Blau-Gelb verpasst Abschiedsgeschenk für Frank Oechsle

Die Mühlacker Handballer verlieren am 20. Spieltag gegen Calmbach mit 21:22 und schließen die Bezirksliga als Vierter ab

Von Silas Schüller Erstellt: 30. April 2019, 00:00 Uhr
Blau-Gelb verpasst Abschiedsgeschenk für Frank Oechsle Einen enttäuschenden Abend erlebt Frank Oechsle bei seinem vorerst letzten Spiel als HC-Trainer. Foto: Schüller

Aufgrund einer dürftigen zweiten Halbzeit haben die Blau-Gelben das umkämpfte Auswärtsspiel gegen Calmbach verloren. Somit bleibt den Senderstädtern nur der vierte Rang in der Bezirksliga, während Knittlingen die Saison ungeschlagen als Meister abschließt.

Mühlacker/Calmbach. Frank Oechsle ist bekannt dafür, nach nervenaufreibenden Partien schnell das Weite zu suchen. Oft kehrt der HC-Trainer nach ein paar Minuten in der frischen Luft dann wieder zurück in die Halle und unterhält sich in lockerer Runde mit Mühlacker Anhängern und Spielern. Die letzte Begegnung der Saison 2018/19 fiel genau in diese Kategorie, wobei das Ende einen etwas anderen Ausgang nahm.

Am Samstagabend sah es in der Calmbacher Enztalhalle lange danach aus, als könnte das Mühlacker Lager einen umkämpften, aber ungefährdeten Sieg gegen die angriffslustigen Hausherren feiern. Oechsle stand wie gewohnt mit stoischer Mine hinter der Spielerbank und beobachtete das sportliche Treiben wenige Meter vor ihm. Mit einem Spielgewinn hätten die Senderstädter den zwischenzeitlich aus der Reichweite geratenen dritten Rang erobern können, weil Heidelsheim/Helmsheim zuvor in Calmbach patzte. Dementsprechend motiviert traten die Mannschaften auf die Platte; die Gastgeber, um das nächste Top-Team zu schlagen, und Mühlacker, um das Saisonziel doch noch zu erreichen.

Zu Beginn setzten die Gäste die Vorstellungen ihres Trainers mustergültig um, was bis zur zehnten Minute zu einer schnellen Vier-Tore-Führung führte. Angetrieben von den lautstarken Anhängern fanden die Calmbacher danach immer besser ins Spiel und schafften dank einer längeren Phase ohne Gegentor den 8:8-Ausgleich (18.). Nun standen die Blau-Gelben unter Zugzwang, ließen sich durch die aufgeheizte Atmosphäre jedoch nicht aus der Fassung bringen. Vor allem der Rückraum um Daniel Ufrecht überzeugte in dieser Phase und führte die Oechsle-Truppe zu einer verdienten 14:11-Pausenführung.

Unter den Augen von Vereinsvorstand Thomas Ufrecht verteidigte Mühlacker den Vorsprung konsequent bis zum letzten Viertel, ehe sich ein Leistungsabfall andeutete. Der Trainer erkannte die Gefahr vorzeitig und rief seine Mannen in der 45. Minute für ein letztes gemeinsames Coaching zusammen. Trotz der zu erwartenden Calmbacher Schlussoffensive deutete zu diesem Zeitpunkt vieles auf einen Gästesieg hin, sowohl die spielerische Klasse als auch die tickende Uhr sprachen für die Blau-Gelben. Was indes nicht für die Senderstädter sprach, war die eigene Angewohnheit, zurückliegende Gegner durch Unkonzentriertheiten und halbherzigen Aktionen wieder ins Spiel kommen zu lassen. Analog zu der Heimpleite gegen Graben/Neudorf, als man sich ebenfalls vorübergehend abgesetzt hatte, unterliefen den Gästen in der „Crunchtime“ auffällig viele Fehler. Nicht nur Frank Oechsle dürfte ein ein Déjà-vu bekommen haben, auch die Gesichter der angereisten Fans versteinerten sich allmählich. Sieben Minuten vor dem Ende egalisierten die Hausherren unter ohrenbetäubendem Jubel den Spielstand (20:20), der sanfte Nieselregen auf das Hallendach wich einer Melange aus Trommelschlägen und wildem Geschrei.

Inmitten dieser Endzeitstimmung hatte Daniel Ufrecht mit einem Siebenmeter die große Möglichkeit, die Hausherren zum Schweigen zu bringen. Doch der Rückraumspieler scheiterte am Calmbacher Keeper – die Tribüne tobte umso mehr. In diesem Moment mussten sich alle, die es mit den Blau-Gelben hielten, vom dritten Platz verabschieden, was besonders den HC-Trainer schmerzte. So spielte es letztlich keine Rolle mehr, ob Nico Baumann mit dem letzten Angriff den Ausgleich erzielt oder nicht, die Entscheidung über das Rundenfazit war bereits gefallen.

Als die ehemaligen Calmbacher Kim Kallfas, Nico Baumann und Alexander Schwarz im Anschluss an den Handball-Krimi offiziell verabschiedet wurden, hielt es Oechsle nicht mehr lange in der Halle. Wie Thomas Ufrecht machte er sich schnell auf den Weg in die Heimat. Diesmal ohne Rückkehr. Am Montag zeigt sich der scheidende Trainer, der fortan nur noch als Team-Manager fungiert, immer noch enttäuscht über den bitteren Abgang: „Wir hatten den Sieg ganz in der Hand, waren aber leider wieder einmal nicht clever genug, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen.“

Von solchen Gemütslagen weit entfernt sind die Spieler des TSV Knittlingen. Die Fauststädter holten in Östringen ihren 20. Saisonsieg (36:27) und vollendeten damit ihre Fabelsaison. Zwar haperte es bei dem kommenden Landesliga-Team in der ersten Halbzeit noch ein bisschen, doch dank des starken Spielertrainergespanns Sebastian Geider (7 Tore) und Bernd Zimmermann (6 Tore) konnte man die Zwei-Tore-Führung aus der Halbzeit noch kräftig ausbauen. Das Endresultat bedeutete gleichzeitig den Abstieg der Rhein-Neckar Löwen III, was nicht zuletzt Geider und Zimmermann bedauerten, die früher in Östringen aktiv waren. Im Anschluss an die Partie genoss der Knittlinger Tross „Pizza und Wein“ (Peter König, Sportlicher Leiter) im Hause Geider, ehe ein Teil der Mannschaft mit zwei Mini-Bussen zum Kurzurlaub nach Österreich aufbrach.

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