Krichbaum bietet Türkischem SV Hilfe an

CDU-Bundestagsabgeordneter will vermitteln und regt bei Ortstermin einen Runden Tisch mit allen Beteiligten an

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 20. September 2017, 00:00 Uhr
Krichbaum bietet Türkischem SV Hilfe an Gunther Krichbaum (re.) lässt sich von Schriftführer Sami Havcarci (2.v.li.) und dem Vorsitzenden Hasan Efe die Probleme des Türkischen SV erläutern. Kreisrat Hasan Özer (li.) hört zu. Foto: Eigner

Alles wieder auf Los. Der Türkische SV Mühlacker fühlt sich wie beim Monopoly. Alles Wirken, einen Fußballplatz mit Clubheim zu bekommen, war bisher vergeblich. Jüngst kam aus dem Rathaus eine neue Hiobsbotschaft. Am Dienstag hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum den Verein besucht.

Mühlacker. Eine knappe Stunde nimmt sich Krichbaum Zeit für den Türkischen SV, macht mit einigen Vertretern des Vereinsvorstandes, Sponsoren, Gönnern und Spielern einen Spaziergang hinaus zum Enzauensportplatz. „Da braucht man ja ein Mofa!“, ist der Abgeordnete sichtlich beeindruckt von der Wegstrecke, die die Fußballer bei jedem Spiel von den Kabinen zum Spielfeld zu Fuß zurücklegen. Immerhin: Seit Kurzem hat der Verein einen Schlüssel für die Käppelehalle, darf dort die Kabinen nutzen. „Dafür sind wir dankbar“, betont Sami Havcarci, Schriftführer des Türkischen SV, der den Politiker eingeladen hat. Doch die eigentlichen Probleme des Vereins bleiben ungelöst.

„Ach je, ach je, ach je“, entfährt es Krichbaum gleich dreifach, als ihm erklärt wird, dass das Spielfeld in einem Wasserschutzgebiet liege. „Keine Bandenwerbung, kein Clubheim, kein Wasseranschluss, keine Toiletten“, zählt Havcarci die Folgen dessen auf. Zudem rückt der erhoffte Umbau des ehemaligen Hartplatzes beim Hallenbad in weite Ferne.

Vor wenigen Tagen erhielt der Verein eine Nachricht aus dem Sport- und Kulturamt: Die Fläche sei Trinkwasserschutzgebiet. Dort einen Rasen- oder Kunstrasenplatz anzulegen, erfordere besondere bauliche Maßnahmen im Untergrund. Statt der angedachten 200000 Euro würde der Umbau deshalb 800000 Euro kosten, so Havcarci. „Wie bei Monopoly, alles wieder auf Los. Wir sind jetzt genau da, wo wir vor sechs Jahren schon waren“, klagt er. Gunther Krichbaum nickt verständnisvoll.

Der CDU-Mann war einst selbst Fußballer. „Vorstopper“, wie er verrät. Als solcher erkennt er draußen in den Enzauen: „Dieser Platz ist vielleicht zum Training geeignet, nicht aber zum Spielbetrieb.“ Wobei selbst Training problematisch sei, wie Hasan Efe, der Vorsitzende des Türkischen SV erklärt: „Jetzt im Sommer haben sich die Spieler hier draußen umgezogen und sind nach dem Training direkt nach Hause.“ Mit Beginn der kalten Jahreszeit aber steige das Risiko, sich zu erkälten. „Da wird es auch schwierig, die Spieler herzubekommen.“ Jugendarbeit sei deshalb auf dem Enzauensportplatz erst recht keine möglich, wie Hasan Özer anmerkt; der Grünen-Kreisrat begleitet die Gruppe.

„Ich bin ja ein großer Freund von Runden Tischen und habe damit gute Erfahrungen gemacht“

Eine sofortige Lösung hat freilich auch Gunther Krichbaum nicht parat, der mehrmals herausstreicht, dass sein Besuch nichts mit der Bundestagswahl zu tun habe. Es hat einfach in den Kalender des Abgeordneten gepasst, der anschließend seinen Wahlkampfstand an der Drehscheibe aufbaut, danach noch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Mühlacker empfängt. Was der Politiker indes verspricht, ist, sich als Vermittler einzusetzen.

„Es geht darum, eine Lösung zu finden. Das Erste ist, sich einen genauen Überblick über die Sachlage zu verschaffen. Ich werde mal Frank Schneider ansprechen, der soll mir das alles verklickern“, kündigt Krichbaum an, sich bei Mühlackers OB über das Für und Wider eines Hartplatz-Umbaus schlau zu machen. „Der könnte mir auch sagen, ob und wo Alternativstandorte infrage kommen.“

Der Gedanke einer Kooperation mit der Fvgg 08 Mühlacker in Sachen Nachwuchsarbeit, den Sami Havcarci äußert, gefällt Gunther Krichbaum ausdrücklich. „Das wäre doch eine schöne Sache, wenn sich da zwei Vereine zusammentun könnten. Man müsste mal mit deren Mitgliedern reden“, findet er und bietet so indirekt an, beim Abbau etwaiger Berührungsängste zu helfen. „Berührungsängste gibt es gewiss auf beiden Seiten“, gesteht Sami Havcarci ein.

„Ich bin ja ein großer Freund von Runden Tischen und habe damit gute Erfahrungen“, regt Krichbaum schließlich an, alle Beteiligten – Vertreter der Vereine, der Stadtverwaltung und des Gemeinderates – zu einem gemeinsamen Gespräch zusammenzubringen. „Es muss Bewegung in die Sache kommen“

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