Carolina Krafzik feiert neue Bestzeit

Leichtathletin erfüllt ihre Mission bei der Hallen-DM in Leipzig

Von Maik Disselhoff Erstellt: 18. Februar 2019, 00:00 Uhr
Carolina Krafzik feiert neue Bestzeit Starker Auftritt in der ausverkauften Arena Leipzig: Für Carolina Krafzik geht mit der Finalteilnahme auf der 400-Meter-Strecke bei der Hallen-DM ein Traum in Erfüllung. Foto: Ralf Görlitz

Vor rund 3500 Zuschauern hat Carolina Krafzik aus Niefern-Öschelbronn ihre bisherige Bestmarke auf der 400-Meter-Distanz unterboten und mit der Finalteilnahme einen weiteren großen Schritt nach vorn gemacht.

Leipzig/Niefern-Öschelbronn. Zufrieden fährt Carolina Krafzik von den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig nach Hause. Angespornt von der großen Zuschauerkulisse, ihrem Trainer Werner Späth, den Eltern, dem Freund, den Teamkolleginnen und dem eigenen Ehrgeiz knackte die 23-Jährige ihre bisherige Bestmarke von 54,70 Sekunden. Im dritten Zeitvorlauf spurtete Krafzik, die für den VfL Sindelfingen startet, in 54,51 Sekunden auf Platz zwei und stand damit im 400-Meter-Finale. „Ich bin total zufrieden“, sagt die Leichtathletin, die sich auf der Heimfahrt von der DM am Sonntagabend die Zeit für ein Gespräch mit unserer Zeitung nimmt. „Finale erreicht und im Vorlauf eine neue persönliche Hallenbestzeit aufgestellt“, zieht die Leistungssportlerin Bilanz. Satt ist Krafzik jedoch nicht. Die 23-Jährige will schneller werden. „Ich hoffe, dass es noch weiter nach oben geht“, sagt sie. Eine Stellschraube sieht sie vor allem auf den letzten hundert Metern. „Hinten raus“ möchte sie sich verbessern. Im Finale musste sich Krafzik der starken Konkurrenz beugen und belegte Platz sechs (54,95). Deutsche Meisterin wurde in ausverkaufter Halle Nadine Gonska (MTG Mannheim), die mit 53,24 Sekunden einen Favoritensieg feierte.

Bei der Hallen-DM ging Krafzik für ihren Verein auch mit der Staffel ins Rennen. „Wir sind mit 1:39,05 Minuten nah an unsere Bestzeit gekommen“, bilanziert die Athletin die 4×200-Meter-Staffel. Krafzik, Kristina Stern, Lea Creuzberger und Lisa Hartmann konnten jedoch nicht ganz vorne mitmischten und belegten in ihrem Zeitendlauf den vierten Platz.

Krafzik trainiert hart und diszipliniert für ihre Erfolge. Erst vor Kurzem holte die schnelle Frau aus Niefern bei den Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften im Glaspalast Sindelfingen den Titel sowohl im Rennen über die 400-Meter-Distanz als auch in der 4×200-Meter-Staffel. Sechsmal pro Woche trainiert die Sportlerin bei ihrem Verein in Sindelfingen. Nebenher macht sie zurzeit ihren Master an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg. Krafzik will Grundschullehrerin werden – und natürlich auch im Fach Sport unterrichten. „Man muss sehr organisiert sein“, sagt die 23-Jährige zu dem Spagat, den sie täglich zwischen Studium und Leistungssport absolviert. „Unter der Woche bin ich eigentlich nur zum Schlafen und Essen daheim.“

Eigentlich ist Krafzik Hürdenspezialistin, und erst im vergangenen Jahr wechselte sie von der kurzen Distanz in dieser Disziplin auf die 400 Meter. „Das kam durch meinen Trainer Werner Späth“, erzählt das Lauf-Ass, das die Liebe zur Leichtathletik von ihren Eltern geerbt hat. „Meine Mama ist Trainerin bei der TSG Niefern und mein Vater war selbst Leichtathlet.“ Der Wechsel auf die längere Strecke kommt Krafzik entgegen. „Ich habe einen schönen langen Schritt, und der Start, der bei der Kurzstrecke wichtig ist, war nie meine Stärke“, sagt die Sportlerin mit einem Lachen.

Neben den vielen Erfolgen, die Krafzik schon feierte, hat die Leichtathletin auch schon bewiesen, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann. 2017 erlitt sie einen Bänderriss und musste die Saison abbrechen. Doch sie kämpfte sich mühelos zurück.

Nach dem starken Auftritt in Leipzig kann sich die Niefernerin jetzt zunächst auf ihr Studium konzentrieren. In eineinhalb Wochen steigt sie dann wieder ins Training ein. Anfang Mai beginnt die Wettkampfsaison, die am 3. und 4. August mit der Deutschen Meisterschaft im historischen Olympiastadion in Berlin endet. Nach diesem Höhepunkt kann Krafzik vier Wochen lang die Beine baumeln lassen und tun, was ihr neben der Leichtathletik Spaß macht: „Relaxen und die Sonne genießen.“

Maik Disselhoff

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