 24-Stunden-Klassiker „Bol d’or“ in Le Castellet wird sich erweisen, wie konkurrenzfähig das Trio mit seinem neuen Antrieb ist. In der aktuellen Saison führt das Team F.C.C. TSR Honda France mit 146 Gesamtpunkten die Wertung an, dahinter folgen GMT94 Yamaha (136) und auf Platz drei Honda Endurance Racing (109).

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