Rückenwind für die Knittlinger Elf

Spiel des Tages: Die Fußballer der FVgg 08 Mühlacker rennen in der zweiten Hälfte gegen den Rückstand und die Sturmböen an

Von Maik Disselhoff Erstellt: 11. März 2019, 00:00 Uhr
Rückenwind für die Knittlinger Elf Die FVgg 08 Mühlacker (in Weiß) macht in der ersten Hälfte gegen den Favoriten aus Knittlingen noch eine gute Figur, doch in der zweiten Hälfte macht der FVK den Sack mit zwei Toren zu. Foto: Fotomoment

Die FVgg 08 Mühlacker hat 0:2 (0:0) gegen den FV Knittlingen verloren. Die Heimelf konnte sich gegen den Favoriten in der ersten Halbzeit noch gut verkaufen, im zweiten Durchgang wurde ihr jedoch unter anderem ein schneller Rückstand zum Verhängnis.

Es war einmal ein Schirm: Die Bank der 08 Mühlacker kämpft am Spielfeldrand mit dem Wind.Es war einmal ein Schirm: Die Bank der 08 Mühlacker kämpft am Spielfeldrand mit dem Wind.

Mühlacker. Es stürmte, und über dem Käppele-Stadion der 08 Mühlacker zeigten sich bedrohliche, dunkle Wolken. Trotz der alles andere als einladenden Kulisse entschied Schiedsrichter Folker Höfs vom SV 62 Bruchsal, die Partie wie terminiert anzupfeifen. Angesichts der Bedingungen war es erstaunlich, dass am gestrigen Sonntag immerhin etwa 40 Zuschauer gekommen waren, um die Begegnung des Tabellenvierzehnten gegen den Tabellenzweiten der Kreisklasse A1 Pforzheim zu verfolgen. Freilich hatten die meisten im Publikum eine direkte Verbindung zu den Fußballern, wie etwa das Ehepaar Petra und Harry Jost, die ihren Sohn Nicki trotz widriger Verhältnisse unterstützen wollten. Der Knittlinger Spieler durfte sich mit seinem Anhang am Ende über einen Sieg freuen, der seine Mannschaft sogar an die Spitze der Liga beförderte, weil der bisherige Spitzenreiter Nußbaum am anderen Ende Mühlackers von den Sportfreunden überraschend 3:0 geschlagen wurde.

Dass der Wind im Käppele-Stadion mitspielt, zeigte sich von Beginn an. Starke Böen verliehen dem Ball entweder Düsenantrieb oder bremsten ihn abrupt ab. Die Mühlacker Elf konnte in der ersten Hälfte kein Kapital aus dem Rückenwind schlagen, in der Offensive agierte die Heimelf einfach zu harmlos. Von einer Knittlinger Übermacht sah man in der ersten Hälfte nichts. Gleich zweimal brachte sich der Knittlinger Torhüter Daniel Bickel mit hohen Abschlägen in Gefahr, die wegen der Sturmböen bumerangartig auf sein Tor zurückkamen. „So macht es keinen Spaß“, zog Alexander Zimmermann vom Knittlinger Trainerteam zur Halbzeit Zwischenbilanz. „Mit dem Wind fliegt der Ball davon, und gegen den Wind macht es auch keinen Sinn. Der Zufall wird das Spiel entscheiden.“ Doch mit dieser Prognose hatte Zimmermann dann nicht ganz recht. Die Tore seiner Elf waren sauber herausgespielt und kamen ohne die Beihilfe des Wettergottes zustande. Schon eher half bei den Treffern die Abwehr der FVgg 08 Mühlacker mit, die Maximilian Kühner beim 0:1 hatte entwischen lassen. Gegen den strammen Schuss des Knittlingers war 08-Torhüter Antonio Iodice machtlos (52.). Vom Mittelkreis aus hatte der FVK das runde Leder über zwei Anspielstationen relativ unbehelligt an den Torschützen durchstecken können. Nur elf Minuten nach dem Führungstor rappelte es im Kasten der Heimelf zum zweiten Mal. Nach einem Freistoß der Knittlinger bekam Christoph Walther den Ball vor die Füße, der sich schnell herumdrehte und direkt abzog – 0:2 (63.). Mühlacker hatte jetzt nicht nur die undankbare Aufgabe, einem Rückstand hinterherzulaufen, sondern kämpfte zusätzlich mit dem Wind, der der Heimmannschaft unbarmherzig ins Gesicht blies und quasi alle vielversprechenden Offensivaktionen im Keim erstickte. Bezeichnend für die Misere: Der eingewechselte Routinier Rasim Deli wollte in der 75. Minute den ebenfalls eingewechselten Sedat Tokgöz bedienen, der in guter Position stand, allerdings stoppte der Wind den Ball auf halber Strecke, sodass aus dem erhofften Sturmlauf nichts wurde. „Es wäre mehr drin gewesen“, bilanzierte 08-Spielleiter Sergio de Sousa die Begegnung. „Zwei individuelle Fehler haben das Spiel entschieden, und natürlich haben wir nach vorne auch zu wenig gemacht.“

Alexander Zimmermann war mit dem 2:0-Erfolg zufrieden, zumal man mit Personalproblemen nach Mühlacker gereist war. „Wir haben zwei Spieler der Zweiten eingesetzt, und gegen Ende hat sich noch unser Spielertrainer Alexander Genthner eingewechselt“, so der Coach. Schön sei gewesen, dass sein Team das zweite Tor so schnell nachgelegt habe. Und in Richtung des Gegners sagte er: „Es war schwer für die 08, in der zweiten Hälfte gegen einen Rückstand und den Wind anzurennen.“

Tore: Maximilian Kühner 0:1 (52.), Christoph Walther 0:2 (63.)

FVgg 08 Mühlacker: Antonio Iodice – Sami Alibrahim, Silvano-Marcel Perea Garcia (65. Sedat Tokgöz), Zekeriya Tüney, Turgay Yildirim, Dean Todorovic (83. Mahsum Atesci), Enver Rashica,Diogo Vieira (65. Rasim Deli), Okan Arif Atesci, Domenico Lombardo, Hüsnü Gür

FV Knittlingen: Daniel Bickel – Jan Siegrist, Patrick Dolt, Jannik Wittig, Kai Schwägerl (80. Arsalan Elyas), Christoph Walther (77. Tim Schwägerl), Nicki Jost, Ufuk Kocaoglu, Jordan Alberto (89. Alexander Genthner), Yannic Weber, Maximilian Kühner (69. Manuel Gatti)

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