„Der Sport bestimmte mein Leben“

Sportlerwahl-Sieger heute: Die einstige Hürdenspezialistin bringt aktuell Leistung als Mutter und treibt Sport nur noch zum Spaß

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 17. Januar 2017, 00:00 Uhr
„Der Sport bestimmte mein Leben“ Julia Blum, geborene Höfler, als unsere Zeitung sie dieser Tage besucht. Foto: Stahlfeld

Was ist aus den Siegern unserer Sportlerwahl geworden? Dieser Frage geht das Mühlacker Tagblatt seit Kurzem in dieser Serie nach. Diesmal haben wir die Leichtathletin Julia Höfler aufgespürt, die 2005 die Lesergunst in der Kategorie Sportlerinnen für sich gewann und inzwischen beim Tennis gelandet ist.

Ötisheim/Keltern. Früher bestimmte der Sport ihr Leben, heute dürfte es wohl eher der kleine Sohnemann sein. Julia Blum, wie sie heute heißt, hat als erfolgreiche Hürdenläuferin Julia Höfler vor gut zehn Jahren von sich reden gemacht. 2005 wurde sie von den Lesern des Mühlacker Tagblatt zur Sportlerin des Jahres gewählt. Das Jahr 2005 markierte zugleich den Schlusspunkt der sportlichen Karriere der Ötisheimerin, die heute in Keltern lebt. Damals beendete sie ihre Schulzeit mit dem Realschulabschluss und orientierte sich neu. „Ich habe schon vor den Abschlussprüfungen aufgehört“, erzählt die heute 27-Jährige. Ihr war klargeworden, dass sie ihren Unterhalt nicht mit dem Sport verdienen kann. Der Grund dafür: „Ich war einfach nicht ganz vorne mit dabei.“ Im Kampf um die Spitze war die Konkurrenz groß. Dabei stand die seit Dezember 2015 verheiratete Sportlerin mit ihrer Paradedisziplin Hürden über 80 Meter auf der württembergischen Bestenliste. Die talentierte Athletin startete bei Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften.

Die junge Mutter hat Tennis und Gymnastik für sich entdeckt und vermisst den Leistungssport nicht

Die Jugendliche trainierte zwei- bis dreimal pro Woche bei Michael Heidt im Olympia-Stützpunkt in Stuttgart. Hinzu kam das Training beim TV Mühlacker, so dass Julia Blum im Grunde jeden zweiten Tag die Sportschuhe schnürte: „Der Sport bestimmte mein Leben.“

Nach dem Karriereende besuchte Julia Blum die Heinrich-Wieland-Schule, ein technisches Gymnasium in Pforzheim. Es folgte das Studium des gehobenen Verwaltungsdienstes in Kehl, so dass die junge Frau heute den Abschluss Bachelor of Arts im Bereich Public Management vorweisen kann: „Früher hieß das wohl Diplom-Verwaltungswirtin.“ Heute ist Julia Blum Beamtin. Normalerweise arbeitet sie im Rathaus in Keltern im Rechnungsamt. Ende Januar 2016 kommt Sohn Hannes zur Welt, seitdem ist die junge Mutter in Elternzeit. Ehemann Jürgen arbeitet als Industriekaufmann in Karlsruhe. Julia Blum will die kommenden drei Jahre in Elternzeit verbringen und sich ihrer Familie widmen. Der Sport indes ist nicht ganz aus ihrem Leben verschwunden. 2012 hat sie Tennis für sich entdeckt. Bei den Tennisfreunden Gräfenhausen schlägt sie allerdings nicht wettkampfmäßig auf den Filzball. Im örtlichen Turnverein besucht sie die Gymnastikgruppe. Die junge Mutter lässt es in Sachen Sport heutzutage locker angehen. „Es war damals eine intensive Zeit, ich habe aber auch viel zurückgesteckt“, resümiert die Frau, die dem Leistungssport keine Träne nachweint. „Ich hatte nach dem Ende keine Ambitionen mehr“, erzählt die einstige Ötisheimerin und gesteht: „Es reizt mich nicht, wieder in den Startlöchern zu stehen.“ Julia Blum hat sich den Sport nach ihrer aktiven Zeit auf eine andere Art zu eigen gemacht. Statt Leistungssport steht nun Freizeitsport auf dem Trainingsplan. Die einstige Hürdenläuferin ist damit zufrieden: „Sport kann man auch so genießen.“

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