Public Viewing: Besucherzahl halbiert

Insgesamt haben rund 4500 Zuschauer die WM auf dem Kelterplatz geschaut – Drei Spiele mit deutscher Beteiligung deutlich zu wenig

Von Silas Schüller Erstellt: 17. Juli 2018, 00:00 Uhr
Public Viewing: Besucherzahl halbiert Das WM-Finale am Sonntag schauten rund 400 Besucher auf dem Kelterplatz.Foto: Huber

Die WM 2018 ist Geschichte und damit auch das Public Viewing auf dem Kelterplatz. Die Bilanz der Organisatoren fällt ernüchternd aus, was mit dem frühen Aus der DFB-Elf zusammenhängt.

Mühlacker. Seit acht Jahren veranstaltet die Heinz + Huber EVENT GbR bei den großen Fußballturnieren nun das Public Viewing auf dem Kelterplatz. Darunter fielen die Weltmeisterschaften 2010, 2014 und 2018 sowie die Europameisterschaften 2012 und 2016. Bei all diesen Wettbewerben – von der diesjährigen WM abgesehen – herrschte eine große Euphorie unter den Fans, denn die deutsche Mannschaft kam unter der Führung von Joachim Löw immer mindestens bis ins Halbfinale, 2014 gewann das DFB-Team gar den WM-Titel in Rio de Janeiro, was auch in Mühlacker für ein Fußballfest sorgte.

Vier Jahre später herrscht Ernüchterung – und zwar nicht nur bei den Mühlacker Fans. Für Mitorganisator Jürgen F. Heinz, der freilich auf ein weiteres erfolgreiches Abschneiden der deutschen Mannschaft gesetzt hat, bedeutete das unerwartete Vorrundenaus einen schmerzhaften Einschnitt in die Kalkulation: „Damit hat ja wirklich niemand gerechnet. Wir sind davon ausgegangen, dass frühestens im Viertelfinale Schluss ist.“ Bei fünf Begegnungen mit deutscher Beteiligung wäre die Bilanz laut Heinz nicht außergewöhnlich schlecht ausgefallen, doch „bei nur drei Spielen sieht das natürlich anders aus.“ Immerhin sei der Andrang, als die Deutschen gegen Mexiko, Schweden und Südkorea gespielt hatten, mit jeweils rund 1200 Besuchern stets erfreulich gewesen. Das änderte sich in den Achtelfinalspielen, von denen vier übertragen wurden, schlagartig. Auch die Viertel- und Halbfinals hätten weit weniger Zuschauer auf den Kelterplatz gelockt, berichtet Heinz. „Da kamen pro Spiel zwischen 80 und 100 Leute, was mich schon etwas verwunderte. Ich hatte mit mehr Fußballinteressierten aus Mühlacker gerechnet, aber vermutlich haben viele zu Hause geschaut.“ Immerhin habe das Finale dank 400 Besuchern die Bilanz noch einmal positiv beeinflusst. Die Gesamtzuschauerzahl schätzt Heinz auf ungefähr 4500 Menschen. Zum Vergleich: Vor vier Jahren, als Deutschland Weltmeister wurde, waren es laut Mitorganisator Bernd Huber etwa doppelt so viele.

Wie viel Arbeit und finanzielle Risiken hinter dem Public Viewing stecken, zeigen die fixen Kosten von über 50000 Euro, die das Duo zu großen Teilen durch zehn Haupt- und 40 Nebensponsoren decken konnte. Hinzu kommt die Versorgung von Wasser und Strom, die von den Stadtwerken kostenlos übernommen wird, und der Auf- beziehungsweise Abbau, wofür die Stadt verantwortlich ist. Doch in diesem Jahr lief es entgegen der Gewohnheit, dass die Deutschen um den Titel spielen, zum Leidwesen der Beteiligten ganz anders. „Wenn die Sponsoren – und auch wir – im Vorfeld gewusst hätten, wie die Weltmeisterschaft verläuft, dann hätte wohl keiner was gemacht“, konstatiert Heinz, der an 15 der 25 Spieltagen mit bis zu 20 Personen im Einsatz war. Unentwegt hatte der Organisator den Ticketverkauf und die Verpflegungsstände im Auge, überquerte den Kelterplatz pro Abend dutzende Male und nahm von den Besuchern Anregungen auf.

Dass das Ergebnis des Fußballereignisses für die Organisatoren des Public Viewings in Mühlacker nicht gut ausgefallen ist, steht für Jürgen F. Heinz und seinen Geschäftspartner Bernd Huber fest. Konkrete Umsatzzahlen wollen sie aber nicht nennen. Und auch die Frage, wie es mit der Veranstaltung in Zukunft weitergeht, lässt Heinz offen. In zwei Jahren steht bereits die Europameisterschaft an, doch ob es dann wieder Übertragungen auf dem Kelterplatz gebe, könne er heute noch nicht beantworten. Immerhin: „Wir haben gerade wegen der Misere großen Zuspruch bekommen“, so Heinz.

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