Zwischen Bundesliga und Bezirksliga

Ball und Beruf: Sören Christofori von Phönix Lomersheim behandelt die Blessuren unter anderem von Bietigheims Handballerinnen

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 23. Januar 2016, 00:00 Uhr
Zwischen Bundesliga und Bezirksliga Ausgebildeter Masseur, Physiotherapeut und Sport-Fachwirt: Sören Christofori kümmert sich um das Knie seines Patienten Gerd Vogel. Foto: Stahlfeld

Seit Kurzem besucht das Mühlacker Tagblatt Amateurfußballer der Region dort, wo sie Profis sind: am Arbeitsplatz. In loser Folge stellen wir die Spieler und ihren beruflichen Alltag vor. Im sechsten Teil unserer Serie geht es um Sören Christofori von Phönix Lomersheim, der beruflich in der Bundesliga aktiv ist.

Mühlacker-Lomersheim. Es gibt sicherlich viele Gründe, warum aktuell auch Fußballer die Handball-Europameisterschaft interessiert verfolgen. Bei Sören Christofori, der als Fußballer für den TSV Phönix Lomersheim stürmt, kommt das Interesse nicht von ungefähr. Der Physiotherapeut betreut die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim bei ihren Einsätzen in der 1. Bundesliga.

Sören Christofori ist vor allem donnerstags beim Training der Handballerinnen regelmäßig vor. Ort. Von Viertel nach acht bis Viertel vor zehn Uhr wird trainiert, dann ist die Behandlung durch den Physiotherapeuten gefragt. „Da geht es auch im Training zur Sache“, erzählt der 27-Jährige, dass die Spielerinnen keinesfalls zimperlich miteinander umgehen und so ein „Pferdekuss“ schon mal drin ist.

Doch auch an ihren Spieltagen halten die Handballerinnen Sören Christofori auf Trab. Einmal ging es Samstagsmorgens nach Berlin, wo abends ein Spiel angesetzt war. Montags fuhr der Tross weiter nach Leipzig, wo am Mittwoch das nächste Spiel anstand. Dann Rückreise nach Bietigheim. Der Physiotherapeut: „Um 4 Uhr morgens waren wir zurück und ab 9 Uhr war ich wieder bei der Arbeit.“

Bei der Arbeit wohlgemerkt. Denn die Betreuung der Bundesliga-Handballerinnen absolviert Sören Christofori neben seiner 40-Stunden-Arbeitswoche im Reha-Zentrum Hess in Bietigheim-Bissingen. Auch hier ist er unter anderem also Physiotherapeut gefragt.

„Das Kniegelenk besteht aus drei Teilgelenken“, erklärt er, während er im Reha-Zentrum an einem Dienstagnachmittag das Bein von Gerd Vogel beugt, streckt und vorsichtig dreht, damit eben diese drei Teilgelenke wieder beweglich werden.

Gerd Vogel, Jahrgang 1938, hat Arthrose im rechten Knie. „Des knackt wie in einem Holzfuß“, sagt der Benninger, der schon seit gut zwei Jahren bei Christofori auch wegen anderer Beschwerden in Behandlung ist. Gerd Vogel vertraut Sören Christofori. „Das ist wichtig“, stellen beide unisono fest. Längst hat sich zwischen Therapeut und Patient ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt.

Doch Sören Christofori arbeitet im Reha-Zentrum nicht nur am Patienten, an drei Tagen die Woche ist er in der Verwaltung tätig. Personal, Marketing und Controlling lauten hier die Stichworte für den Sport-Fachwirt. So darf er sich seit einem berufsbegleitenden Studium nennen. „Eigentlich habe ich drei Berufe“, berichtet er dann, wie er nach dem Realschulabschluss in Mühlacker seine Laufbahn mit einer Ausbildung zum Sportlehrer begann. Es folgte die Ausbildung zum Masseur, dann die Weiterbildung zum Physiotherapeuten und schließlich das Studium.

Sören Christofori war von klein auf vom Sport begeistert und so war es für ihn ziemlich schnell klar, dass er auch beruflich in diesem Bereich tätig sein will. Ebenfalls von klein auf steht der ehemalige Lomersheimer in seiner Freizeit auf dem Fußballplatz. Seine Fußballkarriere startete bei den Bambini der Phönix. Von der C-Jugend (U14) bis zur A-Jugend (U18) war er dann beim SV Illingen aktiv. Danach kehrte er zu Phönix Lomersheim zurück, wo er in der Bezirksliga im offensiven Mittelfeld und im Sturm spielt. Nur einmal war Christofori woanders aktiv. Im Sommer 2012 wechselte er zum SV Germania Bietigheim, kehrte von dort ein Jahr später zurück zum TSV Phönix.

Die Lomersheimer trainieren dreimal pro Woche. Für Sören Christofori ist das eine Herausforderung und erfordert exaktes Timing. Seine Tage sind durchgeplant: „Meine Woche ist straff durch getaktet. Ich möchte so wenig wie möglich im Fußball verpassen.“ Die Fahrten von seinem Wohn- und Arbeitsort Bietigheim nach Lomersheim nimmt er dennoch gerne in Kauf. „Fußball war für mich immer schon das Größte, es ist für mich der beste Sport.“ Wichtig ist ihm der Teamgedanke: „Wir sind ein eingeschworener Haufen in Lomersheim und haben eine gute Mannschaft, die gut Fußball spielen kann. Sören Christofori mag das ambitionierte Spiel der Lomersheimer:. „Da machte es Spaß sich auf dem Platz zu schinden.“ Der Fußball in Lomersheim, das ist für den Bietigheimer ein Stück Heimat.

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