Carolina Krafzik verteidigt ihren Titel

Hürden-Ass aus Niefern-Öschelbronn siegt auf der 400-Meter-Distanz – Aktuell starke Form verspricht Spannung für die DM in Berlin

Von Maik Disselhoff Erstellt: 5. Juli 2019, 00:00 Uhr
Carolina Krafzik verteidigt ihren Titel Keine ist auf 400 Meter Hürden schneller als die Nummer 947: Carolina Krafzik aus Niefern-Öschelbronn holt bei den Süddeutschen Meisterschaften erneut die Goldmedaille. Foto: Ralf Görlitz

Carolina Krafzik hat bei der Süddeutschen Meisterschaft im saarländischen St. Wendel souverän den Titel in ihrer Paradedisziplin verteidigt. Jetzt biegt die Leichtathletin auf die Zielgerade der Saison ein und hat dabei vor allem die Deutsche Meisterschaft im Blick.

Niefern-Öschelbronn. Dass Carolina Krafzik auf der langen Hürdendistanz im süddeutschen Raum zu den besten Leichtathletinnen gehört, hat sie in St. Wendel eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit einer Zeit von 59,96 Sekunden sicherte sie sich am vergangenen Samstag bei Gluthitze die Goldmedaille und verteidigte damit erfolgreich ihren Titel von 2018.

Hinter Krafzik errangen Radha Fiedler von der TuS Roland Brey Platz zwei (60,83) und Leonie Riek von der LG Staufen Platz drei (61,19). Als Vierte kam Cathrin Wicke vom USC Mainz ins Ziel (62,06), den fünften und letzten Platz belegte im Zeitendlauf Melanie Böhm von der LG Neckar-Enz (64,07). Obwohl es nicht geplant gewesen war, ging Krafzik für ihren Verein VfL Sindelfingen nach einer Verschnaufpause ein zweites Mal an den Start. „Ich bin spontan mit der Staffel ins Rennen gegangen, weil meine Teamkollegin Sabrina Lindenmayer Probleme mit der Achillessehne hatte.“

Die 4×100 Meter liefen Susanne Ernst, Krafzik, Kristina Stern und Lea Creuzberger in 46,82 Sekunden. Das Quartett war schneller als alle anderen Teams und durfte sich über die Goldmedaille freuen. Die Sportlerin aus Niefern-Öschelbronn genoss den Sieg mit dem Team. „Ich laufe die Staffel unheimlich gerne, es hat mich ganz arg gefreut, die Medaille mit meinen Vereinskolleginnen zu gewinnen.“ Die 24-Jährige, die zurzeit sechsmal die Woche zweieinhalb Stunden hart für ihre Erfolge trainiert, ist aktuell in sehr guter Form. Mit ihrer Zeit beim Solo-Hürden-Lauf in St. Wendel ist sie rückblickend jedoch nicht zufrieden. „Ich war fast zwei Sekunden unter meiner Bestzeit von 58,30“, so die Hürdenspezialistin. Die Konkurrenz sei nicht so stark gewesen, ordnet Krafzik ihren Titelgewinn ein. Die baden-württembergische Rivalin Jackie Baumann habe bisher die bessere Saisonzeit stehen, sagt Krafzik. Doch für das Ergebnis bei der Süddeutschen, das immerhin noch locker für Gold reichte, gibt es eine einfache Erklärung. „Ich habe bei dem Lauf experimentiert, technisch etwas Neues ausprobiert“, berichtet die 24-Jährige.

Für gewöhnlich läuft die Sportlerin die ersten fünf Hürden wegen ihrer ausgeprägten Grundschnelligkeit mit hohem Tempo an. Ab Hürde sechs bis acht, die im Kurvenbereich der Bahn liegen, wird es dann knifflig. Krafzik schildert, dass sie Probleme mit dem Rhythmus bekomme. Insofern probierte sie in St. Wendel nach einer Absprache mit VfL-Trainer Werner Späth, langsamer zu starten und den Beinwechsel bereits ab der vierten Hürde um eine Schikane vorzuziehen. Zwar kam die Leichtathletin als Erste ins Ziel, die Variante ist für sie jedoch vom Tisch.

„Ich muss meine Stärke, das hohe Anfangstempo, einfach ausspielen. Die nächsten Läufe werde ich wieder mit meiner üblichen Technik in Angriff nehmen“, sagt die Studentin, die vor drei Wochen an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg ihre Masterarbeit abgegeben hat. Wie sie den Leistungssport mit dem Studium unter einen Hut bringt, bleibt das Geheimnis der 1,65 Meter großen 24-Jährigen, die in drei Wochen bei den mündlichen Abschlussprüfungen an den Start geht. Ab Februar wird sie dann ins Referendariat einsteigen, um später an einer Grundschule zu unterrichten. Jetzt wartet am Wochenende erst einmal die nächste sportliche Herausforderung beim DLV-Meeting in Regensburg auf Krafzik, eine Woche später stehen die Baden-Württembergischen Meisterschaften auf dem Programm, dann ist für zwei Wochen Wettkampfpause, bevor Anfang August mit den Deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion der Saisonhöhepunkt ansteht. Im Vorjahr erkämpfte Krafzik auf 400 Meter Hürden Platz drei, allerdings sei Jackie Baumann da nicht fit gewesen. Diesmal ist die Konkurrentin gut drauf, „aber beim Hürdenlauf kann immer alles passieren“, betont Krafzik. „Mein realistisches Ziel ist, unter die Top 5 zu kommen.“ Der Traum ist natürlich ein Platz auf dem Podium.

Weiterlesen

Cross-Lauf in Huchenfeld

Pforzheim-Huchenfeld (pm). Beim 12. Sparkassen Cross am kommenden Samstag erwarten die Organisatoren in Huchenfeld mehr als 1000 Läufer. Insgesamt werden 16 verschiedene Läufe für verschiedene Altersklassen angeboten. Von Wettkampfanfängern SIE… »