Sogar beim Fußball auf Empfang

Ball und Beruf: Journalist Lukas Huber kommt öfters zu spät ins Training und ist bei der Spvgg Zaisersweiher dennoch Stammspieler

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 24. Dezember 2015, 00:00 Uhr
Sogar beim Fußball auf Empfang Telefon und Duden griffbereit, die Ausgabe des nächsten Tages auf dem Bildschirm geöffnet und allerlei Notizen auf dem Schreibtisch verteilt: Lukas Huber an seinem Arbeitsplatz. Foto: Eigner

Was machen die Amateurfußballer der Region eigentlich sonst so? Dieser Frage ist das Mühlacker Tagblatt nachgegangen und stellt einige der Fußballer und ihren beruflichen Alltag in loser Folge vor. Den Auftakt zu dieser Serie macht ein junger Kollege von uns: Lukas Huber von der Spvgg Zaisersweiher.

Enzkreis. Morgens gegen 9 Uhr betritt Lukas Huber sein Büro, knipst den PC an, blättert dann durch die Eingangspost, um wenig später auch das E-Mail-Postfach der Redaktion zu sichten. Lukas Huber ist „Volontär“ beim Mühlacker Tagblatt, also gewissermaßen ein Redakteurs-Azubi. Und an diesem Morgen ist er mit der sogenannten Blattplanung an der Reihe.

Eine halbe Stunde später stellt der 27-Jährige den Kollegen in der Redaktionskonferenz seine Planung vor. Von welchen Themen und welchen Ereignissen soll der Lokalteil des nächsten Tages berichten? Welcher Beitrag soll auf welcher Seite in welcher Größe und Position platziert werden? Welche Bildmotive könnte man sich dazu vorstellen?

Eines der Themen wird sich Lukas Huber wohl selbst vornehmen und nach der Konferenz mit der nötigen Recherche beginnen, dazu vielleicht eine Behörde kontaktieren, vielleicht einen Firmenchef, einen Politiker, vielleicht auch den Vorsitzenden eines Vereins oder Verbandes. Danach wird er die Ergebnisse seiner Recherche in einen Artikel fassen. Vielleicht wird er zwischendrin in seiner Arbeit unterbrochen, weil auf dem Handy der Redaktion eine Nachricht der Feuerwehr oder der Polizeipressestelle eingeht. Wohnungsbrand? Verkehrsunfall? Er wird die Kamera schnappen und losfahren, um vor Ort Bilder zu machen. Als Blattplaner wird er am Abend die fertige Ausgabe zum Druck freigeben und das Redaktionshandy mitnehmen. Falls am Abend oder über Nacht noch irgendetwas passiert.

Der EM-Titel 1996 begeisterte Lukas Huber für den Fußballsport

„Wenn ich mit der Blattplanung dran war und danach Training habe, liegt das Handy immer in einem Plastikbeutel neben dem Platz. Geklingelt hat es da zum Glück noch nie“, verrät Lukas Huber, der schon mal eine Viertelstunde später zum Training erscheint als die Mannschaftskameraden. Denn Feierabend ist in der Redaktion meist erst gegen 19 Uhr. „Der Trainer weiß das, und dann ist das auch okay. Ich versuche aber, mindestens einmal pro Woche rechtzeitig zu kommen.“

Mit sieben Jahren hat Lukas Huber seine Begeisterung für den Fußball entdeckt. Das war 1996, und Deutschland war gerade Europameister geworden. Mit einem Kumpel ging er aus seinem Heimatort Schützingen zur Spvgg Zaisersweiher, durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. In der C-Jugend spielte seine Mannschaft sogar ein Jahr in der Verbandsliga. „Da mussten wir unter anderem gegen den Karlsruher SC und andere Topvereine antreten. Dementsprechend war die Saison auch nicht so erfolgreich“, erzählt Huber. „Aber auch danach in der B- und A-Jugend haben wir immer in höheren Klassen gespielt.“

Mit Beginn seiner Zeit bei den Aktiven setzte ihn dann eine Adduktorenverletzung längere Zeit außer Gefecht. Er spielte einige Jahre in der zweiten Mannschaft, war deren Kapitän und eroberte zu Beginn der laufenden Saison unter dem neuen Trainer Eberhard Braun einen Stammplatz als rechter Verteidiger in der ersten Garnitur. Seit dem zweiten Spieltag gehörte Lukas Huber immer zur Startelf in der Kreisklasse A1.

Auf den Gedanken, Journalist zu werden, kam Lukas Huber schon früh: „Ich war in Deutsch immer besser als in anderen Fächern. Schreiben fiel mir leicht.“ Während seines Studiums der Germanistik und der Linguistik absolvierte er 2013 ein mehrwöchiges Praktikum beim Mühlacker Tagblatt. „Das hat mir schon sehr gefallen“, gibt er zu. Danach war er als freier Mitarbeiter aktiv, schrieb da auch über Fußball. „Vor allem fotolastige Geschichten mache ich sehr gerne “, sagt Huber, der in den vergangenen Monaten an der Gartenschaubeilage „lesenzwert“ maßgeblich beteiligt war und ein Auge auf die Kommunalpolitik in Sternenfels hat. „Einen Bürgermeister-Wahlkampf zu begleiten, war schon eine tolle Erfahrung.“

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