Ring frei für die Punktejagd

Die Fußballtrainer Michael Horntrich und Ulli Stengel sprechen über die Rückrunde in der Kreisklasse A1 und Kreisliga B7

Von Silas Schüller Erstellt: 8. März 2019, 00:00 Uhr
Ring frei für die Punktejagd Am Sonntag geht es auf den Fußballplätzen in der Region wieder zur Sache, wenn in den Amateurklassen die zweite Saisonhälfte eingeläutet wird. Foto: Schüller

Michael Horntrich vom FV Lienzingen und Ulli Stengel von der SG Roßwag/Mühlhausen haben durch ihre Trainerstationen einen geschulten Blick auf die badische A-Klasse und die württembergische B-Liga. Für die MT-Leser blicken die erfolgreichen Coaches auf den nahenden Rückrundenauftakt.

Mühlacker. Bei Michael Horntrich und Ulli Stengel gibt es keine billigen Ausreden. Die Fußballtrainer, die bei ihrer Arbeit viel Wert auf Disziplin und Einsatz legen, sind schon zu lange im Geschäft, als dass sie sich von ihren Spielern veräppeln lassen. Für beide ist das regelmäßige Training unabdingbar, und wenn es der eine oder andere Akteur nicht so oft zu den Trainingseinheiten schafft, muss er auch mal auf der Bank Platz nehmen.

Mit dieser klaren Kante fahren die Fußballlehrer bisher recht erfolgreich, sowohl Lienzingen (Dritter in der Kreisliga A1) als auch Roßwag/Mühlhausen (Erster Kreisliga B7) können eine starke Hinserie vorweisen und haben vor dem Rückrundenstart noch gute Chancen auf die Meisterschaft beziehungsweise den Aufstieg. Mit dem FV Knittlingen gibt es aus dem Mühlacker Raum nur eine weitere Mannschaft aus den beiden Ligen, die sich eine ähnliche Ausgangsposition erarbeit hat.

Dass die Fauststädter, die als Zweiter der Kreisklasse A ebenfalls Titelambitionen anmelden können, die Saison vor dem gegenwärtigen Tabellenführer Nussbaum abschließen werden, halten die beiden Trainer für unwahrscheinlich: „Für mich ist Nussbaum die stärkste Mannschaft der Liga“, stellt Horntrich klar.

Dahinter reiht er nicht die Knittlinger oder sein eigenes Team ein, sondern den Vierten Göbrichen, der zum Ende der Rückrunde einen Lauf hatte. Ulli Stengel, der vor seiner aktuellen Station unter anderem für die Sportfreunde Mühlacker und Ölbronn-Dürrn an der Seitenlinie stand, stimmt mit seinem Kollegen überein: „Nussbaum ist seit Jahren eine sehr beständige Mannschaft, die es jetzt mal verdient hat, in die Kreisliga aufzusteigen.“ Was den Tabellenkeller betrifft, wo mit Ötisheim (16.), Enzberg (15.) und den Sportfreunden (14.) gleich drei hiesige Clubs dem Abstieg entgegensteuern, sieht der SG-Trainer bei allen drei Kellerkindern Potenzial, allerdings müssten die Vereine in der Offensive kaltschnäuziger werden und auch mal eine knappe Führung über die Zeit retten.

Michael Horntrich sieht vor allem für Ötisheim, das acht Zähler zum rettenden Ufer aufzuholen hat, vor einer Mammutaufgabe, schließlich würden auch die Konkurrenten irgendwann auf ihre Punkte kommen. Bei Zaisersweiher und 08 Mühlacker, die auf Rang elf und dreizehn ebenfalls abstiegsgefährdet sind, hat der Lienzinger Trainer dagegen keine Bedenken, dass die Klasse gehalten werden kann, „die haben gute Leute in ihren Reihen“. In der Kreisliga B7, wo die Stengel-Elf vor Riexingen II, Ensingen, Vaihingen/Enz, Horrheim, Lomersheim II und Markgröningen die erste Tabellenhälfte anführt, drückt der 41-jährige Horntrich seinem ehemaligen Team aus Roßwag/Mühlhausen die Daumen. „Ich freue mich sehr, dass die Mannschaft so gut dasteht, anscheinend haben sie mittlerweile gelernt, wie man einen Ball geradeaus spielt“, kommentiert der Ex-Coach mit einem Augenzwinkern die Hinrunde der Truppe, die seit zwei Jahren von Ulli Stengel trainiert wird. Dieser rechnet mit einem spannenden Rennen um die Aufstiegsplätze, das angesichts der eng beieinander liegenden Teams – zwischen dem Ersten und dem Siebten liegen nur sieben Punkte – vermutlich „erst im Saisonfinale entschieden wird“.

Beim TSV Großglattbach spielt das Thema Aufstieg noch keine Rolle, für das Team von der Platte geht es auf Rang elf wohl nicht mehr groß nach oben oder unten. Mit dem Trainerwechsel im Sommer kehrt im Mühlacker Höhenstadtteil aber bald frischer Wind ein: „Ich schätze Daniel Fuchs als sehr guten Trainer ein, der mit den Großglattbachern in zwei oder drei Jahren durchaus um den Aufstieg mitspielen kann“, lobt Horntrich den Nachfolger von Martin Kern. Genauso wie die Wiernsheimer und die Sternenfelser, die ebenfalls eine mäßige Saison spielen, kann der TSV die Rückrunde nutzen, um die Fehler im eigenen Spiel zu minimieren und auf die neue Runde hinzuarbeiten.

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