Sportliches Fiasko mit viel Flachs

Mühlacker Teams bleiben bei Sindelfinger Hallenfußballgala ohne Torerfolg – Trotzdem viel Spaß im Glaspalast

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 31. Dezember 2014, 00:00 Uhr
Sportliches Fiasko mit viel Flachs Thomas Kurfiß (Großglattbach, li.) im Zweikampf mit einem Gegner des SV Ümmet Stuttgart. Hat mehr zu tun, als ihm lieb ist: Sebattin Yildirim im Tor des Türkischen SV Mühlacker (re.). Foto: Eigner

Aus dem direkten Stadtderby bei der Sindelfinger Hallenfußballgala ist nichts geworden. Sowohl der TSV Großglattbach als auch der Türkische SV Mühlacker sind in der Gruppenphase kläglich gescheitert. Der indirekte Vergleich endet remis, und auch in puncto Humor stehen sich beide Teams in nichts nach.

Sindelfingen/Mühlacker. „Zu den Favoriten beim Stadtpokal zählen wir nach der Vorstellung jedenfalls nicht“, flachsen die Spieler beider Mannschaften einhellig, als sie sich nach ihren letzten Gruppenspielen am Montagabend auf den Weg in die Umkleiden machen. Mag sein. Aber beim Hallen-Stadtpokal, den der Türkische SV Mühlacker am kommenden Wochenende ausrichtet, werden die Karten dann doch neu gemischt. Das Spielfeld in der Enztalsporthalle wird mit 40 mal 20 Metern deutlich kleiner sein als im Sindelfinger Glaspalast, wo 50 mal 30 Meter zur Verfügung stehen. Statt auf Kunstrasen wie bei der Hallenfußballgala wird beim Stadtpokal auf Linoleumboden gespielt. Statt Kleinfeldtore (5×2 Meter) werden Handballtore (3×2 Meter) aufgestellt, was starken Torhütern wie Ralph Augenstein entgegenkommen dürfte. Er hielt den TSV Großglattbach am Montagabend einige Male mit Glanztaten im Spiel, stand allerdings bei manchen Gegentoren auf verlorenem Posten. Und: Beim Stadtpokal in Mühlacker gibt es keine Rundumbande.

Jene Rundumbande machte den beiden Mühlacker Vertretern in Sindelfingen einige Schwierigkeiten. Jeder Flachschuss neben das Tor kommt sofort als Abpraller zurück und leitet nicht selten den gegnerischen Konter ein. Sowohl Großglattbach als auch der Türkische SV wurden so einige Male kalt erwischt, als die Verteidiger zu sehr aufgerückt waren.

Bereits nach den ersten beiden Vorrundenspielen ist für beide Teams klar, dass es an diesem Abend mit dem Einzug in die K.o.-Ausscheidung nichts wird. Großglattbach hat seine erste Partie in Gruppe 32 gegen den TSV Nellmersbach II (Kreisliga B Rems-Murr) durch ein Gegentor in der Schlussminute knapp mit 0:1 verloren, der Türkische SV ist in Gruppe 31 dem B-Ligisten TSV Georgii Allianz Stuttgart gar mit 0:4 unterlegen und verliert mit dem gleichen Ergebnis auch gegen die Spvgg Bissingen (Kreisliga A Enz-Murr).

Die Großglattbacher könnten in ihrem zweiten Gruppenspiel sogar eine Runde Freibier gewinnen, die ein Turniersponsor für jedes 30. Tor des Abends ausgelobt hat. 23 Treffer sind bis zu jener Begegnung mit dem A-Ligisten SV Ümmet Stuttgart gefallen, der die technisch versiertere Mannschaft stellt und innerhalb von neun Minuten eine 6:0-Führung herausschießt. Doch der Treffer, der das Freibier brächte, will in den verbleibenden 60 Sekunden nicht mehr fallen. „Da waren die dem 7:0 auch näher als wir dem 6:1“, meint Augenstein nach der einseitigen Partie lachend. Das Freibier sichert sich stattdessen der TSV Eriskirch (Kreisliga A Bodensee), der anschließend in Gruppe 33 nach 1:0-Führung noch mit 1:3 der Spvgg Aldingen (Kreisliga B Schwarzwald) unterliegt.

Die Niederlagen lassen die Laune keineswegs sinken. Im Gegenteil: In beiden Teams wird ausgiebig gelacht. Der Ausflug in den Glaspalast soll schließlich in erster Linie Spaß machen. Großglattbacher debattieren – nicht ganz ernsthaft – eine Umbenennung des Vereins: „TSV heißen schon arg viele“, bemerken die Spieler beim Blick auf die Teilnehmerliste der Hallenfußballgala mit insgesamt 164 Mannschaften. „1. FC“ scheidet rasch aus, das gibt es auch zu oft. Der Vorschlag eines Namens nach Eishockey-Vorbild findet Anklang. Nur welcher passt zu Großglattbach? „Bisons“ und „Grizzlies“ machen kurz die Runde. Augensteins Anregung „Kauze oder Eulen“ wird ebenso verworfen.

Während die Großglattbacher Namensdebatte ergebnislos versandet, gibt Sebattin Yildirim neue sportliche Ziele aus: „Jetzt geht’s drum, wer das erste Tor schießt – die oder wir. Und das Stadtderby wird über die Tordifferenz entschieden“, verkündet der Vorsitzende und Torhüter des Türkischen SV. „Da liegen wir ja noch vorne“, beantwortet Großglattbachs Thomas Kurfiß knitz die Herausforderung.

Als Yildirim und Co. im letzten Gruppenspiel auch gegen den A-Ligisten TSV Gammertingen mit 0:5 klar den Kürzeren ziehen und an dessen überragendem Schlussmann Tobias Heinzelmann verzweifeln, scheint das Fernduell schon zu Gunsten der Großglattbacher entschieden. Doch die kassieren hernach ein 0:6 gegen den Bezirksligisten SSV Reutlingen II. „Unentschieden“, stellen die Senderstädter Fernduellanten fest, als die Schlusstabellen für beide Teams null Punkte und 0:13 Tore ausweisen.

TSV Großglattbach: Ralph Augenstein – Christian Gläser, Markus Kugler, Thomas Kurfiß, Simon Olt, Michelangelo Adamo, Tobias Baisch

Türkischer SV Mühlacker: Sebattin Yildirim – Murat Taskan, Ali Karabulut, Sezai Özdemir, Hasan Cavdar, Bahadir Caliskan, Tugkan Ogul

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