Warnsignal

Von Lukas Huber Erstellt: 11. Juli 2019, 00:00 Uhr
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Vereinsverantwortliche sollten auch die Fairness-Tabelle im Blick haben

Eine Fußballsaison liefert, wenn sie zu Ende geht, immer viele Zahlen, Daten und Fakten. Am brisantesten sind dabei sicherlich die Punkte, die Aufschluss darüber geben, welche Teams über weite Strecken am besten oder zumindest am effektivsten gespielt haben. Doch es gibt auch noch andere Statistiken, die durchaus interessant sein können.

Ein Beispiel dafür ist die Fairnesstabelle, die auf den ersten Blick mit den Summen der gelben Karten, der Platzverweise und letztlich der Quote etwas abstrakt erscheint. Bei näherer Betrachtung liefert allerdings auch sie Erkenntnisse, wie eine Mannschaft über die gesamte Länge einer Runde aufgetreten ist.

So kann eine hohe Quote etwa bedeuten, dass eine Elf übermäßig viele Fouls begangen hat. Das wäre auch in Ordnung – gehören sie doch schließlich zum Spiel dazu –, wenn die Gesundheit anderer nicht gefährdet wird. Anders sieht es bei der offenbar sinkenden Hemmschwelle aus, was die Meckereien betrifft. Ein Phänomen, das laut Schiri-Obmann Eckhart Streckfuß nicht nur auf den Plätzen der unteren Ligen, sondern auch im höherklassigen Fußball immer häufiger zu beobachten ist.

In dieser Hinsicht kann man sich schon einmal fragen, ob es an den Haaren herbeigezogen ist, „Bruddeleien“ mit der Entwicklung des fehlenden Schiedsrichter-Nachwuchses zu verknüpfen. Zusammenhänge gibt es hier aber durchaus, auch wenn es noch andere Gründe gibt. Fakt ist, dass sich niemand, der seine Freizeit dafür opfert, damit andere ihr Hobby ausüben können, jede Woche von Spielern und Zuschauern beleidigen lassen möchte.

Für die meisten Kicker ist es allerdings eine Selbstverständlichkeit, dass jeden Sonntag ein qualifizierter Unparteiischer parat steht. Wenn nun aber ein Obmann befürchtet, dass in zwei bis drei Jahren keine ausgebildeten Schiedsrichter mehr für die untersten Ligen zur Verfügung stehen könnten, so muss das sowohl für Verantwortliche und Spieler als auch für Zuschauer ein Warnsignal sein, dass der Spielbetrieb auf lange Sicht in Gefahr ist. Und dieses gilt es, auch ernst zu nehmen.

Hier kommt wieder die Tabelle ins Spiel, die in Zeiten sinkender Bereitschaft in der Schiedsrichterei an Bedeutung gewinnt. Funktionäre und Trainer, die ihre Akteure in der Regel gut kennen, sollten daher neben der Punkte- und Torestatistik auch dieses Zahlenwerk analysieren und sich sprichwörtlich an die eigene Nase fassen. Will heißen: Sie sollten sich diejenigen zur Brust nehmen, die auf dem Platz des Öfteren die gute Kinderstube vergessen.

Zu behaupten, dass sie allein damit ihren gewohnten Spielbetrieb retten, wäre sicher utopisch. Sie können so aber einen kleinen Beitrag leisten, dass auch die Schiris auf lange Sicht wieder mehr Spaß an ihrem Hobby haben und auch in Zukunft am Ball bleiben.

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