Ein ständiges Auf und Ab

Mittrainiert: Beim Trampolin-Fitness-Kurs des SV Iptingen schüttet MT-Reporterin Julia Klassen Glückshormone aus

Von Julia Klassen Erstellt: 7. April 2018, 00:00 Uhr
Ein ständiges Auf und Ab Trainerin Evi Anastasiou (vorne) bringt ihre Gruppe und MT-Reporterin Julia Klassen (links daneben im roten T-Shirt) gewaltig ins Schwitzen. Foto: Fotomoment

Fitness- und Gesundheitssport liegt im Trend. Für alle, die mehr wollen als das übliche Bauch-Beine-Po-Training gibt es mittlerweile zahlreiche Alternativen. Beim SV Iptingen kann man seine Fitness auf einem kleinen Trampolin verbessern. MT-Mitarbeiterin Julia Klassen hat es ausprobiert.

Ungewohnt ist zu Beginn der Haltegriff am Trampolin.Ungewohnt ist zu Beginn der Haltegriff am Trampolin.

Wiernsheim-Iptingen. Früher war das Leben irgendwie einfacher. Wenn man etwas für seine Gesundheit, seine Figur oder beides tun wollte, ging man ins Fitness-Studio, zum Aerobic oder zum Bauch-Beine-Po-Kurs.

Heute hat man die Qual der Wahl. Es gibt so viele Fitness-Trends, ich würde es nicht schaffen, sie alle aufzuzählen. Manche sind mir wahrscheinlich nicht einmal bekannt. Ob Zumba, Pilates, Faszientraining, Aero-Toning, Piloxing oder Hot Iron – der Markt ist riesig, die Kurse meistens voll. Und die Entscheidung nicht leicht.

Auch die Sportvereine haben längst erkannt, dass sich ihre Mitglieder besondere Angebote wünschen. Der SV Iptingen zum Beispiel geht mit den Trends und hat seit Kurzem ein neues Angebot im Programm. Trampolin-Fitness heißt es, auf Neudeutsch „Rebounding“. Dafür hat sich der Verein extra zehn kleine Trampoline angeschafft, für mehr als 100 Euro das Stück. „Diese Investition war schon ein Risiko“, sagt Bärbel Rapp, die Leiterin der Abteilung Freizeitsport beim SVI. Es hat aber den Anschein, als ob sich die Risikobereitschaft des Vereins auszahlt. Denn von der Resonanz auf das neue Angebot waren die Verantwortlichen selbst überrascht. „Statt einem haben wir jetzt wöchentlich drei volle Kurse“, sagt Bärbel Rapp. Und eine Warteliste.

Rebounding ist gelenkschonend und für Arthrose-Patienten geeignet, beugt Rückenproblemen und sogar Krampfadern vor

Warum das Rebounding bei den Iptingern so beliebt ist, will ich nun selbst herausfinden. Trainerin Evi Anastasiou aus Vaihingen jedenfalls muss einer der Gründe dafür sein. Mit einem strahlenden Lächeln empfängt sie die Teilnehmer am Samstagmorgen. „Jetzt wollen wir mal den Puls ein bisschen in die Höhe treiben“, sagt sie. Für jeden steht ein Trampolin bereit. Die kleinen Hüpfgeräte sind bekannt, die gibt es schon seit Jahrzehnten. Neu ist für mich der Haltegriff, der vorne angebracht ist.

Es geht ganz gemütlich los. Ein ständiges Auf und Ab, dazu laute Musik. So kann es weitergehen.

Geht es natürlich nicht. Ein Fitnesskurs ist und bleibt anstrengend, auch wenn man sich für eine kurze Zeit lang schwerelos fühlt. Evi Anastasiou gibt den Rhythmus vor. Und der wird irgendwie immer schneller. Die 46-Jährige ist schon seit mehr als 25 Jahren Fitnesstrainerin und hat schon viele Trends mitgemacht. Sie gibt Kurse in verschiedenen Vereinen, seit acht Jahren auch im SV Iptingen. Evi Anastasiou hat Ausbildungen in Thai Bo, Pilates, Wirbelsäulengymnastik, Step Aerobic, ist lizenzierte Zumba-Fitness-Instructorin und K-Bo-Trainerin, um nur einige Ausbildungen zu nennen. Nur Yoga war ihr ein bisschen zu langsam. „Ich liebe Sport“, sagt sie, „das ist mein Ding.“ Und das merkt man.

Apropos merken. Ich merke, wie das Hüpfen immer anstrengender wird. „Du könntest morgen einen extremen Muskelkater haben“, warnt mich die Trainerin schon mal vor. Da freue ich mich aber. Beim Rebounding sind 400 Muskeln im Einsatz. „Viel mehr als bei anderen Ausdauersportarten“, betont Evi Anastasiou. Trotzdem sei der Sport gelenkschonend, für Arthrose-Patienten geeignet, beuge Rückenproblemen und sogar Krampfadern vor. Ach ja und Spaß macht es auch noch. „Beim Hüpfen werden Glückshormone ausgeschüttet“, sagt die Vaihingerin. Und das nicht nur bei Kindern.

Ich schaue mich um. Alle haben trotz des anstrengenden Programms ein Lächeln auf dem Gesicht. Manche springen höher, andere nicht so hoch. Auch das ist ein Vorteil der Trampolin-Fitness. „Es ist für jeden geeignet“, sagt Evi Anastasiou, „Gewicht, Alter und Leistungsniveau sind nebensächlich. Die Techniken sind leicht erlernbar und garantieren schnelle Erfolgserlebnisse.“ Das spiegelt sich auch im Teilnehmerfeld wider. Meine Hüpf-Kameraden sind zwischen 16 und über 60 Jahre alt.

Richtig anstrengend wird es allerdings, wenn der Haltegriff zum Einsatz kommt. Denn dann geht es hoch hinaus. Ich muss aufpassen, dass es mich nicht vom Trampolin katapultiert. Aber ich bleibe oben. Jetzt schwitze ich richtig und trotzdem möchte ich nicht aufhören. Denn nach jedem anstrengenden Teil dürfen wir auch wieder locker hüpfen. Stillstand gibt es allerdings – bis auf eine kurze Trinkpause – nicht. Und das ist gut so, denn nur so wird auch die Ausdauer optimal trainiert. Bis zu 800 Kalorien verbrennt man, je nachdem wie intensiv man die Übungen ausführt, in einer Dreiviertelstunde. Dafür müsste ich mehr als 90 Minuten joggen. Was ich natürlich nicht mache. Leider.

Als ich nach 45 Minuten vom Trampolin steige, fühlen sich meine Beine ganz schön wackelig an. Trotzdem fühle ich mich gut. Auch weil der Muskelkater erst am nächsten Tag einsetzt. Trampolin-Fitness kommt auf jeden Fall auf die Liste meiner Lieblings-Fitness-Trends. Den Bauch-Beine-Po-Kurs von früher hat Rebounding jedenfalls überholt. Im Flug sozusagen.

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