Nöttingen fehlt die Zielstrebigkeit

Beim Testspiel in Enzberg überzeugt der Oberligist noch nicht – Unwetter verzögert Halbfinale im Pretema-Qualifikationsturnier

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 21. Juli 2015, 09:04 Uhr
Nöttingen fehlt die Zielstrebigkeit Bissig, aber fair geht es zwischen dem Oberligisten FC Nöttingen (in Violett) und dem Verbandsligisten VfR Neckarrems zu. Foto: Eigner

Einen FC Nöttingen, der sich bis zum DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern steigern muss, haben die Besucher des Sommerfestes bei Viktoria Enzberg erlebt. Außerdem gab es ein E-Jugend-Turnier, bei dem sich TuS Freiberg und TSV Schmiden für den Pretema Cup im Oktober qualifiziert haben.

Mühlacker-Enzberg. Das Testspiel zwischen dem Oberligisten FC Nöttingen und dem Ex-Oberligisten VfR Neckarrems war am Sonntagabend der Abschluss und Höhepunkt des dreitägigen Enzberger Sportfestes. „Sind da mehr auf dem Platz, als wenn die unseren spielen?“, wunderte sich eine Zuschauerin während der temporeichen Anfangsphase. Der Grund für die optische Täuschung: Alle 20 Feldspieler agierten stets dicht zusammen. Die Kontrahenten gaben eine Demonstration in kompaktem Spiel mit schnellem Verschieben der gesamten Mannschaft. Allerdings ließ das Tempo nach 25 Minuten etwas nach, als Nöttingen in Führung gegangen war. Das 0:1 durch Ali Cetin aus der 13. Minute hatte Niklas Hecht-Zirpel ausgeglichen (16.), der dabei von einem verunglückten Rückpass des Verbandsligisten profitierte. Hecht-Zirpel schoss Nöttingen in der 25. Minute mit einem Flachschuss vom Strafraumeck aus auch zum 2:1, ehe der FCN ein wenig zurücksteckte. So kam es zum Konter, bei dem Mario Hohn im Strafraum am Oberarm angeschossen wurde. Ali Cetin verwandelte den Elfmeter zum 2:2-Pausenstand (39.).

Insbesondere nach der Pause offenbarten sich Defizite, an denen Michael Wittwer mit seinem Team arbeiten muss. Das Nöttinger Offensivspiel wurde immer umständlicher: noch ein Haken, noch ein Abspiel, noch ein Querpass – aber einfach kein Abschluss. „Wir haben besser gespielt als im letzten Test, aber die Zielstrebigkeit hat gefehlt“, bestätigte Wittwer später.
Dem FCN-Trainer dürfte auch kaum entgangen sein, dass seine Spieler die Zweikämpfe nicht mit letzter Konsequenz bestritten. Drei Wochen vor dem Bayern-Spiel wollte sich offensichtlich keiner der Nöttinger mehr eine Verletzung einfangen. Überhaupt wird dem Trainer das DFB-Pokalduell zu hoch gehängt: „Das Bayern-Spiel ist nur ein einziges Spiel. Viel wichtiger ist für uns die Oberliga-Saison.“

Ohne Tore hatten sich direkt zuvor die Fußballfrauen des Oberligisten FV Niefern und des Pfälzer Regionalligisten Fortuna Göcklingen getrennt. Die beiden Teams boten Fußball, der zwar technisch schön anzusehen war, dem jedoch das Tempo fehlte. Allerdings hatte ein Unwetter kurz vor dem Freundschaftsspiel ungeheure Wassermengen abgeladen, die die Sonne nun mit aller Macht wieder aus dem Rasen saugte. Mehr als 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit eines Saunaaufgusses lähmten das Spiel der Frauen sichtlich.

Noch direkter von dem Unwetter waren die E-Junioren betroffen, die sich in einem Turnier mit 24 Mannschaften um zwei Startplätze im Pretema Cup am 10. Oktober bewarben. Dafür hatte sich der TSV Schmiden durch einen 1:0-Erfolg im Halbfinale qualifiziert. Im anderen Halbfinale zwischen FV 09 Niefern und TuS Freiberg aber stand es nach Verlängerung 0:0, als der Sturm losbrach und mit peitschenden Regenvorhängen über das Festgelände fauchte. Etliche Männer mussten das Festzelt mit aller Macht festhalten, das der Sturm sonst wohl zerlegt hätte. Auf der Terrasse des Clubhauses wirbelten die Stühle umher. Etwa eine halbe Stunde dauerte es, ehe sich das Wetter wieder beruhigte und die Sonne zurückkehrte. Nun erst konnten die Buben ihr Halbfinalspiel mit einem Neunmeterschießen entscheiden, wobei Freiberg mit 3:2 das bessere Ende erwischte und sich den zweiten Startplatz im Pretema Cup sicherte.

Aus einem weiteren E-Junioren-Turnier, das im Rahmen des Sportfestes mit sechs Mannschaften ausgetragen wurde, ging die PSG Pforzheim als Sieger hervor. Zweiter wurden die Sportfreunde Mühlacker vor Germania Bietigheim. Vier Teams beteiligten sich am Turnier der C-Junioren, das die SG Ispringen/Ersingen vor dem FV Niefern gewann. Einen Turniersieg für Niefern gab es bei den D-Junioren, wo unter neun Mannschaften der VfB Bretten und Viktoria Enzberg die weiteren Plätze belegten. Der weibliche Nachwuchs des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim schließlich setzte sich im Turnier der B-Juniorinnen mit sechs Teams durch, wo es noch SV Horrheim und FV Niefern auf das Siegerpodest schafften. Bereits am Freitagabend hatte die SG Kieselbronn/Ölbronn-Dürrn das AH-Turnier gewonnen. Eine Formation namens „TSV-Youngsters“ triumphierte im Elfmeterturnier.

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