Unvorbereitete Vorbereitung

Intensiv will die Spvgg Zaisersweiher die kurze Winterpause nutzen – jedoch ohne einen festen Stundenplan

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 15. Januar 2014, 00:00 Uhr
Unvorbereitete Vorbereitung Ohne Plan, aber nicht planlos: Jürgen Widmann verzichtet in dieser Winterpause auf ein ausgefeiltes Trainingskonzept. Er entscheidet über die Schwerpunkte je nach Wetterlage. Foto: Rubner

Das letzte Jahr ist Jürgen Widmann noch in unguter Erinnerung. Mit viel Aufwand hatte der Trainer der Spvgg Zaisersweiher einen Plan für die Rückrundenvorbereitung ausgearbeitet, der dann gewissermaßen im Schnee steckenblieb. Deswegen soll es in diesem Jahr Training quasi aus dem Stegreif geben.

Maulbronn-Zaisersweiher. Wer wie Jürgen Widmann in Böhmenkirch auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen ist, der sollte raue und schneereiche Winter eigentlich gewohnt sein. Der Winter 2012/2013 aber ging ihm auf die Nerven. Sein ganzes Konzept war hinfällig, weil Frost und Schnee den Fußballplatz in Zaisersweiher über Wochen hinweg fest im Griff hatten. In seinem schwäbischen Stakkato kann er noch heute herrlich darüber schimpfen. „Zig Mal hen mir den Platz freig’schaufelt – und dann hat’s wieder g’schnien. Der ganze Trainingsplan für d’ Katz. Des mach i nemme!“

Deswegen will er in diesem Jahr einfach je nach Witterung spontan entscheiden, welche Fächer er auf den Stundenplan setzt. Taktik und Technik, soweit es die Platzverhältnisse zulassen. Kondition und Schnelligkeit, wenn nichts anderes mehr möglich ist. Am Freitag kommender Woche bittet Widmann zur ersten Übungseinheit.

„Wir werden schon schauen, dass wir einigermaßen fit bleiben“, verspricht Jürgen Widmann. „Wenn es schneit, haben andere Vereine die gleichen Probleme.“ Gerade die Ligakonkurrenten aus dem Schwarzwald vermutlich noch viel stärker als Zaisersweiher. Eines aber hat sich Jürgen Widmann fest vorgenommen: Kompakt und intensiv sollen die vier Wochen Vorbereitung werden.

„Wir werden nichts anderes machen als seither und nichts Neues. Wir wollen unsere seitherige Spielweise verfeinern.“ Dabei dürfte ihm entgegenkommen, dass der Kader in der Winterpause gänzlich unverändert blieb. Keine Neuverpflichtungen, die in die Mannschaft zu integrieren wären. Keine Abgänge, die Löcher reißen und taktische Umstellungen erfordern würden. „Wichtig ist vor allem, dass das Training Spaß macht und abwechslungsreich ist. Auch im Winter“, stellt Widmann Ansprüche an sich selbst.

Der Blick auf die Tabelle ist auch nicht dazu angetan, Nervosität auszulösen. Platz sechs ist eine Position, mit der Widmann auch am Saisonende glücklich wäre. Der 3:0-Sieg gegen Nussbaum im letzten Spiel vor Weihnachten hat zusätzlich für Gelassenheit gesorgt.

Das Punktspiel-Programm jedoch beginnt schon früh mit dem Nachholspiel gegen Alemannia Wilferdingen am 22. Februar. Danach folgt am 1. März ein weiteres Nachholspiel gegen den TSV Grunbach II und dann am ersten regulären Spieltag am 9. März gegen Tabellenführer Sportfreunde Feldrennach. „Drei Heimspiele hintereinander, das wollen wir nutzen“, so Jürgen Widmann. Also gilt es, binnen Kurzem auf Betriebstemperatur zu kommen.

Völlig konzeptlos wird das kaum gehen, weiß auch der Trainer. Doch womöglich schlummert ja sein Trainingskonzept von letztem Jahr noch auf der Festplatte. Dann wäre die viele Arbeit von damals doch nicht für die Katz.

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