Zurück zur Leichtigkeit

Der SV Sternenfels hat nach dem Amtsantritt von Trainer Jochen Heim die Hoffnung auf einen sportlichen Aufbruch

Von Silas Schüller Erstellt: 10. August 2019, 00:00 Uhr
Zurück zur Leichtigkeit Zurück zur Leichtigkeit

Der SV Sternenfels möchte die vertrauten Niederungen der Kreisliga B7 verlassen. Mit Jochen Heim am Steuer stehen die Chancen hierfür nicht schlecht.

Sternenfels. Donnerstagabends am Sandberg. Rund 15 junge Männer in Fußballerkluft winden sich um einen Hütchen-Parcours; immer mit dem gleichen Tempo, immer mit ihrem Chef im Rücken. Jochen Heim ist zwar kein Spielertrainer, doch nur Zuschauen ist seine Sache nicht. „Ich sitze im Arbeitsalltag die ganze Zeit im Büro, da bin ich für diese Möglichkeiten dankbar“, gesteht der 51-Jährige. Tatsächlich wirkt der neue Übungsleiter beim SVS keineswegs geschlauchter als seine Kicker – zumindest nach der ersten halben Trainingsstunde.

Obwohl Heim erst vor wenigen Wochen die Spieler kennenlernte, ist das Verständnis füreinander weit fortgeschritten. Das betrifft nicht nur die fachlichen Elemente, auch der Humor darf bei den Übungseinheiten nicht fehlen. Als die Vereinsführung im Frühjahr die Entscheidung traf, die Zusammenarbeit mit Imam Özalp (wechselte zum FV Lienzingen) zu beenden, spielte vermutlich auch die Hoffnung, durch einen Trainerwechsel eine gewisse Unbeschwertheit ins Team zurückzubringen, eine Rolle.

Jochen Heim weiß nach einem halben Dutzend Stationen in diversen Ligen genau, wie man einer strauchelnden Truppe Leichtigkeit vermittelt. Einen ersten Eindruck verschaffte sich der zugezogene Nieferner Anfang Juni, als Sternenfels beim Tabellennachbarn Aurich mit 1:3 den Kürzeren zog. Am Ende der Saison standen magere zwölf Punkte zu Buche, was lediglich zu Platz 14 (ein Rang über dem Schlusslicht Kaman Bönnigheim II) in der Kreisliga B7 reichte. Für den ehemaligen Oberliga-Trainer sind diese Fakten aber kein Grund gewesen, das Engagement in der nördlichsten Enzkreis-Gemeinde nicht anzutreten. Heim sieht die Aufgabe am Sandberg eher als neue Herausforderung, die er nach seiner einjährigen Auszeit gerne angenommen habe. Bei seiner vorherigen Station in Nussdorf (Kreisliga A2) war Heim als Retter vor dem Abstieg gefordert, strafte die pessimistischen Stimmen Lügen und stellte noch vor dem Saisonendspurt den Klassenerhalt sicher. Insofern ist es für ihn nichts Neues, sich im klassischen Amateurfußball zu beweisen. „Ich fühle mich hier pudelwohl. Die Bedingungen sind spitze, wir haben zwei gute Rasenplätze und auch sonst eine tolle Anlage. Jeder andere Verein wäre gerne in unserer Position“, schwärmt der neue Mann an der Seitenlinie.

Etwaige Fragen, warum es in der jüngeren Vergangenheit nur zu Plätzen in der unteren Tabellenhälfte gereicht hat, schiebt der 51-Jährige lieber beiseite; für ihn zählt das Hier und Jetzt. Gleichwohl habe er beim ersten gemeinsamen Treffen Konfliktpotenzial innerhalb des Kaders ausgemacht, das noch aus der abgelaufenen Runde herrührt. „Sowas spreche ich direkt an, weil es nichts bringt, die Probleme mit in die Vorbereitung oder Saison zu nehmen“, erklärt Heim. Nach dem Training sei er für jeden Spaß zu haben, davor müsse aber „Zug drin sein“. Generell sehe er sich als Bindeglied zur Mannschaft, nicht als übergeordnete Instanz. Das schließe die Betonung von Disziplin und Erfolgswille nicht aus, im Gegenteil: „Jedem ist doch klar, dass wir besser abschneiden wollen als in der letzten Saison. Deshalb müssen wir zusammen den bestmöglichen Weg finden, dieses Ziel zu erreichen.“ Am Einsatzwillen mangelt es den Sternenfelsern nicht, wie im Lehrbuch befolgen sie die Anweisungen ihres Trainers und hören bei längeren Erklärungen artig zu. „Vor allem die Jüngeren sind sehr neugierig und wollen dazulernen“, freut sich Heim. Eine Woche vor dem schweren Auftaktspiel in Horrheim blickt er zuversichtlich auf die Spielzeit, die man sicherlich „nicht als Meister“ beenden werde. Mit Platz neun wäre man dagegen zufrieden, Hauptsache „einstellig“. Wobei auch diese Vorgabe nicht in Zement gegossen ist: „Das Team soll sich entwickeln und wird dafür seine Zeit bekommen.“

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