Türkischer SV freut sich auf die B-Liga

Mühlacker Fußballverein will sich nach der Meisterschaft in der Kreisklasse C1 Pforzheim neu aufstellen

Von Maik Disselhoff Erstellt: 31. Mai 2017, 00:00 Uhr
Türkischer SV freut sich auf die B-Liga „Meister – und zwar absolut verdient“ steht auf den T-Shirts: Der Türkische SV Mühlacker holt in der C1-Liga Pforzheim den Titel. Derzeit feilt der Club an neuen, nachhaltigen Strukturen. Foto: privat

Allen widrigen Bedingungen zum Trotz hat der Türkische SV Mühlacker in der C1-Liga die Meisterschaft geholt. Der Club schaut jetzt nach vorne und verfolgt gleich mehrere ehrgeizige Ziele.

Mühlacker. Die Fußballer des Türkischen SV Mühlacker haben die Meisterschaft am letzten Saisonspieltag bei der Reserve des FC Enzberg klargemacht. Nach dem 6:1-Auswärtssieg konnte der Türkische SV feiern – wenn auch mit Einschränkungen. Zurzeit ist Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, und deshalb war bei aller Freude auch Zurückhaltung geboten. Einen Autokorso von Enzberg nach Mühlacker mit etwa 20 Fahrzeugen gab es trotzdem. Zweimal bahnte sich der blecherne Lindwurm seinen Weg durch die Bahnhofstraße im Stadtzentrum. „Am 22. Juli wollen wir die Meisterfeier im Uhlandbau nachholen. Dabei wollen wir auch die Entwicklung des Vereins Revue passieren lassen“, kündigt der Sprecher des Vereins, Sami Havcarci, im Gespräch mit unserer Zeitung an. Die Öffentlichkeit sei zur bewirteten Veranstaltung eingeladen. Havcarci ist in diesen Tagen freilich nicht nur mit der Frage beschäftigt, ob im Uhlandbau mit Livemusik oder einem DJ gefeiert wird, ihn beschäftigen ganz andere, grundlegendere Fragen. „Unser primäres Ziel ist, bleibende und nachhaltige Vereinsstrukturen zu schaffen“, betont der Sprecher, der daran erinnert, dass der Club vor der Saison kurz vor seiner Auflösung stand.

Nicht nur sportlich scheint der Türkische SV auf einem guten Weg, auch die Mitgliederbasis ist laut Havcarci inzwischen immerhin wieder auf 90 Köpfe angewachsen. „Jetzt brauchen wir dringend ehrenamtliches Personal, das sich aktiv einbringt.“ Der Club hat viel vor. Neben der ersten Mannschaft, die in der kommenden Saison als Aufsteiger in der B-Liga antreten wird, will der Türkische SV auch eine Reserve stellen, die in der C-Liga angreifen soll. „Vielleicht auch als Flex-Mannschaft“, denkt Havcarci laut nach, der in Sachen Kaderplanung gerade mit verschiedenen Fußballern in Gesprächen ist.

Ob der beste Torjäger der C1-Liga, Sezai Özdemir, auch in der nächsten Saison wieder für den Türkischen SV stürmen wird, steht noch nicht fest. Der Mann, der im Laufe der Saison 37-mal getroffen hat, ist immerhin schon 44 Jahre alt. „Seine Gesundheit geht vor, es ist fraglich, ob er noch einmal aktiv eingreifen wird“, sagt Havcarci. Özdemirs Klasse wird mit Blick auf den Abstand zum zweitbesten Torjäger der Liga deutlich. Alexandru-Florin Hampu vom Vizemeister SC Pforzheim verbuchte „nur“ 26 Treffer.

Der Vizevorsitzende des Türkischen SV, Recep Coscun, hat das Team in der C-Liga zur Meisterschaft geführt. Er wird die Elf in der nächsten Saison in der B-Liga jedoch nicht mehr betreuen (wir berichteten). Nach sieben Jahren Auszeit vom Fußballgeschäft kehrt Cavit Cakir zurück auf die Trainerbank. Der einstige Coach und Vorsitzende des FC Anadolu Mühlacker (später FC Mühlacker) übernimmt laut Havcarci zur neuen Saison die sportliche Verantwortung beim Türkischen SV Mühlacker, fungiert als Trainer und Spielleiter in Personalunion. Dies allerdings im Tandem mit Christos Rengas, der ebenfalls beim FC Anadolu schon Mitverantwortung hatte. Drei Neuzugänge für die Mannschaft hat der Türkische SV Mühlacker bereits bekanntgegeben: Birindar Atmaca kommt vom TSV Wiernsheim, Samet Altuntas vom FV 08 Göbrichen und Turgay Yildirim von Fatihspor Pforzheim. „Unser Kader umfasst zurzeit etwa 17 bis 18 Spieler. Wir wollen uns für die Zukunft breiter aufstellen“, kündigt der Sprecher des Vereins an. Sponsoren, die nicht nur mit Blick auf dieses Ziel eine wichtige Rolle spielen, habe man bereits gefunden.

Der Türkische SV scheint auf einem guten Weg zu sein, und der jüngste sportliche Erfolg tut dem Team gut, das immer noch keine echte Heimat hat. Der Club hat kein Vereinsheim, die Spieler ziehen sich vor Heimspielen in der Enztal-Sporthalle oder unter freiem Himmel direkt am Spielfeldrand um, das sich ein Stück weit hinter dem Mühlacker Hallenbad befindet. Havcarci ringt mit der Stadt um Verbesserungen, allerdings liegt noch kein greifbares Ergebnis auf dem Tisch. Havcarci ist dennoch optimistisch, dass sich etwas bewegt: „Die Stadt unterstützt uns hervorragend und ist sehr um eine Lösung bemüht.“

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