„Ich habe nicht mit dem Sieg gerechnet“

Christine Schleifer aus Mühlacker verbessert ihren Streckenrekord beim Gaißeschennerlauf in Kieselbronn um zwölf Sekunden

Von Ulrike Faulhaber und Silas Schüller Erstellt: 12. Juni 2019, 00:00 Uhr
„Ich habe nicht mit dem Sieg gerechnet“ Christine Schleifer ist in Kieselbronn so schnell wie noch nie unterwegs. Foto: Faulhaber

Mit Christine Schleifer und Markus Nippa haben zwei bekannte Gesichter den 17. Gaißeschennerlauf geprägt. Ganz zufrieden konnte aber nur die Mühlacker Läuferin sein, die über die 10 Kilometer eine neue Bestzeit aufstellte.

Kieselbronn. Als rechte Hand ihres Ehemanns Sebastian Kienle kennt Christine Schleifer den Platz am Streckenrand nur zu gut. Ob Hawaii oder Heilbronn, geht der Weltklasse-Triathlet ein Rennen an, ist die 35-Jährige so gut wie immer dabei. Dementsprechend selten hat die Läuferin die Möglichkeit, selbst an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen.

Am Samstag bot sich ihr dann wieder einmal die Gelegenheit für einen Start, und prompt lief die mehrfache Baden-Württembergische Meisterin vor den Augen ihres Gatten eine Fabelzeit auf der anspruchsvollen Strecke: Für die 10 Kilometer benötigte Schleifer 36:17 Minuten, was eine Verbesserung ihres Streckenrekords (2016) um zwölf Sekunden bedeutet. „Nach den ersten vier Kilometern habe ich eigentlich nicht mit einem Sieg gerechnet, weil der Führende [Marius Nass; Anm. d. Red.] einen guten Eindruck machte und einen klaren Vorsprung hatte“, erzählt Schleifer. Während sie auf der Ebene schneller unterwegs gewesen sei, habe der Athlet vom VfL Sindelfingen auf den Abwärtspassagen stets davonziehen können. „Nach sechs Kilometern hatte ich ihn dann zum ersten Mal eingeholt, nach Kilometer acht zum zweiten Mal“, berichtet Schleifer, die nun wusste, dass der Konkurrent zu schlagen sein würde.

Dafür musste die 35-Jährige unbedingt vor den letzten Metern in Führung gehen, „da die Männer beim Sprinten im Normalfall besser sind“. Gedacht, getan; noch bevor es zu einem direkten Duell auf der Zielgeraden kommen konnte, übernahm Schleifer die Führung – und gab diese nicht mehr her. „Das war mal wieder ein schönes Rennen mit einem richtigen Zweikampf“, freut sich die Sportlerin des Tri Team Heuchelberg. Angesichts ihrer momentanen Verfassung wäre es schade gewesen, wenn sie sich gegen eine Teilnahme entschieden hätte.

Dank der gemeinsamen Laufeinheiten mit Kienle fühlt sich Schleifer topfit und nimmt das nächste Rennen am 22. Juni in Tübingen ins Visier. „Auch wenn ich keinen fixen Plan habe, gehe ich davon aus, dass ich in diesem Jahr noch ein paarmal starte“, teilt das „Wieselchen“ dem Mühlacker Tagblatt mit. Zweitschnellste Frau beim „Zehner“ war Suska Fleury (47:44/Team Evaldo Mühlacker) vor der erst zehnjährigen Mira Helget aus Karlsruhe, die nach 48:53 Minuten – zwölf Minuten schneller als ihre Mutter Tanja– als 30. der Gesamtwertung über die Ziellinie lief.

Für Markus Nippa verlief der Halb-Marathon indes nicht so rund wie erhofft. Der Mann vom TV 1834 Pforzheim entschied den Hauptlauf (21,1 Kilometer) in 1:20,16 Stunden für sich, überschritt aber den von Jens Santruschek gehaltenen Streckenrekord (1:16,10) deutlich. Santruschek hatte das Rennen im Vorjahr zum vierten Mal in Folge gewonnen. Diesmal fehlte der von Organisator und Moderator Bernd Elfner damals augenzwinkernd zum „König des Kieselbronner Gaißeschennerlaufs“ geadelte Brettener allerdings. Hinter Nippa landeten Roland Golderer (1:20,35/RSV Schwalbe Ellmendingen) vor Lokalmatador Marco Holzwarth (1:22,22) vom TV Kieselbronn. Beide standen 2018 in umgekehrter Reihenfolge auf dem Treppchen.

Nippa, der auf den ersten Kilometern der hügeligen Strecke weit vorn lag, konnte seine gewohnten Kieselbronner Zeiten nicht abrufen. Ihm war es, wie er sagte, „bei Kilometer zwölf hinten in den Oberschenkel reingefahren. Ab da ging’s mal besser, mal schlechter.“ Bei den Frauen siegte Viola Mrachacz vom TV Bretten in 1:39,16 Stunden. Sie kam insgesamt auf Platz 25 und blieb damit als letzte der 108 Finisher unter der 1:40-Marke.

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