Vom SV Iptingen auf die Play Station

Spielekonsole nimmt die Zukunft vorweg: Matthias Bader erhält Profivertrag beim Karlsruher SC und spielt wohl bald in der Bundesliga

Von Anja Schröder Erstellt: 14. Februar 2015, 00:00 Uhr
Vom SV Iptingen auf die Play Station Auf der Play Station 4 gibt es Matthias Bader schon, wenngleich noch ohne Portraitbild. Demnächst wird der 17-Jährige wohl auch ganz real für den Karlsruher SC auflaufen. Foto: Schröder

Das Leben von Matthias Bader ändert sich derzeit rasant. Der 17-Jährige aus Mönsheim, der beim SV Iptingen das Fußballspielen gelernt hat, wird womöglich schon bald in der 2. Bundesliga auflaufen. Oder sogar in der 1. Bundesliga, falls der Karlsruher SC den Aufstieg schaffen sollte.

Mühlacker. Die beiden Fünftklässler sitzen vor der Play Station und „trainieren“. Wenn das Wetter kalt und regnerisch ist, muss eben auf der Konsole gekickt und gedribbelt werden. Beim Spiel des Karlsruher SC gegen den Hamburger SV – ob in der 1. oder 2. Bundesliga, sei mal dahingestellt – schnappt sich gerade ein junger KSC-Spieler den Ball, hebelt die Abwehr des Gegners mit einer gekonnten Drehung aus und schießt mit voller Wucht den Ball zwischen die Pfosten. Was die Jungs nicht wissen: Matthias Bader, dessen Avatar eben noch für Jubelstürme an der PS4 sorgte, steht im richtigen Leben dicht neben ihnen auf dem Schulhof des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) in Mühlacker.

Der 17-Jährige aus Mönsheim bereitet sich derzeit aufs Abitur in den Fächern Englisch, Deutsch und Sport vor, seit Oktober vergangenen Jahres hat er zudem einen Profivertrag beim Karlsruher SC in der Tasche, der ihn bis Ende Juni 2018 an den Zweitligisten bindet. „Matthias hat sich hervorragend entwickelt, ist einer der Leistungsträger unserer so erfolgreichen U19. Wir sind absolut überzeugt von seinem Potenzial“, erklärte KSC-Sportdirektor Jens Todt kurz nach dem Abschluss des Vertrags. „Wir freuen uns umso mehr über die Entscheidung für den KSC, als er auch bei anderen Vereinen weit oben auf dem Zettel stand.“

Der gebürtige Iptinger, der beim SV Iptingen seine Fußball-Karriere startete, spielt seit der E-Jugend für den Sportclub. Bei einem Turnier in Mühlacker, wo er noch als F-Jugendlicher die E-Mannschaft der Iptinger unterstützte, seien die Karlsruher auf ihn aufmerksam geworden. Das Talent kommt nicht von ungefähr: Papa Andreas, der beim SV Iptingen als Schriftführer fungiert, spielte selbst als Torwart für Schwäbisch Hall in der Oberliga. Seit seiner Entdeckung hat sich Matthias’ Leben und auch das seiner Familie rasant verändert. Neben den Fahrten zum Training in die badische Metropole kamen noch die Auswärtsspiele der KSC-Jugend hinzu. Übernachtungen bei Gastfamilien standen für den Rechtsverteidiger auf der Tagesordnung. Die Berufung in die badische Auswahl und schließlich in die Jugendnationalmannschaft waren weitere wichtige Schritte des Mönsheimers auf dem Weg zur ersehnten Profikarriere. „Derzeit habe ich fünfmal die Woche Training und ein Spiel. Beim KSC achtet ein pädagogischer Leiter auch auf die Schulnoten der Spieler. „Im Januar war ich mit den Profis in einem Trainingslager in Spanien und habe dort sogar eine Klausur geschrieben“, berichtet Matthias Bader, der auch nach dem Abitur seine berufliche Karriere neben dem Fußball nicht aus den Augen verlieren will. „Mir schwebt zum Beispiel ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement vor. Zum einen habe ich dann noch ein weiteres Standbein neben der Profikarriere, zum anderen finde ich es wichtig, im Lernrhythmus zu bleiben.“

Regelmäßiges Krafttraining in der Enztalsporthalle

Von den KSC-Verantwortlichen hat er bislang ein positives Feedback seit Unterzeichnung des Profivertrags erhalten. Matthias habe eine gute Entwicklung durchlaufen und sich vor allem körperlich gesteigert. Regelmäßige zusätzliche Trainingseinheiten im Kraftraum der Mühlacker Enztalsporthalle tragen dazu bei. Ab und zu besucht er Freitagnachmittags die Fußball-AG seiner Schule, die er über ein Jahr selbst als Mentor geleitet hat, um sein Können und Wissen an die jüngere Generation weiterzugeben. Die kann seinen Avatar auch weiterhin auf der PS4 über den Platz jagen, doch vielleicht sehen die Jungs ihn bald öfter für die erste Mannschaft des Karlsruher SC in der Sportschau auflaufen.

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