Knittlinger Handballer starten in die Landesliga-Saison

Saisonauftakt: Für die Knittlinger Handballer wird es am Sonntag ernst – Landesliga-Aufenthalt soll von dauerhafter Natur sein

Von Silas Schüller Erstellt: 12. September 2019, 00:00 Uhr
Knittlinger Handballer starten in die Landesliga-Saison Wenn er spricht, hören alle zu: Bernd Zimmermann macht seinen Knittlinger Spielern klare Ansagen. Werden diese so gut umgesetzt wie zuletzt, sollte der Klassenerhalt machbar sein. Foto: Huber

Am Sonntag steht für den TSV Knittlingen das erste Landesliga-Spiel seit zehn Jahren an. Gegen die Mannschaft aus Hambrücken/Weiher wollen Bernd Zimmermann und Co. einen Auftaktsieg landen – und nebenbei ein Zeichen an die Konkurrenz schicken.

Knittlingen. Bei Bernd Zimmermann kribbelt es. Wochen-, ja vielmehr jahrelang, hat der Routinier mit den Knittlingern auf die Landesliga hingearbeitet, zunächst als Spieler, seit 2018 als Trainer. Mit seinem geschätzten Kollegen Sebastian Geider führte er die Fauststädter in der vergangenen Saison ungeschlagen durch die Bezirksliga, nach 20 Partien standen sagenhafte 20 Siege zu Buche.

Das Ziel lautet Klassenerhalt

Jetzt, nachdem der Aufstieg schon vier Monate zurückliegt, heißt das große Ziel Klassenerhalt. Wobei Zimmermann mit dem kleinen Zusatz „vorzeitig“ schon anklingen lässt, dass der TSV keinesfalls bis zum Saisonende um den Verbleib in der Landesliga kämpfen möchte. „Wir sind kein normaler Aufsteiger“, stellt der 36-Jährige unverhohlen fest – und ganz falsch liegt er damit nicht. Mit Rückraumspieler Marco Hauk hat die Mannschaft seit 2018 einen ehemaligen Bundesliga-Spieler in ihren Reihen, dazu waren Spieler wie Geider früher höherklassig unterwegs. Nun stoßen mit Philipp Blessing, Tobias Hotz und Florian Eitel drei Kräfte zum Kader, die alle schon in der Landesliga oder weiter oben gespielt haben.

Neuer Torhüter soll Sicherheit bringen

Der Torhüter Eitel etwa kommt von der SG Pforzheim/Eutingen, die in der abgeschlossenen Oberliga-Saison den fünften Platz erreichte. „Seine Vita ist beeindruckend, er bringt einen riesigen Qualitätsmehrwert ins Team“, schwärmt Zimmermann. Das Trainerduo erhofft sich von dem Neuzugang neben der sportlichen Leistung auch einen Fortschritt in puncto Erfahrung. Denn eines steht von vornherein fest: „Es wird viele enge Spiele geben, die erst in der Schlussphase entschieden werden.“ Solche Situationen haben die etablierten Knittlinger in den vergangenen Jahren nur selten durchstehen müssen – man war den meisten anderen Teams in der Bezirksliga schlichtweg überlegen. Nun müssen sich die TSVler auf durchgängig fordernde Gegner einstellen, die ihnen körperlich und mental alles abverlangen werden.

„Das Spiel auf Landesliga-Ebene ist dynamischer, man braucht mehr Kondition und muss eine gewisse Cleverness an den Tag legen“, betont Zimmermann, der nur noch bei personellen Engpässen mit dem Trikot auf die Platte geht. Sebastian Geider möchte mindestens bis zum Sommer 2020 am Ball bleiben, wodurch sich an der Aufteilung des Trainerduos keine großen Änderungen ergeben. Insgesamt zählt der Kader 15 Feldspieler und drei Torhüter, beim Training sind außerdem zwei bis drei Perspektivspieler aus dem Kreisliga-Team dabei. Angesichts des großen Klassen-Unterschieds zwischen der ersten und zweiten Mannschaft ist in den kommenden Jahren geplant, mit der Reserve in der Bezirksliga zu spielen, um den jungen Kräften den Umstieg in die „Erste“ leichter zu machen.

Handballer fiebern neuer Halle entgegen

Dafür müssen sich die Männer von Zimmermann und Geider natürlich erst in der Landesliga etablieren und einen direkten Abstieg – wie vor zehn Jahren – vermeiden. Die Vorzeichen hierfür könnten kaum besser stehen: Mit der Fertigstellung der eigenen Halle sind die Handballer demnächst wie alle anderen TSV-Abteilungen deutlich flexibler im Umgang mit den Trainingszeiten; zusätzliche Einheiten sind bald problemlos möglich. Am üblichen Pensum ändert sich indes nichts – so wird weiterhin dienstags und donnerstags trainiert.

Nach neun Wochen Vorbereitung brennen die Knittlinger auf den ersten Liga-Einsatz, nicht nur die beiden Coaches verspüren große Vorfreude auf die Heimpremiere am Sonntag. Als Gast wird man die SG Hambrücken/Weiher in der Sporthalle empfangen, ein Gegner, der für den TSV schwer einzuschätzen ist. „Ich habe mitbekommen, dass es bei denen einen Trainerwechsel gab und zwei neue Leute gekommen sind“, sagt Zimmermann. In der abgelaufenen Saison sei das Team aus dem Rheintal meistens im Mittelfeld oder im unteren Tabellendrittel platziert gewesen, weshalb sich die Hausherren durchaus einen, wenn nicht gar zwei Pluspunkte ausrechnen. „Zu Hause sollte es immer unser Anspruch sein, zu gewinnen oder zumindest dem Gegner Paroli zu bieten“, verkündet der 36-Jährige ganz pragmatisch. Dass sein Team am Sonntag auf Matthias Häfele (verletzt) und Moritz Knodel (Urlaub) verzichten muss, ändere nichts an dem Ziel, erfolgreich in die Spielzeit zu starten. Und damit gleich ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz zu senden.

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